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HSV-Risikospiele: Sportsenator will DFL zur Kasse bitten

Der HSV-Sportdirektor wird von seinem Ex-Fürsprecher herausgefordert. Was Mutzel dem Abendblatt sonst noch so erzählt.

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Jung fällt gegen Fürth aus. Hecking erneut von Bremser vertreten. Schalke egalisiert HSV-Rekord. Pollersbeck als tragischer Held.

Die HSV-News am Montag, den 30. September 2019:

  • Jung erleidet Oberschenkelzerrung und fällt aus
  • Mutzel: HSV "Noch ein bisschen zu naiv"
  • Schalke egalisiert HSV-Rekord
  • Hecking wird von Bremser vertreten
  • Fürth trainiert im Gegensatz zum HSV täglich
  • HSV-Torhüter Heuer Fernandes muss sich steigern
  • DFL-Beteiligung an HSV-Risikospielen?
  • Vier neue eSportler für den HSV
  • Pollersbeck: Der dritte Elfmeter war einer zu viel
  • Marcell Jansen hätte der Held werden können
  • HSV III muss Torhüter-Hoffnung begraben
  • Ex-HSV-Trainer Titz erleidet Rückschlag

Jung erleidet Oberschenkelzerrung und fällt aus

Der HSV muss im Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth am Sonnabend (13 Uhr/Sky und Onefootball) auf Gideon Jung verzichten. Der Innenverteidiger hat sich eine Zerrung des hinteren Oberschenkels zugezogen und muss eine Pause einlegen, teilte der Club am Montagabend mit.

Nach der Länderspielphase soll Jung aber im Spiel bei Arminia Bielefeld am 21. Oktober wieder zur Verfügung stehen. Jung hatte bereits den Saisonauftakt gegen Darmstadt wegen einer Zerrung verpasst, stand seitdem aber immer in der Startformation von Trainer Dieter Hecking.

HSV-Sportdirektor Mutzel spricht im Podcast

Montag ist beim Abendblatt Podcast-Tag. Diesmal bei "HSV – wir müssen reden" zu Gast: Michael Mutzel. Hier spricht der Sportdirektor unter anderem über Transfers à la Amaechi, seine Erfahrungen mit Felix Magath und ein ganzpersönliches WM-Erlebnis.

Auch zum gefühlten Rückschlag durch das 2:2 bei Jahn Regensburg nahm Mutzel Stellung. "Wir sind einfach eine spielerische Mannschaft mit hoher individueller Qualität", sagte der 40-Jährige.

Bei kämpferischen Gegnern wie nun Regensburg oder zuvor St. Pauli müsse das Team noch einen Weg finden, sich besser zu wehren.

"Dann müssen wir vielleicht auch mal dazwischenhauen oder zur richtigen Zeit das Spiel beruhigen und foulen", sagte Mutzel. "Da waren wir eher noch ein bisschen naiv in den beiden Spielen."

HSV muss sich Schützenrekord teilen

Die Bundesliga-Abstinenz kostet den HSV ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Bislang standen die Rothosen mit 257 verschiedenen Torschützen in ihren 54 Erstliga-Jahren an der Spitze in dieser Kategorie.

Am Wochenende zog nun der FC Schalke 04 gleich – in Person von Rabbi Matondo. Der 19 Jahre alte Waliser brachte die Königsblauen mit seinem ersten Bundesligatreffer zum 3:0 bei RB Leipzig am Sonnabend endgültig auf die Siegerstraße (Endstand: 3:1).

Bremser vertritt Hecking erneut

Zum Wochenstart haben die Profis heute trainingsfrei erhalten. Erstmals geübt in der Vorbereitung auf das Spiel am kommenden Sonnabend gegen Greuther Fürth im Volksparkstadion (13 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de) wird dann am Dienstag.

Die beiden auf 10 und 15.30 Uhr angesetzten Einheiten werden wie zu Beginn der Vorwoche von Dirk Bremser geleitet. Der Co-Trainer vertritt seinen Chef Dieter Hecking, der wegen der Beerdigung seines Vaters Wilfried fehlen wird.

Am Mittwoch steht dann eine Einheit an (15.30 Uhr), ehe am Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert wird. Das Abschlusstraining für Fürth ist auf Freitag, 13 Uhr angesetzt.

