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HSV fliegt nach schwacher Leistung aus dem DFB-Pokal

Pokalfight: Der HSV muss sich zwei Tage nach dem 6:2 über den VfB Stuttgart nun im DFB-Pokal deutlich stärker engagieren, auch Tim Leibold.

Pokalfight: Der HSV muss sich zwei Tage nach dem 6:2 über den VfB Stuttgart nun im DFB-Pokal deutlich stärker engagieren, auch Tim Leibold.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Drei Tage nach dem 6:2-Sieg in der 2. Liga mussten die Hamburger eine 1:2-Pleite gegen den VfB Stuttgart hinnehmen.

Hamburg. Der HSV konnte an diesem Dienstag Historisches schaffen: Noch nie konnten sich die Hamburger im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart durchsetzen. Das zeigt die Statistik.

Doch daraus wurde nichts. Der VfB gewann im Volksparkstadion mit 2:1 nach Verlängerung gegen einen letztlich ideenlosen HSV. Dem HSV ging dadurch eine nach dem 6:2 in der 2. Liga am Sonnabend sicher geglaubte Prämie von 700.000 Euro für den Einzug ins Achtelfinale verloren.

HSV gegen VfB Stuttgart: die Statistik

Gleich in der ersten Minute schockten die Stuttgarter den HSV: Gonzalez traf per Foulelfmeter zum 0:1 gegen Heuer Fernandes. Nach einem langen Ball von Badstuber hatte Jung den mit dem Ball einlaufenden Förster im Strafraum attackiert – eine harte Entscheidung.

Doch in der 16. Minute gab es in diesem packenden Pokalfight erneut einen Elfmeter, weil Kinsombi im Strafraum von Ascacibar gefoult wurde. Rückkehrer Hunt traf lässig zum 1:1. Für Hunt war es das erste Pokal-Tor seit zehn Jahren. Er traf zuletzt für Werder Bremen im Jahr 2009 im 2:1-Sieg gegen den FC St. Pauli.

Auf beiden Seiten gab es danach Gelegenheiten, etwa durch Jatta und Castro. Die Stuttgarter hatten sich den HSV deutlich besser ausgeguckt als beim 2:6 am Sonnabend. Oder pokerte HSV-Coach Hecking das von vornherein mit ein? Denn Heckings Startelf war doch eine Überraschung.

Pokalspiel verflachte in der 2. Halbzeit

In der zweiten Halbzeit verflachte das Spiel technisch etwas, doch kämpferisch war es ansehnlich. Einige Gelbe Karten und reichlich K.o.-Spirit waren in der Partie. Da wurde gegrätscht, gezogen, gezerrt und aggressiv angelaufen. Der HSV bemühte sich um Tempo in den Offensivaktionen, denn da schienen die Gäste verwundbar. Doch durch harte Einsätze war die Partie immer wieder unterbrochen. Die Stuttgarter hemmten geschickt den "Flow".

Ascacibar hatte in der 66. Minute mit einem strammen Fernschuss noch eine gute Gelegenheit. Die HSV-Abwehr bekam nicht richtig Zugriff auf ihn. Doch insgesamt wurde es beim Stande von 1:1 mit zunehmender Spieldauer giftiger zwischen den Teams und den Trainern. Große Chancen ergaben sich nicht mehr, aber die Atmosphäre wurde etwas nervöser. Beide Teams fürchteten einen "lucky punch" des Gegners. Nach vier Minuten Extrazeit war es klar: Dieser Zweitrunden-Kracher des DFB-Pokals geht in die Verlängerung.

Und dort hatte in der ersten Hälfte der VfB die besseren Gelegenheiten. Der HSV wirkte etwas unkonzentriert. Immerhin brachte Hecking in Kittel einen "Sonny-Boy", um die Lage im Sturm aufzuheitern. Doch die Stuttgarter nutzten eine Unachtsamkeit und plötzlich stand es 1:2 (113.) durch den eigewechselten Hamadi Al Ghaddioui.

Startelf des HSV: Harnik kurzfristig raus

HSV-Trainer Dieter Hecking hatte am Sonntag Veränderungen in der Startaufstellung angekündigt. Kapitän Aaron Hunt wurde von Hecking gleich in die Startelf beordert. Von Anfang an mit dabei auch David Kinsombi und Jairo Samperio. Jeremy Dudziak, Martin Harnik und Bobby Wood saßen zunächst auf der Ersatzbank.

Hecking probiert seine Varianten offenbar auch in einem so wichtigen K.o.-Spiel aus. Doppeltorschütze Sonny Kittel war zunächst ebenfalls nur Ersatz. Ursprünglich sollte Harnik in die Startelf, verletzte sich aber offenbar beim Aufwärmen.

Bei den Stuttgartern stand neben dem Ex-HSVer Orel Mangala auch wieder Holger Badstuber in der Startelf. Er hatte für Aufsehen gesorgt, weil er zuletzt Schiedsrichter global als "Muschis" beschimpft hatte – laut hörbar über TV-Mikrofone.

HSV bei Twitter

Die Stuttgarter waren nach dem 2:6 nach Hause geflogen und am Montag zurück nach Hamburg. Der Mannschaftsbus bliebt offenbar in Hamburg. Eine Leerfahrt hin und zurück wäre ökologisch Wahnsinn gewesen. Auch viele Stuttgarter Fans und Medienberichterstatter blieben an der Elbe.

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