HSV

Horst Hrubesch schwärmt von Entwicklungen im Nachwuchs

| Lesedauer: 4 Minuten
Horst Hrubesch ist ein guter HSV-Nachwuchs wichtig. Er will Sportvorstand Jonas Boldt (M.) möglichst viele Talente für die erste Mannschaft zuliefern.

Horst Hrubesch ist ein guter HSV-Nachwuchs wichtig. Er will Sportvorstand Jonas Boldt (M.) möglichst viele Talente für die erste Mannschaft zuliefern.

Foto: Witters

Das HSV-Idol ist als Direktor maßgeblich daran beteiligt. U21 rechnet sich in Aufstiegsrunde der Regionalliga einiges aus.

Hamburg. Horst Hrubesch (70) ist nicht gerade für emotionale Ausbrüche bekannt, deshalb überraschte es auch nicht, dass sich der Nachwuchsdirektor des HSV eher nach innen freut, als sich die U21 der Hamburger am vergangenen Wochenende mit einem 2:1-Sieg gegen Phönix Lübeck für die Aufstiegsrunde der Regionalliga Nord qualifizierte.

Ab Mitte März trifft die Mannschaft von Trainer Pit Reimers (38) auf die Südstaffel-Qualifikanten VfB Oldenburg, VfV Borussia 06 Hildesheim, SV Atlas Delmenhorst sowie die Zweitvertretungen von Hannover 96 und SV Werder Bremen.

"Den Einzug in die Aufstiegsrunde mit so einer jungen Truppe zu schaffen, ist eine tolle Bestätigung. Für mich ist vor allem positiv zu sehen, dass es eben mit diesen jungen Spielern funktioniert. Das hat sicher eine gewisse Zeit gedauert, am Anfang der Saison haben wir in einigen Spielen Lehrgeld bezahlt und verloren, obwohl wir ganz gut gespielt haben", sagt Hrubesch auf der Internetseite des HSV.

Neuerung: HSV II verzichtete auf erfahrene Spieler

Anders als in der Vergangenheit, als beispielsweise Ex-St.-Pauli-Profi Marc Hornschuh (30) als älterer Führungsspieler fungieren sollte, verzichtete der HSV in dieser Saison auf dieses Modell. Hrubesch und die Trainer wollen, dass die Durchlässigkeit zur A-Jugend erhöht wird und die jungen Spieler auf möglichst hohem Niveau Erfahrungen sammeln. In den Spielen in der Regionalliga betrug der Altersschnitt zumeist unter 20 Jahre.

"Wir haben in allen Altersklassen sehr gute Fußballer, denen wir frühzeitig Verantwortung geben möchten. Dazu gehört in unserem Verständnis auch, die Spieler immer mal wieder ins kalte Wasser zu werfen. Sie sollen sich ausprobieren dürfen und so langfristig in eine Verantwortungsposition reinwachsen", erklärt Hrubesch.

Und dieser Plan ging in dieser Saison bisher auch. Dabei musste das Team unter anderem den "Abgang" von Faride Alidou (20) verkraften, der mittlerweile zur Stammelf in der Zweiten Liga gehört. "Die Entwicklung, die die Spieler in der bisherigen Saison genommen haben, gibt uns mit dieser Einschätzung auch ein Stück weit recht. Das Team hat beispielsweise den Abgang von Alidou in den Bundesligakader in seiner Breite aufgefangen, andere Spieler haben sich aufgedrängt und diese Verantwortung an sich gerissen. Genau so soll es sein", lobt das HSV-Idol.

Hrubesch: HSV-Talente brauchten Zeit

Mit jedem Spiel stellte sich ein höheres Selbstverständnis auf dem Platz ein. Zu Saisonbeginn taten sich die Youngster häufig noch schwer mit der robusten Spielweise in der Regionalliga. Doch auch körperlich sind die HSV-Talente in der vierthöchsten Spielklasse angekommen und zeigen durchaus attraktiven Fußball. "Diese Zeit, sich umzustellen, haben sie bekommen. Und das ist für mich der entscheidende Faktor: Dass das Trainerteam den jungen Spielern das Vertrauen gibt und auf sie setzt. Das Spiel der Mannschaft ist selbstbewusst, mit einer hohen Geschwindigkeit und wenig Ballkontakten versehen und mittlerweile auch effizient vor dem Tor", so Hrubesch.

Dementsprechend optimistisch gehen Hrubesch und die U21 des HSV in die Aufstiegsrunde. Der Nachwuchsdirektor macht keinen Hehl daraus, dass er daran arbeitet, irgendwann mit der zweiten Mannschaft in der Dritten Liga zu spielen.

"In der Aufstiegsrunde werden wir auf Mannschaften treffen, die das Spiel allesamt bestimmen wollen. Das werden sicher noch mal etwas andere Begegnungen werden als bisher, weil nahezu in jeder Partie zwei offensiv ausgerichtete Teams aufeinandertreffen. Ich traue der Mannschaft absolut zu, dass sie auch in dieser Runde mithalten kann", sagt der ehemalige HSV-Profi und bringt die Situation in der zweiten Mannschaft auf den Punkt. "Wir haben einen Topkader, der noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung ist."

Und davon soll mittel-und langfristig auch die Profimannschaft von Cheftrainer Tim Walter (46) profitieren.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: HSV