HSV-News

Trainerkandidat Hecking erteilt dem HSV eine Absage

HSV winken weitere Millionen aus Kostic-Verkauf. Adler närrisch verabschiedet. Mickel auch gegen Duisburg im Tor. U21 holt Punkt.

Die HSV-News am Sonnabend, den 18. Mai 2019:

  • Trainerkandidat Hecking erteilt HSV Absage
  • Adler verabschiedet sich mit Narrenkappe
  • Mickel auch gegen Duisburg im HSV-Tor
  • Mangala und Ambrosius zurück auf dem Platz
  • Versöhnlicher Saisonabschluss für HSV II
  • HSV-B-Junioren überholen St. Pauli
  • HSV könnte für Kostic weitere Millionen kassieren
  • Absteiger Duisburg gibt Ziel für Spiel beim HSV aus
  • Schiedsrichter feiert Volkspark-Premiere
  • Zweitliga-Konkurrenten haben Interesse an Porath

Absage an HSV: Hecking will vorerst kein Team übernehmen

Nach seinem Abschied von Borussia Mönchengladbach will Dieter Hecking zur neuen Saison kein Team übernehmen – und scheidet damit als neuer Trainer des HSV aus. "Im Moment kann ich ausschließen, dass ich nächste Saison auf der Trainerbank sitze. Aber man weiß ja nie, was übermorgen ist", sagte Hecking am Sonnabend nach der 0:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund.

Offenbar stößt dem 54-Jährigen der Umgang mit Trainern im Fußballgeschäft heftig auf. "Viktoria Köln entlässt den Trainer als Tabellenerster am vorletzten Spieltag, Markus Anfang muss in Köln als Meister gehen, und Niko Kovac steht beim FC Bayern infrage, obwohl er vielleicht das Double holt. Unabhängig von meiner Person zeigen die drei Beispiele, dass man uns Trainer nicht braucht. Wir können zu Hause bleiben", sagte Hecking.

Hecking scheidet nach zweieinhalb Jahren bei Borussia Mönchengladbach vorzeitig aus, weil der Club in Marco Rose einen neuen Coach verpflichtet hat. Beim HSV war er als Nachfolger von Hannes Wolf im Gespräch, der seinerseits trotz Vertrags bis 2020 gehen muss.

Mainz verabschiedet Ex-HSV-Torwart Adler närrisch

Mit einer Narrenkappe hat der FSV Mainz 05 den früheren HSV-Torwart René Adler verabschiedet. Die Fans des selbst ernannten Karnevalsverein feierten den 34-jährigen Keeper sowie weitere scheidende Profis am Sonnabend nach dem 4:2-Sieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim.

Adler, der 2017 nach fünf HSV-Jahren nach Mainz gewechselt war, hatte sein letzten Spiel im April 2018 bestritten, danach fiel er wegen eines Knorpelschadens im Knie aus. Anfang des Monats hatte der frühere Nationaltorhüter seinen Rücktritt bekanntgegeben.

Mickel fit, Pollersbeck erleidet Rückschlag

Tom Mickel wird auch beim Saisonfinale gegen den MSV Duisburg am Sonntag (15.30 Uhr, Volksparkstadion/Sky, Liveticker bei Abendblatt.de) das HSV-Tor hüten. Der Routinier hat sich von seiner schmerzhaften Trainingskollision mit Stürmer Pierre-Michel Lasogga am Freitag gut erholt und konnte am Sonnabendnachmittag das Abschlusstraining bestreiten – anders als Stammtorhüter Julian Pollersbeck. Der U-21-Europameister, der bereits das Abstiegsendspiel beim SC Paderborn am vergangenen Sonntag verpasst hatte, hat weiterhin mit dem grippalen Infekt zu kämpfen und fehlt demzufolge im Kader.

Mangala und Ambrosius melden sich zurück

Auf Überraschungen hat Hannes Wolf bei der Benennung des Aufgebots für sein letztes Spiel als HSV-Trainer verzichtet. Erfreulich: Mittelfeld-Antreiber Orel Mangala war erstmals nach seinem Muskelfaserriss beim Abschlusstraining wieder am Ball – allerdings nur auf einem Nebenplatz. Und Verteidiger Stephan Ambrosius arbeitete erstmals seit seinem Kreuzbandriss mit Reha-Trainer Sebastian Capel auf dem Platz an seinem Comeback.

Nach 45 Minuten beendete Wolf die Einheit.

HSV II holt zum Abschluss Punkt in Hannover

Die zweite Mannschaft des HSV hat eine wechselhafte Saison in der Regionalliga Nord versöhnlich beendet. Am letzten Spieltag gab es ein 1:1-Unentschieden bei der Reserve von Hannover 96. HSV-Profi Jonas David brachte die U-21-Mannschaft von Trainer Steffen Weiß in der 38. Minute in Führung, Nikita Marusenko glich für Hannovers U23 aus (64. Minute).

Damit verpasste es der HSV II allerdings, Hannover II vom fünften Tabellenplatz zu verdrängen, und schließt die Saison mit 49 Punkten auf Rang sieben ab. Als Meister stand die zweite Mannschaft des VfL Wolfsburg bereits vor dem Saisonfinale fest.

U17 besiegt Union und überholt St. Pauli

Besser machte es die U17 des HSV: In einem Nachholspiel der B-Junioren-Bundesliga feierte die Mannschaft von Trainer Pit Reimers an der heimischen Wolfgang-Meyer-Sportanlage einen 4:3-Sieg gegen Union Berlin.

Juha Kilo, Alexander Aehlig, Arlind Rexhepi und Grace Bokake trafen für den HSV, der damit an Lokalrivale FC St. Pauli (39 Punkte) vorbeizog und zwei Spieltage vor Saisonende mit 41 Punkten auf Platz fünf der Gruppe Nord/Nord-Ost liegt.

