Nachspiel

Umbruch mit hohem Risiko

Ein Kommentar von Carsten Harms

Auch am Tag danach war beim FC St. Pauli die Ratlosigkeit darüber zu spüren, wie und warum es am Sonntag zum 1:4-Debakel beim abstiegsgefährdeten SV Sandhausen kommen konnte. Selbst unmittelbar vor Spielbeginn, so gab Trainer Michael Frontzeck preis, habe in seinem Team nichts darauf hingedeutet. Wenn aber weder Überheblichkeit noch Verkrampfung, weder Leichtfertigkeit noch Übermotivation Ursache für das sportliche Desaster waren, dürfte es schlicht an der mangelnden Qualität des gesamten Kaders liegen, dass sich der FC St. Pauli als 13. der Zweiten Liga weiterhin in Abstiegsgefahr befindet.

Es ist offensichtlich, dass der Verlust des torgefährlichen Max Kruse in keiner Weise kompensiert wurde und schwerwiegender ist, als die Verantwortlichen im Sommer glaubten. Es mag sein, dass viele junge Spieler im Kader Potenzial besitzen und sich noch zu erfolgreichen Profis entwickeln können. Doch im Abstiegskampf der Zweiten Liga auf Spieler angewiesen zu sein, die erst noch reifen müssen, ist ein gefährlicher Drahtseilakt.

Der von der Vereinsführung so offensiv propagierte Umbruch mag ja für die mittlere Zukunft vielversprechend sein, doch ein Absturz in die Drittklassigkeit würde all die schönen Planspiele über den Haufen werfen.