Der FC St. Pauli freut sich auf ein unerwartetes Topspiel gegen Hoffenheim: Der Zweite empfängt den Tabellenersten.

Hamburg. Es ist das erste Heimspiel in der Bundesliga seit acht Jahren, dazu die erste Partie vor der neuen Haupttribüne im Millerntor-Stadion. Dass das Duell zwischen dem FC St. Pauli gegen 1899 Hoffenheim ein ganz Besonderes werden würde, war seit der Veröffentlichung des Spielplans Anfang Juli klar. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt allerdings ahnen, dass die Vorfreude auf das Spiel eine Woche vor dem Anpfiff im wahrsten Sinne auf die Spitze getrieben würde. Tabellenzweiter gegen Tabellenerster - die Ergebnisse des Auftaktwochenendes sorgten dafür, dass die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) gewählte Ansetzung am Sonnabendabend (18.30 Uhr) eines Topspiels tatsächlich würdig ist.

SORGE VOR DEM DERBY

"Die Konstellation ist schon ein wenig paradox", meint St. Paulis Trainer Holger Stanislawski, "aber es passt irgendwie zu den ganzen Feierlichkeiten, in unser Jahr 2010." Das Spiel wird zu einer weiteren großen Party, bei der viele gern dabei sein würden, aber nur 24 500 Fans im Stadion dabei sein können. Die letzten verfügbaren Restkarten, die St. Pauli gestern überraschend über seine Webseite feilbot, waren entsprechend rasend schnell vergriffen. "Der Sonnabend wird auch für uns Spieler noch einmal ein ganz besonderes Highlight", sagt Kapitän Fabio Morena. "Dass wir gut gestartet sind, steigert natürlich noch einmal die Vorfreude auf die kommenden Spiele."

Das 3:1 beim SC Freiburg, laut Stanislawski das beste Spiel seit Beginn der Vorbereitung auf die aktuelle Saison, machte in der Tat Lust auf mehr. St. Pauli hatte einen zugebenermaßen schwachen Gegner in allen Belangen beherrscht, allein in der Chancenverwertung Schwächen gezeigt. "Wir wissen, dass das alles nur eine Momentaufnahme ist, kennen das schon aus der Zweiten Liga", versuchte Morena zu hohen Erwartungen vorzubeugen. Stanislawski gibt derweil die Marschroute für sein Team vor: "Defensiv arbeiten, offensiv denken", lautet das Credo.

Nachdem der Coach bereits am vergangenen Wochenende fünf Spieler zu Hause lassen musste, wird der Konkurrenzkampf um die Plätze im Kader für das Spitzenspiel noch größer. Mittelfeldspieler Charles Takyi kehrt heute (11 Uhr, Kollaustraße) ins Mannschaftstraining zurück, auch Verteidiger Moritz Volz steht wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Einen ganz neuen Mann werden die mit einem 4:1 gegen Werder Bremen gestarteten Hoffenheimer an Bord haben: U-21-Nationalspieler Sebastian Rudy kommt vom Liga-Konkurrenten VfB Stuttgart und erhält einen Vertrag bis 2014.