HSV-Einzelkritik

Dudziak: 50 Minuten kein Fisch, kein Fleisch – aber dann ...

HSV hatte mehr Probleme mit tief stehender Sonne als tief stehenden Fürthern. Es gibt ein neues Traum-Paar. Die Einzelkritik.

Hamburg. So kann der Weg des HSV durch die Zweite Liga weitergehen: Mit einem erneut gegentorlosen Heimspielsieg gegen Greuther Fürth hat sich die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking an die Tabellenspitze gesetzt und damit für den Aufstieg in die Bundesliga als Top-Favorit festgesetzt. Das 2:0 im Volksparkstadion offenbarte wenige Schwächen. Die Einzelkritik des Hamburger Abendblattes.

Fernandes: Hatte in der ersten Halbzeit mehr mit der tiefstehenden Sonne als mit dem tiefstehenden Gegner zu tun. In der zweiten Halbzeit dann mit einer Wahnsinnsparade, die man nicht vielen Torhütern in der Zweiten Liga zutraut.

Vagnoman: Dass Hamburgs rechte Seite noch nicht so recht auf dem rechten Weg ist, liegt weniger am Youngster als eher am Routinier Harnik. Neu-U-21-Nationalspieler Vagnoman wurde aber von Minute zu Minute besser.

Letschert: Vor dem Spiel wurde gerätselt, ob für Jung eher David oder Papadopoulos beginnen dürfen. Am Ende durfte Letschert ran – hatte aber zunächst genauso wenig zu tun wie David, Papadopoulos und Jung. In der zweiten Halbzeit dann aber richtig gut.

Van Drongelen: War da, wenn er gebraucht wurde.

Leibold: Seine Vorarbeit zum Führungstor war kein Zufall, sondern System. Bildet mit Jatta auf der linken Seite ein brandgefährliches Pärchen.

Fein: Nach dem Mini-Aussetzer in Regensburg wieder in gewohnter Viel-zu-gut-für-die-Zweite-Liga-Form. Bestes Beispiel: Die feine Vorarbeit vor dem 2:0.

Harnik: Hätte alleine für eine komfortable Pausenführung sorgen können. Konnte in der zweiten Halbzeit immerhin mit Einsatz überzeugen.

Dudziak (bis 86.): Lange Zeit kein Fisch, kein Fleisch. Dann servierte der Feinschmecker doch noch ein echtes T-Bone-Steak.

Kinsombi (ab 86.): Durfte auf dem Platz mitjubeln.

Hunt (bis 72.): Nur dabei statt mittendrin. Duellierte sich mit Hinterseer um den inoffiziellen Titel des schwächsten Hamburgers.

Kittel (ab 72.): Ballannahme und Ballverarbeitung vor dem spielentscheidenden 2:0 alleine waren das Eintrittsgeld wert.

Jatta (bis 80.): Die schöpferische Pause zuletzt hat ihm gut getan. Vor den Augen von U-21-Nationaltrainer Stefan Kuntz in Topform, solange er Kraft hatte.

Jairo (ab 80.): Zeigte direkt, dass er mit der Kugel durchaus etwas anzufangen weiß.

Hinterseer: Irgendwie im Formtief. Durfte sich eine Viertelstunde vor Schluss immerhin über seine erste Torchance freuen.