Transfer

Folgt der HSV Heckings Tipp und holt diesen Gladbacher?

Fabian Johnson (r.) ist bei Gladbach nur Reservist. Wechselt der Rechtsverteidiger, der auch offensiv spielen kann, zum HSV?

Fabian Johnson (r.) ist bei Gladbach nur Reservist. Wechselt der Rechtsverteidiger, der auch offensiv spielen kann, zum HSV?

Foto: Imago/Huebner

Verträge, Derby, Kühne, Rathaus? So wird das neue HSV-Jahr. Es stehen viele wichtige Entscheidungen an.

Hamburg.  Es gab Tage in der Geschichte des HSV, da sorgten Interviews mit Klaus-Michael Kühne intern für große Aufregung. Am Donnerstag war das anders. Dass der Anteilseigner im Abendblatt den „Schlendrian“ im Team beklagte, die Vereinsführung für fehlende Ideen bei der Suche nach neuen Geldquellen kritisierte („geht mir alles viel zu langsam“) oder Mitgliederaktien als Beteiligungsmodell für den HSV vorschlug, löste beim Club keine Erregung aus. Vorstandschef Bernd Hoffmann hatte Kühnes Aussagen zwar zur Kenntnis genommen, sah sich aber nicht veranlasst, sich dazu äußern zu müssen.

Das wichtigste Thema sei beim HSV wenige Tage vor dem Start der Wintervorbereitung am Montag um 10 Uhr aktuell ein anderes: die Transferperiode. Am 31. Januar schließt das Wintertransferfenster. Es ist der Tag nach dem ersten Spiel des Jahres gegen den 1. FC Nürnberg. Bis dahin will der HSV noch mindestens einen Außenverteidiger und nach Möglichkeit auch noch einen Offensivspieler verpflichten. Im Optimalfall wäre der Neuzugang bereits im Trainingslager vom 12. bis 19. Januar im portugiesischen Lagos dabei.

Ein Kandidat für die defensive Außenbahn ist Fabian Johnson von Borussia Mönchengladbach. Der 32-Jährige hat unter Trainer Marco Rose in der Rückrunde nur noch geringe Einsatzchancen und denkt über einen Wechsel im Winter nach. Sein Vertrag bei der Borussia läuft Ende Juni aus. Johnson stand bei Trainer Hecking schon im Sommer auf dem Zettel. In Mönchengladbach machte der US-Amerikaner zwischen 2017 und 2019 unter Hecking 29 Spiele, mehrere davon als Rechtsverteidiger.

HSV-Aufstiegsfeier auf dem Rathausbalkon?

Für den HSV wird der Jahresauftakt gegen Nürnberg am 30. Januar (20.30 Uhr) das erste von noch neun Heimspielen, siebenmal geht es auswärts ran. Das für viele Fans wichtigste Spiel ist am 22. Februar terminiert. Dann steht im Volkspark das Stadtderby gegen den FC St. Pauli an. Bürgermeister Peter Tschen­tscher wird das Spiel wohl verpassen, schließlich findet am Tag darauf die Bürgerschaftswahl statt. Und wenn der SPD-Politiker gut beraten ist, lässt er sich im Wahlkampf auch nicht wie vor einem Jahr zu der Aussage hinreißen, wonach er den Rathausbalkon für eine mögliche Aufstiegsfeier des HSV reserviere.

Sollte der HSV den Aufstieg schaffen, könnte der Club aber tatsächlich am 18. Mai auf dem Rathausmarkt zusammenkommen. Es ist der Tag nach dem letzten Saisonspiel gegen den SV Sandhausen. Landen die Hamburger am Ende auf Platz drei, müssten sie mal wieder in die Relegation. Diese wird am 21. und 25. Mai gegen den Drittletzten der Bundesliga ausgespielt. Der Albtraum vieler HSV-Fans: ein Relegationsduell gegen den großen Rivalen Werder Bremen.

Kellnert Kühne für die HSV-Profis?

Gelingt dem HSV die Rückkehr in die Bundesliga, verlängert sich in jedem Fall der Vertrag mit Trainer Dieter Hecking. Der 55-Jährige signalisierte zwar via „Bild“ bereits, dass er auch im Falle des Nichtaufstiegs beim HSV bleiben würde, doch wirklich realistisch erscheint eine weitere Zusammenarbeit nur im Falle der Rückkehr in die Bundesliga. Dann müsste auch Investor Kühne handeln. Im Rahmen einer Wette mit dem Abendblatt hatte er vor der Saison angekündigt, in seinem Hotel The Fontenay für die Mannschaft zu kellnern, sollte „das Wunder“ Aufstieg gelingen.

Reden will der HSV bis dahin zwar nicht über Kühne, dafür aber mit ihm. In den kommenden Wochen geht es darum, mit Kühne über einen neuen Vertrag bezüglich der Namensrechte am Volksparkstadion zu verhandeln. Erst im vergangenen April hatte der HSV mit Kühne eine neue Vereinbarung geschlossen. Im Abendblatt bekundete Kühne nun Interesse, auch in der kommenden Saison eine Millionensumme zu zahlen, damit die Arena weiter Volksparkstadion heißt.

PS: Die kommende Bundesligasaison startet am 21. August. In der Zweiten Liga geht es bereits am 31. Juli los.