HSV-Profi

Sonny Kittel und das polnische Nationalmannschaftsmärchen

Sonny Kittel vergab in Wiesbaden eine große Torchance.

Sonny Kittel vergab in Wiesbaden eine große Torchance.

Foto: Witters

Eine polnische Sportzeitung hatte berichtet, dass Kittel möglicherweise schon bald für die Weiß-Roten spielen könnte.

Wiesbaden. Es dauerte ein wenig, ehe Sonny Kittel trotz des ärgerlichen 1:1 gegen Wehen Wiesbaden doch wieder lachen konnte. Der Grund für Kittels Erheiterung: Das Märchen von seinem möglichen Debüt in der polnischen Nationalmannschaft. „Da wollte wohl ein polnischer Journalist unbedingt einen Artikel schreiben“, witzelte Kittel.

Doch alles schön der Reihe nach: Die polnische Sportzeitung „Przeglad Sportowy“ hatte in der vergangenen Woche berichtet, dass Kittel, der polnische Wurzeln hat, möglicherweise schon bald für die Weiß-Roten, die Bialo-Czerwoni, spielen könnte. „Ich möchte für Polen spielen, weil ich mich immer polnisch gefühlt habe“, wurde Kittel, der in Gießen geboren wurde, zitiert. In Wiesbaden klang das am Sonntag dann allerdings doch ein wenig anders.

Kittel hatte noch nie Kontakt zum polnischen Verband

„Der Stand ist seit zweieinhalb Jahren unverändert. Da hat auch schon ein polnischer Journalist ein wenig Druck gemacht. Ich selbst hatte aber noch nie Kontakt zum polnischen Verband. Angeblich wurde ich mal beobachtet, als ich noch in Ingolstadt gespielt habe. Ob das aber stimmt, weiß ich nicht.“

Damit scheint die Geschichte beendet, bevor sie so richtig begonnen hat. Oder doch nicht? Denn richtig ist, dass Kittel tatsächlich einen polnischen Pass vor zweieinhalb Jahren beantragt hatte, den er nun in der Länderspielpause im Konsulat in München abholen darf. Und die Nationalmannschaft? „Wenn ich gefragt werde, dann sage ich nicht nein“, so Kittel. „Das ist aber weit weg für mich. Ganz weit weg.“