Neue Nordtribüne wird zur Herausforderung

Der FC St. Pauli muss beim letzten Bauabschnitt des Stadions viele Probleme lösen

Hamburg. Wenn der FC St. Pauli am 29. November sein Zweitliga-Heimspiel gegen den 1. FC Köln bestreitet, wird das Millerntor-Stadion wieder einmal mit 29.069 Zuschauern ausverkauft sein. Auch der Gästefanblock auf der Nordtribüne wird dann mit mehr als 2500 Kölner Anhängern komplett gefüllt sein. Beim Anblick dieser Szenerie wird mancher Zuschauer schon mit einer gewissen Vorfreude daran denken, dass sich auch diese Nordtribüne in absehbarer Zeit in einem neuen, modernen Gewand zeigen wird. Der für den kommenden Sommer geplante Neubau allerdings wird für die Führung des FC St. Pauli und für viele Zuschauer zu einer besonderen Herausforderung.

Vor allem der geringe Platz, der hinter der Nordtribüne zur Verfügung steht, erschwert den geplanten Ab- und Neubau. „Anders als bei den anderen drei Tribünen, die wir in den vergangenen Jahren gebaut haben, können wir diesmal keine Kräne hinter der Tribüne aufstellen, denn dort befinden sich ja unsere Kunstrasenplätze“, erklärt Michael Meeske, der Geschäftsführer des FC St. Pauli. „Wir sind gezwungen, die Tribüne von der Seite aus zu bauen.“

Der Zeitplan sieht weiterhin vor, dass mit dem Abbau der derzeitigen Nordtribüne unmittelbar nach dem letzten Heimspiel der laufenden Saison am 11. Mai begonnen wird, sofern die St. Paulianer danach kein Relegationsspiel zu bestreiten haben. Dabei soll das jetzige Nordtribünen-Bauwerk feinsäuberlich in seine Einzelteile zerlegt und zum Verkauf angeboten werden.

Der LKW-Verkehr für den Abbau und auch den darauf folgenden Neubau soll über die Zufahrt von der Feldstraße aus erfolgen. Dies hat zur Folge, dass die neue Tribüne von Osten Richtung Westen wachsen wird. „Wir können sie diesmal nicht von unten nach oben errichten, sondern müssen Abschnitt für Abschnitt immer schon die volle Höhe aufbauen“, sagt Meeske. „Dies ist auch der Grund, warum wir bei der Nordtribüne die geringsten Prognosen stellen können, zu welchem Zeitpunkt welcher Zustand erreicht sein wird und wann wir wie viele Zuschauer in der Bauphase auf die Tribüne lassen können.“

Auf jeden Fall steht schon jetzt fest, dass der Gästefanblock der letzte Bauabschnitt der neuen Nordtribüne sein wird. Daher werden voraussichtlich in der gesamten Hinserie der kommenden Saison die jeweiligen Anhänger der auswärtigen Mannschaft an einem anderen Ort im Stadion Platz finden müssen. Aller Voraussicht wird dafür der nördliche Abschnitt der Haupttribüne genutzt werden. „Dies ist wegen des für die Gästefans vorgesehenen Zugangs von der Feldstraße aus die naheliegendste Lösung“, erläutert Meeske.

Auf der Haupttribüne werden rund 300 aktuelle Dauerkarten-Inhaber von den Planungen betroffen sein. Diese müssten für die Zeit des Nordtribünenbaus auf andere Sitzplätze ausweichen. „Wir haben in diesem Bereich aber nur eine relativ dünne Besiedelung mit Saisonkarten-Inhabern“, sagt Meeske. Auf den für die Gästefans vorgesehenen Rängen sollen auch Sitzschalen abgebaut und Wellenbrecher eingebaut werden, um so auch Stehplätze anbieten zu können.