Stadionhymne

HSV-Hammer: Lotto hört auch als Stadionsprecher auf

Lotto King Karl im Volksparkstadion. Demnächst wieder "auf der anderen Seite des Zauns".

Lotto King Karl im Volksparkstadion. Demnächst wieder "auf der anderen Seite des Zauns".

Foto: Imago/Sven Simon

Führung um AG-Chef Bernd Hoffmann verbannt "Hamburg, meine Perle" aus dem Programm. Der Sänger erklärt sich via Facebook.

Hamburg. Die HSV-Stadionhymne "Hamburg, meine Perle" ist Geschichte. Wie der Fußball-Zweitligist am Donnerstagnachmittag mitteilte, wird das Lied von Lotto King Karl künftig nicht mehr vor den Spielen im Volksparkstadion inszeniert. Auch als Stadionsprecher wird der Sänger nicht mehr arbeiten, wie Lotto King Karl am Donnerstagabend via Facebook bekannt gab.

Die Entscheidung, den seit 14 Jahren live intonierten Song des Hamburger Musikers zu verbannen, sei im Zuge einer "Rundumerneuerung des Spieltagsrahmenprogramms" gefallen, wie der HSV auf seiner Homepage mitteilte.

Auch die Stadionuhr muss dran glauben

Zu diesen Maßnahmen gehöre auch die Demontage der Stadionuhr, mit der am Mittwoch bereits begonnen wurde. Die Uhr hatte bis zum Abstieg im vergangenen Jahr die Dauer der Bundesligazugehörigkeit des Gründungsmitglieds angezeigt.

Während ein Großteil der Fans am Ende mit dieser Trennung konform ging, war ein Abschied von "Hamburg, meine Perle" in den vergangenen Wochen ungleich heißer diskutiert worden.

Urheber Lotto King Karl hatte zuletzt eingelenkt und gesagt, er wolle sich an seiner Hymne nicht "festkrallen". Er wolle nicht auftreten, wenn ihn keiner mehr sehen oder hören wolle, sagte er dem Radiosender Bremen Vier: "Das wäre vor 50.000 Leuten eine Folter."

Hoffmann: "Lied passt nicht mehr zum HSV"

Nun sprach HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann offenbar ein Machtwort. "Wie in jedem Jahr haben wir Themen und Entwicklungen beim HSV hinterfragt und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir auch am Spieltag sichtbare Veränderungen im Volksparkstadion rund um das Spiel umsetzen möchten", wurde Hoffmann am Donnerstag auf hsv.de zitiert.

Das Aus für die liebgewonnene Stadionhymne sei den Verantwortlichen nicht leicht gefallen. Letztlich seien Hoffmann & Co. jedoch zu dem Schluss gekommen, "dass das Lied, das uns viele Jahre begleitet hat, in der aktuellen Situation überhaupt nicht mehr zum HSV und zu unserer Haltung passt".

Bricht Elvis wegen Pape mit dem HSV?

Den Musikern Lotto King Karl und Carsten Pape, die "Hamburg, meine Perle" im Duett inszenierten, sprach die HSV-Führung ihren Dank aus. "Wir wissen um Lotto King Karls außerordentliche Verdienste für den HSV, und ich bedanke mich herzlich für Lottos Auftritte bei unseren Heimspielen", sagte Hoffmann.

Vor dem Hintergrund des nun veröffentlichten Schritts mutet auch der Rückzug des HSV-Rappers Elvis ein wenig einleuchtender an. Der mit Pape befreundete Musiker hatte zu Wochenbeginn seine Abkehr vom HSV kundgetan, sich zu den genauen Gründen aber ausgeschwiegen.

"Wenn wirtschaftliche Interessen und Geldgier weit über Menschlichkeit und Moral stehen, kann ich nicht weiterjubeln wie bisher", hatte Elvis unter anderem bei Facebook geschrieben.

Lotto King Karl bleibt dem HSV treu – als Fan

Am Abend äußerte sich auch Lotto King Karl selbst: Bei Facebook schrieb er, dass "wir, die gesamte Stadionshow, also auch Dirk, Pape und Lars" künftig "nicht mehr dort arbeiten" werden. Es sei eine "große Ehre" gewesen, "für diesen Verein arbeiten zu dürfen".

Der Abschied ist aber nur einer von der Arbeit, nicht vom HSV: "Ich wechsele nun also wieder zurück auf die andere Seite des Zaunes und werde von dort unsere Mannschaft anfeuern!'"

In Zukunft keine feste Hymne mehr

Eine bestimmte Hymne werde es in Zukunft vor den Heimspielen nicht mehr geben, hieß es am Donnerstag seitens des HSV. Die Stadionshow, die bis zuletzt vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) verantwortet wurde, soll demnach generalüberholt werden.

"Wir wollen sichtbar den Blick nach vorn richten, den Fokus am Spieltag noch stärker auf den aktuellen Fußball legen", sagte Hoffmann. Dazu solle auf eine "dynamischere" Darbietung auf den Stadionleinwänden gehören – mit den Vereinsfarben Blau-Weiß-Schwarz gehören.