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Rassismus-Eklat gegen Narey: DFB brummt HSV eine Strafe auf

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Khaled Narey (l., neben HSV-Profi Jonas Meffert) war im Volksparkstadion mehrfach rassistisch verschmäht worden.

Khaled Narey (l., neben HSV-Profi Jonas Meffert) war im Volksparkstadion mehrfach rassistisch verschmäht worden.

Foto: dpa

Mehrere Zuschauer waren durch Verschmähungen gegen den HSV-Ex-Profi aufgefallen. Nun hat der DFB ein Urteil gefällt.

Hamburg. Dreieinhalb Wochen nach dem Rassismus-Eklat beim Heimspiel des HSV gegen Fortuna Düsseldorf (1:1) hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) das Strafmaß bekannt gegeben. Der Hamburger Zweitligist muss wegen des Fehlverhaltens einzelner Zuschauer 30.000 Euro zahlen. Das gab das DFB-Sportgericht an diesem Dienstag bekannt. Laut dem Urteil kann der HSV davon bis zu 10.000 Euro für sicherheitstechnische Maßnahmen verwenden, was dem DFB bis zum 31. Mai nächsten Jahres nachzuweisen wäre.

Während der Partie gegen Düsseldorf am 16. Oktober war der frühere HSV-Profi Khaled Narey laut DFB „von einer kleinen Gruppe von Zuschauern aus dem Hamburger Block insbesondere bei der Ausführung von Eckbällen mit Affenlauten beleidigt und auch rassistisch beschimpft“ worden. Solche „menschenverachtenden Verhaltensweisen“ würden in keiner Weise geduldet.

„Auch der HSV hat die Vorfälle entschieden verurteilt, sich entschuldigt und umfangreiche Maßnahmen zur Täterermittlung in die Wege geleitet, was strafmildernd berücksichtigt wurde“, hieß es in der Verbandsmitteilung.

Reicht der HSV die Strafe an Fan weiter?

Die nun verkündete Strafe ist in etwa so hoch, wie es Experten erwartet hatten. Der renommierte Jurist Horst Kletke war im Abendblatt von einer bis zu fünfstelligen Summe ausgegangen, die der Club möglicherweise weiterreichen wird. „Im Falle einer Verurteilung durch den DFB kann der Verein gegen den Täter in Regress gehen“, sagte Kletke damals.

Von diesem Recht wird der HSV aller Voraussicht nach auch Gebrauch machen. Schon zwei Tage nach dem Vorfall war der Club zuversichtlich, den Schuldigen bereits ermittelt zu haben. Der vom HSV für solche Vorfälle installierte „Ankerplatz“ hatte früh Kontakt mit dem wichtigsten Zeugen aufgenommen. Dieser hatte den Vorfall zuvor bei Twitter unter seinem Synonym „Frank Conners“ öffentlich gemacht und konnte nach Abendblatt-Informationen zumindest einen der Täter klar benennen.

Weitere HSV-Berichte:

Der HSV prüft seit dem Vorfall ein lebenslanges Stadionverbot für den auch dank des personalisierten Tickets identifizierten Zuschauer. Zudem wird untersucht, ob der Beschuldigte ein Mitglied im e.V. ist. Dies würde ein Vereinsausschlussverfahren zur Folge haben.

( wal )

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