HSV-Gegner Fürth trainiert engmaschig

Auch der Gegner aus Franken hat seinen Fahrplan für das Spiel beim HSV kundgetan. Demnach trainieren die "Kleeblätter" in dieser Woche lückenlos, auch heute bat Trainer Stefan Leitl nach der ernüchternden 0:3-Heimniederlage gegen Holstein Kiel zum Üben.

Am Freitag trainiert der Tabellenneunte noch einmal am heimischen Ronhof, ehe im Anschluss die Spieltags-Pressekonferenz und der Abflug nach Hamburg anstehen.

HSV möchte keine Torhüterdiskussion

Der HSV und seine Torhüter – die Beziehung scheint auch in dieser Saison erneut auf dem Prüfstand zu stehen. Zumindest für einige Beobachter. Dieter Hecking dagegen möchte auch nach Daniel Heuer Fernandes' wiederholt wackeligem Auftritt gegen Regensburg (2:2) keine Torwartdiskussion aufkommen lassen.

"Das Gegentor allein dem Torhüter anzulasten, ist mir zu einfach und zu billig", sagte der HSV-Trainer am Tag nach dem Patzer seiner Nummer eins. Heuer Fernandes hatte in der 29. Minute die Jahn-Führung durch Sebastian Stolze mit einer unorthodoxen Faustabwehr vor die Füße des Angreifers begünstigt.

Zwar konnte Heuer Fernandes seinen Kasten in der Hälfte der inzwischen acht Saisonspiele sauber halten und liegt mit entsprechend vier Zu-Null-Spielen an der Ligaspitze. Speziell an der Strafraumbeherrschung bei hohen Flanken muss der 26-Jährige aber weiter arbeiten. Der Kicker etwa weist Heuer Fernandes mit einer Durchschnittsnote von 3,38 (gegen Regensburg eine 5,0 – wie auch von Bild und Mopo) nur auf Rang 15 der Torhüter aus.

HSV in Regensburg – die besten Bilder:

DFL-Beteiligung an HSV-Risikospielen?

Hamburg steht nach Aussage von Innensenator Andy Grote einer Beteiligung der DFL an den Kosten für zusätzliche Polizeieinsätze bei Risikospielen aufgeschlossen gegenüber. "Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts sieht die Welt etwas anders aus“, sagte der SPD-Politiker am Montag und bestätigte damit eine Stellungnahme seiner Behörde im "Kicker".

Es sei schwer zu begründen, "warum wir das nicht machen sollen, wenn man die Begründung des Urteils durchliest“, meinte Grote. Für diese Saison schloss er entsprechende Schritte aus. Man werde mit der Liga und den Vereinen im Gespräch bleiben. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im März entschieden, dass eine Beteiligung der Vereine an zusätzlichen Polizeikosten bei Risikospielen grundsätzlich rechtens ist.

Um die Erstattung gibt es seit längerem Streit. Auslöser der juristischen Auseinandersetzung war ein Gebührenbescheid des Landes Bremen für einen umfangreichen Polizeieinsatz beim Nordderby Werder gegen den HSV im April 2015 (1:0).

Am Dienstag treffen sich der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) und der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) in Mainz, um über das Thema zu beraten. Lewentz hatte zuletzt Sympathie für die Haltung Bremens gezeigt.

Die DFL hatte am 10. September angekündigt, vier Gebührenbescheide des Bundeslandes Bremen fristgerecht zu begleichen. Die Bescheide belaufen sich auf 1,17 Millionen Euro. Vorerst sollte Werder Bremen die Hälfte übernehmen.

Rechtlich gibt sich die DFL aber noch nicht geschlagen. Sie erhob Widerspruch gegen alle Gebührenbescheide und behielt sich vor, diese einzeln gerichtlich überprüfen zu lassen. "Die Anrufung des Bundesverfassungsgerichts ist nach Abschluss des Rechtsweges möglich", hatte es im Schlusssatz der DFL-Mitteilung vom 10. September geheißen.

Vier neue eSportler für den HSV

Die eSport-Abteilung des HSV stellt sich neu auf: Für das Team in der Virtual Bundesliga (VBL) wurden mit Leon "HSV_Leon" Krasniqi (Playstation 4) und Christoph "HSV Chrissi" Strietzel (Xbox) zwei neue Spieler verpflichtet.

