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Dieser Ex-HSV-Profi wird Nationaltrainer von Hongkong

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Der frühere HSV-Profi Jörn Andersen wird Nationaltrainer von Hongkong.

Der frühere HSV-Profi Jörn Andersen wird Nationaltrainer von Hongkong.

Foto: Imago / Eibner Europa

Der 58-Jährige soll die chinesische Sonderverwaltungszone zur Asienmeisterschaft führen – eine schwierige Mission.

Hamburg. Gelingt das Fußball-Wunder mit einem früheren HSV-Profi? Jörn Andersen soll Hongkong als neuer Nationaltrainer zur Asienmeisterschaft 2023 führen. Nach Abendblatt-Informationen ist sich der 58-Jährige mit dem Verband über einen Vertrag bis 2023 einig. Der Deal soll offiziell verkündet werden, sobald Andersen ein Visum für die chinesische Sonderverwaltungszone erhalten hat.

Damit ist Andersens Trainerkarriere um ein weiteres exotisches Kapitel reicher. Der ehemalige HSV-Stürmer, der von 1994 bis 1995 drei Tore in 21 Spielen für die Hamburger erzielte, war zuletzt als Nationaltrainer von Nordkorea (Mai 2016 bis März 2018) sowie in der Ersten südkoreanischen Liga bei Incheon United (Juni 2018 bis April 2019) tätig. Seitdem ist er auf Jobsuche.

Ex-HSV-Profi Jörn Andersen zieht nach Hongkong

Wie das Abendblatt erfuhr, will der momentan in Regensburg lebende Andersen nach Hongkong ziehen. Seine Familie wird vorerst in Deutschland bleiben. Gemäß der aktuellen Einreisebedingungen der chinesischen Sonderverwaltungszone muss sich der Coach bei seiner Ankunft zunächst zwei Wochen in Quarantäne begeben. Danach will er sich vor Ort voll und ganz auf die neue Aufgabe einlassen und auch die Liga intensiv verfolgen. Flüge zurück nach Deutschland oder in sein Heimatland Norwegen sollen die Ausnahme bleiben.

Dass es in Hongkong politisch unruhig geworden ist, weil die Volksrepublik China am 30. Juni 2020 das sogenannte Sicherheitsgesetz eingeführt und dadurch die Autonomie der Sonderverwaltungszone untergraben hat, hat Andersen in seiner Entscheidung nicht beeinflusst. Wie schon bei seiner Tätigkeit als Nationaltrainer im diktatorisch regierten Nordkorea, wofür er viel Kritik erntete, will der Norweger die politische Situation ausblenden und sich nur auf den Fußball konzentrieren. Wie das aus seiner Sicht gelingen soll, verriet Andersen zuletzt im Abendblatt-Podcast „HSV – wir müssen reden“.

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Jörn Andersens schwierige Mission mit Hongkong

Nun aber ist sein großes Ziel die Teilnahme an der Asienmeisterschaft 2023 in China (16. Juni bis 16. Juli 2023), an der 24 Mannschaften teilnehmen werden. In der komplexen und mehrschichtigen Qualifikation nahm Hongkong automatisch an der Gruppenphase der zweiten Runde teil. In einer fünfköpfigen Gruppe mit Iran (18 Punkte), Irak (17), Bahrain (15) und Kambodscha (4) belegte Hongkong den vierten Platz und qualifizierte sich dadurch für die dritte und zugleich letzte Runde.

In dieser werden die restlichen elf Teilnehmer in sechs noch nicht ausgelosten Vierergruppen des Endturniers ermittelt. 13 Nationen sind bereits für die alle vier Jahre stattfindende Asienmeisterschaft qualifiziert, an der Hongkong zuletzt 1968 teilnahm. 53 Jahre später soll Andersen nun die kleine Fußballmetropole (7,5 Millionen Einwohner) wieder zum Erfolg führen.

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