HSV-News

Hinterseer rettet HSV gegen Piräus – Hecking nicht zufrieden

Der HSV in Kitzbühel: Lukas Hinterseers Wohnzimmer

Der HSV-Stürmer hat in Österreich ein Heimspiel. Sein Vater erzählt, wie Sohn Lukas im heimischen Wohnzimmer seine Karriere schon früh begonnen hat.

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HSV testet gegen Piräus. Osei-Tutu rassistisch beleidigt. Pollersbeck bricht ab und muss passen. Laute Fans stören den Club.

Die HSV-News am Mittwoch, den 10. Juli 2019:

  • HSV spielt Remis im Test gegen Piräus
  • Rassismus-Eklat um Ex-HSV-Kandidaten
  • Pollersbeck bricht das Training ab
  • Spezielles Programm bei Kittel gegen Karriereende
  • Laute Fans verärgern den HSV
  • Mobbing gegen Nicolai Müller in Frankfurt
  • Derby und weitere Spiele terminiert

HSV spielt Remis im Test gegen Olympiakos Piräus

Für Dieter Hecking ist dieser Härtetest offenbar wegweisend gewesen. Am Mittwochabend hat der HSV vor 1500 Zuschauern in Jenbach (Österreich) gegen den griechischen Spitzenclub Olympiakos Piräus gespielt. Nicht einmal zwei Wochen vor Saisonbeginn für den Coach eine gute Möglichkeit, seine Favoriten-Elf herauszufiltern. Und so testete er auf den Außen mit Bakery Jatta (links) und Khaled Narey (rechts) sowie dem einzigen Stürmer Bobby Wood in der Offensive einige Spieler, die derzeit etwas hinten dran sind – wechselte aber im Verlauf der Partie kräftig durch. Am Ende trennte sich der HSV von Piräus 1:1.

"Es war unterm Strich ein sehr aufschlussreicher und ordentlicher Test, den wir hätten gewinnen müssen. Vor allem in den ersten 35 Minuten haben wir es gut gemacht und hatten die volle Kontrolle", sagte Hecking später. "Unsere frischen Spieler haben in der zweiten Hälfte noch einmal richtig Druck gemacht. So war der Ausgleich verdient."

Wood verschießt Elfmeter

Nachdem Bakery Jatta im Strafraum gefoult wurde, gab es in Minute 26 einen Strafstoß für die Hamburger. Ausführen durfte Bobby Wood, der – verschoss! Der griechische Keeper Konstantinos Tzolaus Jenbach wehrte den Frontalschuss des US-Amerikaners ab. Die Hamburger mussten damit weiter – und vergeblich – auf die Führung warten.

Für Neuling Jeremy Dudziak war das Spiel nach der ersten Hälfte vorbei, an seiner Stelle ließ Hecking nach der Pause den vielversprechenden Sonny Kittel auf den Platz laufen. Nur wenige Minuten nach Beginn der zweiten Hälfte gab es weitere Chancen für den HSV: Narey versuchte es über die rechte Seite, wurde jedoch von einer griechischen Grätsche gestoppt und bekam zumindest einen Einwurf. Nur knapp köpfte dann Papadopoulos gegen seinen Jugendverein einen Freistoß von Kittel am linken Pfosten vorbei.

Hecking reichte dies offenbar nicht: Nach gut einer Stunde wechselte er die Elf kräftig durch, sechs Mal um genau zu sein. Nun auf dem Platz: Mickel - Sakai, David, van Drongelen, Vagnoman - Fein, Özcan, Kittel - Jatta, Hinterseer, Wintzheimer.

Und erneut machte Kittel auf sich aufmerksam: Der Neuzugang zog in der 70. Minute aus 25 Metern mit dem linken Fuß ab, Keeper Jenbach konnte nur knapp retten. Doch den ersten Treffer erzielte schließlich der griechische Vizemeister. In der 81. Minute ging Piräus durch den Portugiesen Ruben Semedo in Führung. Für den ersehnten Ausgleich kurz vor Schluss sorgte dann ausgerechnet der Lokalmatador: Lukas Hinterseer empfing einen Steilpass von Kittel, Jenbach bekam den Ball nicht zu fassen, dann setzte der gebürtige Tiroler nach und traf (87.) zum Endstand von 1:1. „Ich denke, dass wir relativ zufrieden sein können“, sagte Hinterseer kurz nach dem Abpfiff. „Wir haben über weite Strecken das Spiel bestimmt."