Außerdem konnten mit Umut "HSV_Umut" Gültekin und Jeffrey "HSVJeffrey" Aninkorah zwei jeweils 16 Jahre alte Nachwuchsspieler für den HSV gewonnen werden.

Weiter bei den Profis dabei bleiben Quinten "Quinten" van der Most sowie Niklas "Heisen" Heisen, die den HSV in der abgelaufenen VBL-Saison auf Rang sieben führten. Gecoacht werden die sechs Spieler vom Hamburger Jung Nicolas Eleftheriadis

Bei der Zusammenstellung dieses Teams achteten die eSports-Verantwortlichen um Koordinator Roberto Cepeda insbesondere darauf, dass die Protagonisten bereits einen Bezug zu Hamburg haben und sich mit dem HSV identifizieren.

"Das Thema eSports soll beim HSV weiterhin eine starke Nähe zum Kernprodukt Fußball behalten", heißt es laut Mitteilung.

Pollersbeck erst beim dritten Elfer bezwungen

HSV II im Hand-Pech: Eine maximal unglückliche Niederlage kassierte die Mannschaft von Trainer Hannes Drews in der Regionalliga beim 2:3 gegen den VfB Lübeck. Kurz vor dem Abpfiff schien Profi-Leihgabe Julian Pollersbeck erneut zum Helden zu werden. Wie in der Vorwoche (2:0 bei Eintracht Norderstedt) hielt Pollersbeck einen Strafstoß, diesmal in der linken Torwartecke gegen Lübecks Ryan Malone (88.).

Doch der Fußballgott war kein Hamburger. Ein strittiger Freistoß für Lübeck zwei Minuten später führte zu einem noch strittigeren Handelfmeter nach angeblich absichtlichem Handspiel von Gentrit Limani. Wieder hieß das Duell Malone gegen Pollersbeck. Malone verlud den HSV-Keeper und netzte in letzter Spielminute doch noch zum 3:2-Sieg ein.

Drews lobte sein weiterhin abstiegsbedrohtes Team für den tollen Fight, kritisierte den Strafstoß und brachte die Meinung vieler Fans zur Auslegung der Handregel auf den Punkt: "Dieses Hand-Thema ist eines der größten und bescheuertsten Themen, die es im Fußball gibt."

Marcell Jansen als verhinderter Held

Eine Liga tiefer als Pollersbeck wurde ein weiterer prominenter HSVer zum tragischen Helden. Bei der 2:3-Niederlage der dritten Mannschaft in der Oberliga beim Tabellenzweiten TSV Sasel bot sich Marcell Jansen in der Nachspielzeit die große Gelegenheit zum Ausgleich.

Der Vereinspräsident zielte bei seiner Schusschance allerdings zu unplatziert, sodass Sasels Schlussmann Todd Tuffour parieren konnte. Jansens Treffer wäre die Krönung einer Aufholjagd gewesen, die der HSV III durch Max Scholz ebenfalls bereits in der Nachspielzeit gestartet hatte. So bleibt Jansen bei immerhin vier Saisontreffern stehen.

Kleinschmidt nicht zum HSV III

Auch beim HSV III geht unterdessen die Torhütersorge um. Aufgrund großer Verletzungssorgen sprang der langjährige Oberliga-Torwart Sascha Kleinschmidt dieser Tage als Gastspieler im Training ein.

Eine eigentlich angedachte Verpflichtung des 32-Jährigen scheiterte aber letztlich, da Kleinschmidt in der aktuellen Saison bereits für die Alten Herren des SC Condor zwischen den Pfosten stand.

Ex-HSV-Trainer Titz mit Bauchlandung

Harte Bauchlandung für Christian Titz: Der ehemalige HSV-Cheftrainer hat am Wochenende seine erste Liga-Pleite mit Rot-Weiss Essen hinnehmen müssen – und das ausgerechnet im Spitzenspiel.

Gegen Verl setzte es für RWE eine herbe 1:4-Heimklatsche. Dennoch hat Titz' Team (22 Punkte) als Drittplatzierter bei einem bzw. zwei Spielen weniger als das Spitzenduo Verl (Platz 2/25 Punkte/10 Spiele) und Rödinghausen (1./25/11) die Möglichkeit, bald wieder auf Rang eins zu springen.