Heimsieg

HSV stürmt mit der besten Abwehr der Liga auf Platz drei

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HSV feiert gegen Hansa Rostock einen deutlichen Sieg

Der HSV besiegt Hansa Rostock verdient mit 3:0. Damit gelingt der Sprung auf Relegationsplatz drei.

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Der HSV besiegt Hansa Rostock verdient mit 3:0. Damit gelingt zum Ende der Hinrunde der Sprung auf Relegationsplatz drei.

Hamburg.  Fynn war sich schon vor dem Anpfiff absolut sicher. „Mit einem 3:0 springt der HSV auf Platz drei“, sagte der Zehnjährige, dessen Tipp-Video kurz vor der Partie des HSV gegen Hansa Rostock auf den beiden großen LED-Leinwänden eingespielt wurde, siegesgewiss voraus.

Der Hamburger hatte sich mit seinem selbst aufgezeichneten Handy­video zuvor über die Fußballschule des HSV beworben, um im Vorprogramm des Heimspiels gezeigt zu werden. Einziger Schönheitsfehler des Dreikäsehoch-Orakels: Fynn hatte einen Hattrick von Faride Alidou vorausgesagt.

HSV gegen Hansa Rostock: „Unsere Entwicklung ist gut“

Doch auch ohne Alidou-Tor reichte es für einen sehr ansehnlichen 3:0-Erfolg gegen Hansa – und den von Fynn anvisierten Sprung auf Relegationsplatz drei.

„Am Ende war es ein verdienter Erfolg gegen gut spielende Rostocker“, zog Trainer Tim Walter ein zufriedenes Spiel- und anschließend auch Hinrundenfazit: „Unsere Entwicklung ist gut. Wir bleiben bei uns“, sagte der Coach, der aber noch einmal auf die seit Beginn der Bundesliga geltenden Spielregeln verwies: „Die Tabelle ist nicht nach der Halbrunde fertig, sondern erst nach 34 Spieltagen. Dann wird abgerechnet.“

Gegen Rostock stand am dritten Adventssonntag schon relativ früh fest, dass die Tagesabrechnung positiv ausfallen würde. Bereits mit dem ersten wirklichen Angriff ging Walters HSV sehr sehenswert in Führung: Nachdem Sonny Kittel Alidou so steil schickte, wie es in dieser Zweiten Liga nur Kittel kann, legte der 20 Jahre alte Youngster gekonnt auf Robert Glatzel quer. Und aus zwei Metern machte der Torjäger eben das, was Torjäger so machen (8.).

HSV News: Reis vollendet das 2:0

Doch der HSV, der in dieser langen Hinrunde schon oft 1:0-Führungen wieder verspielt hatte, machte im Spiel gegen Hansa schnell deutlich, dass Ähnliches diesmal nicht zum Matchplan gehörte. So führte auch der zweite ernst zu nehmende Angriff direkt zum zweiten Traumtor (18.).

Und wieder war der Ausgangspunkt Kittel, der mit Jan Gyamerah Doppelpass spielte, ehe der ebenfalls sehr starke Ludovit Reis zum 2:0 vollendete. „Sonny spielt schon seit Monaten herausragend“, lobte Walter. „Er geht mit Bascho (Sebastian Schonlau, die Red.) voran, sie halten den Laden zusammen. Es ist auch gut, dass sie ein Auge auf die Jungen bei uns haben.“

Glatzel in Topform: Zwei Treffer vom Torjäger

Dass am letzten Spieltag der Hinrunde aber ausnahmsweise mal nicht die jungen Wilden, sondern mit seinen 27 Jahren fast schon ein Oldie im Fokus stand, lag natürlich in erster Linie an Glatzel. Nach seinem Treffer zum 1:0 legte der zuletzt glücklose Torjäger auch noch das Tor zum 3:0 (80.) nach einem hübschen Zuspiel von Geburtstagskind David Kinsombi nach.

„Wir sind sehr froh, dass sich Bobby für seine Arbeit belohnt hat“, freute sich Trainer Walter, dessen Freude von Glatzel nach seinen Saisontoren sieben und acht geteilt wurde: „Natürlich bin ich froh, dass ich nach etwas längerer Zeit wieder getroffen habe und dem Team damit helfen konnte.“

HSV: Die beste Defensive der Liga

Doch wer nach dem zweithöchsten Saisonsieg nun dachte, dass zum Ende der Hinrunde lediglich über die Abteilung Attacke philosophiert werden würde, der irrte. Denn obwohl der HSV in drei der vergangenen vier Spielen drei oder mehr Tore erzielte, ist es vor allem die beste Defensive der Liga, die begeisterte. Gerade einmal 17 Gegentore in 17 Spielen hat der HSV zugelassen – was gleich aus zweierlei Hinsicht beeindruckte.

Zum einen, weil seit Wochen wichtige Säulen dieser Defensive fehlen: Torhüter Daniel Heuer Fernandes hat mit Knieproblemen sechs Spiele verpasst, Innenverteidiger Jonas David ist seit einem Monat durch einen Muskelfaserriss lahmgelegt. Und die Außenverteidiger: Tim Leibold wird aufgrund eines Kreuzbandrisses den Rest der Saison ausfallen, und Josha Vagnoman konnte wegen eines Muskelbündelrisses bislang nur 14 Saisonminuten spielen.

Außerdem besagt das ungeprüfte Vorurteil, dass Tim Walter lediglich für spektakulären Offensivfußball bekannt ist. Doch Walter selbst legt Wert darauf, dass das eine das andere nicht ausschließt: „Für uns ist diese Erkenntnis ein weiterer Schritt in unserer Entwicklung.“

Einen letzten Schritt wollen und müssen Walter und seine Mannschaft in diesem Kalenderjahr noch gehen: Am kommenden Sonnabend wird Schalke 04 zum Topspiel erwartet. „Auch da wollen wir siegreich sein“, sagte Walter, der eigentlich nur eines tun muss: den Ausgang des Spiels Fynn tippen lassen.

HSV: Johansson – Heyer, Vuskovic, Schonlau, Gyamerah – Meffert – Reis (56. Kinsombi), Kittel (83. Suhonen) – Jatta (83. Meißner), Glatzel (83. Kaufmann), Alidou (75. Wintzheimer).

Rostock: Kolke – Riedel (81. Munsy), Malone, Meißner, Rizzuto – Fröde (81. Ingelsson), Rhein (70. Bahn) – Duljevic, Behrens (46. Meier), Schumacher (46. Mamba) – Verhoek.

Tore: 1:0 Glatzel (8.), 2:0 Reis (18.), 3:0 Glatzel (80.). SR: Bacher (Amerang). Z.: 15.000 (ausverkauft).

Gelb: Jatta, Reis, Meffert (4), Meißner - Verhoek (5), Fröde (5), Malone, Bahn (4). Statistik: Torschüsse: 17:13; Ecken: 10:3; Ballbesitz: 60:40 Prozent; Zweikämpfe: 109:107.

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