Hamburgs Neuzugang, dessen komplette Familie auf der Tribüne dabei war, hatte Recht. Ob sich der Österreicher allerdings auch über den erhofften freien Nachmittag am Donnerstag freuen durfte, wollte Trainer Dieter Hecking direkt nach dem Schlusspfiff noch nicht verraten. „Schauen wir mal“, sagte der Coach, der der auf Julian Pollersbeck (Oberschenkelprobleme) und Gideon Jung (Adduktorenprobleme), sowie auf die geschonten Aaron Hunt , David Bates und Jairo Samperio verzichtete. Nächster Gegner ist am Sonnabend der englische Premier-League-Absteiger Huddersfield Town.

Papa durfte gegen Piräus ran

HSV-Trainer Dieter Hecking ließ Kyriakos Papadopoulos gegen seinen Jugendverein Olympiakos Piräus von Beginn an auflaufen. Der Grieche bildete mit Rick van Drongelen das Abwehrpärchen im Zentrum gegen den Vizemeister seines Heimatlandes. Im Tor stand Tom Mickel, nachdem Julian Pollersbeck zuvor das sogenannte Anschwitzen am Vormittag abbrechen musste. Neuzugang Daniel Heuer Fernandes war zunächst nur Reservist.

Im Mittelfeldzentrum sollte eigentlich Gideon Jung beginnen, für ihn lief aber kurzfristig Christoph Moritz neben den beiden Neuen Adrian Fein und Jeremy Dudziak auf. Auf den Außen sollten Bakery Jatta (links) und Khaled Narey (rechts) den einzigen Stürmer Bobby Wood mit Bällen füttern. Damit schien Hecking in der Offensive einige Spieler zu testen, die derzeit etwas hinten dran sind. Denn die Startelfkandidaten Sonny Kittel und Lukas Hinterseer nahmen zunächst auf der Bank Platz. Kapitän Aaron Hunt war gar nicht erst dabei.

Die HSV-Startelf: Mickel – Gyamerah, Papadopoulos, van Drongelen, Leibold – Moritz, Fein, Dudziak – Narey, Wood, Jatta.

Ex-HSV-Kandidat rassistisch beleidigt

Rassismus-Eklat um Bochums Neuzugang Jordi Osei-Tutu, der auch beim HSV im Gespräch war. Wie sein Verein bestätigt hat, ereignete sich der Vorfall im Testspiel beim Schweizer Erstligisten FC St. Gallen (0:3). Kurz vor der Halbzeit war der von Arsenals Reserve ausgeliehene Rechtsverteidiger von einem Gegenspieler rassistisch beleidigt worden.

Anschließend setzte sich der 20 Jahre alte Abwehrspieler auf den Rasen, beschwerte sich beim Schiedsrichter und verließ dann unter Tränen den Platz. Seine Mitspieler sowie Trainer Robin Dutt überzeugten Osei-Tutu, trotz dieses Zwischenfalls weiterzuspielen. "Jordi, wir stehen hinter dir", schrieb der VfL, der jegliche Form von Rassismus vehement verurteilt hat. Bochum kündigte an, den Vorfall aufzuarbeiten, und hält sich weitere Schritte offen.

"Ich bin sehr enttäuscht, dass ich rassistisch beleidigt worden bin", sagte Osei-Tutu am Tag darauf. "Niemand sollte jemals diskriminiert werden, und es ist wirklich schwer nachvollziehbar, wie sich ein Profi-Fußballkollege auf diese Weise respektlos verhalten kann. Arsenal und der VfL Bochum haben mich großartig unterstützt und ich hoffe, dass wir letztlich demonstrieren können, dass Rassismus im Fußball keinen Platz hat."

Pollersbeck bricht das Training ab

Schrecksekunde im HSV-Trainingslager in Kitzbühel: Torhüter Julian Pollersbeck hat die Vormittagseinheit nach rund 40 Minuten vorzeitig abbrechen müssen. Er wurde ins Mannschaftshotel gefahren, um dort genauer untersucht zu werden. Zuvor hatte er eine Verletzung durch einen Griff an die Hüfte angedeutet. Eine Diagnose soll im Laufe des Tages folgen. Pollersbeck ist einer der Verkaufskandidaten beim HSV. Zuletzt war er mehrere Tage wegen muskulärer Probleme im Rücken ausgefallen. Der Keeper ist am Abend beim Testspiel gegen Olympiakos Piräus (18 Uhr) ausgefallen.

