HSV-Einzelkritik

Ein fliegender Holländer und ein ganz leiser Jubler

| Lesedauer: 2 Minuten
Ist das noch Fußball oder schon Kung-Fu? HSV-Profi Ludovit Reis (r.) beweist ganz große Körperbeherrschung, Aues Dimitrij Nazarov wartet vergeblich auf den Ballkontakt.

Ist das noch Fußball oder schon Kung-Fu? HSV-Profi Ludovit Reis (r.) beweist ganz große Körperbeherrschung, Aues Dimitrij Nazarov wartet vergeblich auf den Ballkontakt.

Foto: Tim Groothuis / WITTERS

Beim 4:0 gegen Aue konnten sich die zuletzt stark kritisierten HSV-Angreifer rehabilitieren. Besonders zwei wussten zu gefallen.

Hamburg. Direkt nach dem Abpfiff gab es die erste Belohnung: Die beiden Töchter von Robert Glatzel liefen aufs Spielfeld, gaben dem erfolgreichen HSV-Torjäger ein Sieger-Küsschen und spielten dann mit Maskottchen Dino Herrmann. Glatzel hatte sich die Glückwünsche nach dem 4:0-Sieg gegen den FC Erzgebirge Aue redlich verdient – genau wie der Rest seiner Mannschaft. Die Einzelkritik.

Heuer Fernandes: Reagierte beim Stand von 0:0 einmal bärenstark, als Aues Trujic plötzlich alleine aufs Tor zulief. Ansonsten kaum geprüft.

Heyer: Machte das halbe Dutzend Saisontreffer komplett. Sehr ordentlich.

Schonlau: Der Abwehrboss hätte sich auch einen Netflix-Abend auf der Couch gönnen können. Kaum geprüft.

Vuskovic: Langweilte sich zusammen mit Kollege Schonlau in der Abwehr.

Vagnoman: Der Linksverteidiger erlaubte sich eine persönliche Schusstrainingseinheit. Darf und sollte weiter üben. Dass er aber das Passen schon draufhat, zeigte er bei der Vorarbeit zum 4:0.

Meffert (bis 87.): An diesem Großreinemachentag wurde ein echter Mittelfeldstaubsauger eigentlich gar nicht gebraucht. Trotzdem gut.

David (ab 87.): Wurde für seine Geduld und gute Trainingsleistungen belohnt.

Rohr (bis 65.): Mit seinem Startelfeinsatz hatte kaum einer gerechnet. Volles Rohr war das noch nicht, aber solide.

Suhonen (ab 65.): Der Finne war so heiß wie sonst nur in der Sauna.

Reis (bis 87.): Der fliegende Holländer hob endlich mal wieder so richtig ab.

Kinsombi (ab 87.): Feierte mit.

Jatta (bis 79.): Stark verbessert. Und flanken kann der Flügelflitzer eben doch.

Chakvetadze (ab 79.): Fügte sich nahtlos in die Abteilung Attacke ein.

Glatzel (bis 79.): Saisontreffer Nummer 17 erzielt, den Freistoß vor dem 2:0 herausgeholt und das 3:0 per Hacke aufgelegt. Job erledigt, sagt man da wohl.

Kaufmann (ab 79.): Auch ordentlich.

Kittel: Psssst! Der zuletzt viel kritisierte Ballstreichler hat es doch noch drauf. Eine Vorlage, ein Tor, da kann man nicht meckern. Nur den Jubel mit dem Finger auf den zusammengepressten Lippen als Gruß an seine Kritiker hätte er sich vielleicht sparen können.

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