DFB-Pokal

1:2 – hat sich HSV-Trainer Dieter Hecking verzockt?

Pokalfight: Der HSV muss sich zwei Tage nach dem 6:2 über den VfB Stuttgart nun im DFB-Pokal deutlich stärker engagieren. Hier Tim Leibold und Philipp Förster im Duell.

Pokalfight: Der HSV muss sich zwei Tage nach dem 6:2 über den VfB Stuttgart nun im DFB-Pokal deutlich stärker engagieren. Hier Tim Leibold und Philipp Förster im Duell.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Ungewöhnliche Aufstellung gegen den VfB Stuttgart drei Tage nach dem 6:2-Sieg. Lag es an einem kurzfristigen Ausfall?

Hamburg. Das nennt man wohl abgezockt: Der VfB Stuttgart hat den HSV drei Tage nach dem 2:6 im Volksparkstadion eiskalt mit 2:1 nach Verlängerung im DFB-Pokal besiegt. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking wirkte ideenlos. Es war zwar eine zum Teil giftige Pokal-Partie in der zweiten Hauptrunde.

Kapitän und Torschütze Aaron Hunt sagte: „Es war ein Spiel, in dem beide Mannschaften gewinnen können. Am Ende war der VfB ein bisschen glücklicher. Für uns war es bitter.“ Chancen seien auf beiden Seiten dagewesen in dieser bis zum Ende offenen Partie. Dieter Hecking sprach enttäuscht davon, dass "der VfB nicht unverdient in die dritte Runde eingezogen ist". Hecking weiter: "Wir hatten heute Schwierigkeiten mit dem hohen Anlaufen."

Dieter Hecking zeigte sich experimentierfreudig

Doch für den HSV war mehr drin. Hecking hatte seine Mannschaft auf mehreren Positionen umgebaut. Hat er sich in seiner Experimentierfreude verzockt? Tatsächlich musste er kurzfristig auf den für die Startelf eingeplanten Martin Harnik verzichten. Er verletzte sich offenbar beim Aufwärmen.

Die Ambitionen des HSV für den Aufstieg in die Bundesliga haben dadurch keinen direkten Dämpfer bekommen. Aber die eingeplanten 700.000 Euro vom DFB für das Weiterkommen werden fehlen.

Der eingewechselte Hammadi Al Ghaddioui sorgte in der 114. Minute mit einem Drehschuss für den Siegtreffer der Stuttgarter. Zuvor hatte Nicolas Gonzales den VfB schon in der 2. Spielminute per Elfmeter in Führung gebracht. Ebenfalls vom Elfmeterpunkt glich HSV-Kapitän Aaron Hunt (16. Minute) vor 45.503 Zuschauern im diesmal nicht ausverkauften Volksparkstadion aus. Im Pokalwettbewerb stehen die Hamburger gegen die Schwaben auf verlorenem Posten: Fünf Duelle gab es, alle gewann der VfB.

HSV: Turbulenter Beginn

Knapp 76 Stunden nach dem Tor-Spektakel begann es diesmal ähnlich turbulent. Doch nach der heißen Startphase wurde es ruhiger. Trainer Tim Walter hatte die VfB-Mannschaft diesmal etwas defensiver formiert. Die langen Steilpässe in den Strafraum behagten der HSV-Verteidigung überhaupt nicht. Das Zuspiel von Holger Badstuber kurz nach Anpfiff auf Philipp Förster wusste Gideon Jung sich nicht anders als mit einem Foul zu unterbinden - und Gonzales vollendete per Strafstoß.

Nur wenig später kam auf der Gegenseite David Kinsombi nach einer Abwehraktion von Santiago Ascacibar zu Fall. Kinsombi hatte Glück, dass es im Pokal keinen Videobeweis gibt: Der Elfmeterpfiff war strittig. Hunt ließ sich die Chance zum Ausgleich nicht entgehen. Danach spielte sich die Partie hauptsächlich zwischen den Strafräumen ab und war kaum spektakulär.

HSV gegen VfB Stuttgart: die Statistik

Auch Stuttgart baute die Mannschaft um

Walter baute den VfB im Vergleich zum ersten Partie auf vier Positionen um. Der in der Meisterschaft gesperrte Innenverteidiger Holger Badstuber durfte im Pokal mitwirken und gab der Abwehr größere Stabilität. Auf der Gegenseite brachte Trainer Dieter Hecking ebenfalls vier Neue, ließ unter anderen den mit sieben Treffern torgefährlichsten Schützen Sonny Kittel zunächst draußen.

Diesmal lief es in der Offensive nicht so flüssig wie drei Tage zuvor. Der VfB hatten Vorteile, ohne jedoch zwingende Chancen herauszuspielen.

Hecking versuchte es später mit frischen Kräften: Jeremy Dudziak und Khaled Narey für Hunt und den blassen Jairo Samperio. Die umkämpfte Partie wurde nicht niveauvoller, blieb aber spannend. Zwei Tormöglichkeiten für Stuttgart in der zweiten Halbzeit, eine für den HSV gab es. So musste die Verlängerung die Entscheidung bringen: Einwechselspieler Al Ghaddioui traf aus knapp acht Metern und ließ den VfB jubeln.

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