Spezielles Programm bei Kittel gegen Karriereende

Aus Sicht von Trainer Dieter Hecking ist er der Königstransfer dieses Sommers. Der neue Coach lud Offensivmann Sonny Kittel in sein Zuhause, ein aufwendig restaurierter Bauernhof im niedersächsischen Bad Nenndor, ein, um ihn von einem Wechsel nach Hamburg zu überzeugen. Kittel entschied sich schließlich gegen einen Transfer nach England zu Norwich City und gab dem HSV sein Ja-Wort.

Der 26-Jährige sammelte in den zurückliegenden beiden Zweitligajahren stolze 41 Scorerpunkte für Ingolstadt. Dabei stand seine Karriere bereits auf der Kippe. Nach jeweils zwei Kreuzbandrissen und Knorpelschäden war im Jahr 2015 gar nicht klar, ob er überhaupt noch einmal zurückkommen kann. Wie die "Bild" berichtet, erarbeiteten die Ärzte beim FCI deshalb ein spezielles Programm, um Kittels Muskulatur für ein stabileres Knie zu stärken.

„Sie haben sich unheimlich viel Gedanken gemacht um meine gesamte Statik“, sagt Kittel. „Ich habe spezielle Einlagen bekommen und einen individuellen Plan mit Übungen, die meine Knie vor weiteren Verletzungen schützen sollen. Die mache ich jeden Tag, meistens vor dem Training", wird der ablösefreie Neuzugang zitiert. Kittel nahm seinen Trainingsplan mit nach Hamburg, um keine Rückschläge zu riskieren.

Laute Fans verärgern den HSV

Für die rund 200 mitgereisten Fans sollte das Trainingslager in Kitzbühel zur Party werden. Mit lauter Musik und diversen Kaltgetränken gegen den Durst wollten sie die Einheiten ihres Vereins begleiten. Doch damit ist jetzt Schluss. Weil dem Trainerteam die schlagerlastigen Songs zu laut sind, müssen die Boxen während des Trainings fortan leise bleiben.

Vorausgegangen waren mehrere Vorfälle am Dienstag, berichtet die "Mopo". Demnach soll Trainer Hecking es schwer gehabt haben, Gehör bei den Profis für seine Ansprachen zu finden. Die Co-Trainer Dirk Bremser und Tobias Schweinsteiger sollen daraufhin den Dialog mit den Anhängern gesucht haben – zunächst ohne Erfolg, weshalb der Verein schließlich durchgriff.

Mobbing gegen Müller in Frankfurt

Diese Maßnahmen grenzen an Mobbing: Wie die "Bild" berichtet, durfte Ex-HSV-Profi Nicolai Müller nicht im Mannschaftsbus ins Trainingslager von Eintracht Frankfurt am Thunersee in der Schweiz reisen. Angeblich sei kein Platz mehr gewesen, teilte der Club mit. Hintergrund dieser Maßnahme dürfte aber eher sein, dass der Verein nicht mehr mit dem 31 Jahre alten Rechtsaußen plant. Müller soll sich einen neuen Arbeitgeber suchen, weshalb ihm bei den Hessen das Leben so schwer wie möglich gestaltet wird.

Auch bei einem Trainingsspiel durfte er nicht mitwirken, musste stattdessen auf einem Nebenplatz Läufe absolvieren. „Da muss man halt einigen wehtun. Und wir haben natürlich eher die Spieler laufen lassen, mit denen man nicht mehr so plant“, sagte Trainer Adi Hütter. Eine Aussage, die unterstreicht, dass für Müller schwierige Zeiten angebrochen sind.

Stadtderby findet montags statt

Viele Fans beider Hamburger Fanlager fiebern dem Stadtderby bereits entgegen. Nun hat die DFL die Partie am Montag, den 16. September, angesetzt. Ein Montag? Ein Flutlichtspiel? Und das bei einem Risikospiel? Schuld daran ist ein Hafen-Fest. Die Hintergründe dieser Entscheidung lesen Sie hier.