Kostic-Verkauf: Klausel könnte HSV weitere Millionen bescheren

Schätzungsweise sechs Millionen Euro Ablöse bekommt der HSV von Eintracht Frankfurt für Filip Kostic überwiesen. Das ist zwar etwas weniger als die im Leihvertrag für 2020 vereinbarte Kaufoption über 6,5 Millionen Euro. Doch dafür kassiert der HSV schon jetzt Geld, das nach dem verpassten Aufstieg umso dringender gebraucht wird.

Zudem können die Hamburger offenbar auf eine Millionen-Nachzahlung für Kostic hoffen. Sollte der serbische Linksaußen – wahlweise auch Linksverteidiger – von Eintracht Frankfurt weiterverkauft werden, würde der HSV zehn Prozent der Ablöse kassieren. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, wurde im Kaufvertrag eine entsprechende Klausel festgeschrieben.

Das Portal "Transfermarkt" beziffert Kostics Wert aktuell auf 15 Millionen Euro. Gerüchten zufolge sollen Inter Mailand und der FC Barcelona Interesse gezeigt haben. Kostic war 2016 für 14 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zum HSV gewechselt. Die Ablöse hatte damals HSV-Anteilseigner Klaus-Michael Kühne finanziert. Dem Milliardär hat der HSV erst kürzlich alle finanziellen Ansprüche an den Club abgekauft, sodass hier keine Rückzahlung fällig ist. Allerdings hat Sportvorstand Ralf Becker bereits ausgeschlossen, dass die Ablöse vollständig in den Kader reinvestiert werden kann.

HSV-Pressekonferenz zur Trennung von Trainer Hannes Wolf:

Ralf Becker erklärt das Aus für HSV-Trainer Hannes Wolf
Ralf Becker erklärt das Aus für HSV-Trainer Hannes Wolf

Duisburg gibt Minimalziel aus

Für den MSV Duisburg ist das Saisonfinale beim HSV im ausverkauften Volksparkstadion am Sonntag (15.30 Uhr/Sky, Liveticker bei Abendblatt.de) ähnlich bedeutungslos wie für den Gegner. Die "Zebras" stehen bereits als Absteiger fest. Mehr, als den 1. FC Magdeburg mit einem Sieg vom vorletzten Platz zu verdrängen, ist sportlich nicht drin.

MSV-Trainer Thorsten Lieberknecht hat für das "Trauerspiel" dennoch ein Minimalziel ausgegeben: "Wir müssen uns vor dieser Kulisse so präsentieren, wie es sich gehört: als Profimannschaft, die ein Spiel gewinnen will." Verzichten muss er allerdings auf die Innenverteidiger Sebastian Neumann (Rehabilitation nach Hüftoperation) und Joseph Baffo (Kreuzbandriss), Rechtsverteidiger Andreas Wiegel (Muskelfaserriss) und Rechtsaußen Ahmet Engin (Kehlkopfentzündung).

Trend spricht für MSV

Im Duisburger Tor darf Ersatzmann Daniel Mesenhöler Leihtorwart Felix Wiedwald vertreten. Mittelfeldspieler Lukas Daschner könnte zum zweiten Mal in dieser Saison in der Startformation stehen. Begleitet wird die Mannschaft von 2700 Fans – wobei fraglich ist, ob nach dem verpassten Klassenerhalt tatsächlich so viele die Reise antreten.

Anders als die Tabelle spricht der Trend eher für Duisburg. Der MSV hat von seinen letzten fünf Auswärtsspielen nur eines verloren (ein Sieg, drei Unentschieden) und blieb dabei dreimal ohne Gegentor. Der HSV ist inklusive DFB-Pokal-Halbfinale seit neun Partien sieglos.

Schiedsrichter feiert Volkspark-Premiere

Eine besonderes Spiel ist für den Schiedsrichter: René Rohde (38) aus Rostock hat bislang noch nie ein Spiel der HSV-Profis geleitet. Die Duisburger haben mit dem Maschinenbau-Ingenieur gemischte Erfahrungen gemacht: 2015 gab es unter Rohdes Leitung eine 0:2-Niederlage beim FC St. Pauli, zwei Jahre zuvor einen 2:0-Sieg bei Wacker Burghausen, damals noch in der 3. Liga.

An den Linien assistieren Stefan Zielsdorf aus Lingen und Florian Lechner aus Hornstorf, vierter Offizieller ist Eric Müller aus, hoppla: Bremen.

Spielt Porath künftig gegen den HSV?

Vom 1. Juli an ist Finn Porath wieder ein Spieler des HSV. Zwei Jahre lang war der Mittelfeldspieler an die SpVgg Unterhaching verliehen, in dieser Zeit hat er in der 3. Liga 59 Spiele bestritten und sechs Tore erzielt. Doch dass er sich nächste Saison in Hamburg eine Etage höher versuchen darf, glaubt Porath (22) wohl selbst nicht.

Letztmals hat sich der HSV, für den er 2016 bei der TSG Hoffenheim ein einminütiges Bundesligadebüt feierte, im Februar bei ihm gemeldet, berichtet die "Hamburger Morgenpost". Wahrscheinlicher sei da schon, dass Porath künftig gegen den HSV spielt. Die Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück und Karlsruher SC sollen konkretes Interesse haben.

Auch die Leihverträge für Mittelfeldspieler Matti Steinmann (zurzeit bei Vendsyssel in Dänemark) und Christoph Moritz (Darmstadt/beide HSV-Vertrag bis 2020) sowie Bobby Wood (Hannover/2021) laufen im Sommer aus. Ihre Zukunft ist offen.