HSV-News

"Uns Uwe" scherzt über seinen Comeback-Versuch

| Lesedauer: 9 Minuten

Paderborns Trainer betont Zweitliga-Status des HSV. Wolf steht auf der Kippe. Ein HSV-Profi muss noch bangen. Pokal-Fee steht fest.

Die HSV-News am Dienstag, den 2. April 2019:

  • HSV-Trainer Wolf hat Magen-Darm
  • David verdrängt Opoku aus Kader
  • Paderborns Baumgart: HSV "ist halt Zweitligist"
  • Pokal-Auslosung in der ARD-"Sportschau"
  • Lasogga trägt Hunt-Socken
  • Uwe Seeler scherzt bei DFB-Gala

Wolf trotz Magen-Darm-Infekts an der Seitenlinie

Nach vier Tagen hat der HSV am Montagabend sein Domizil im Hotel Klosterpforte in Harsewinkel-Marienfeld in Richtung Paderborn verlassen. Mit an Bord neben den 19 Spielern natürlich auch Trainer Hannes Wolf, der tags zuvor allerdings noch unpässlich gewesen war: Wegen eines Magen-Darm-Infekts war der 37-Jährige gestern im Bett geblieben und hatte das Training seinen Assistenten übertragen.

Am Dienstagabend gab es aber Entwarnung: Wolf war so weit wiederhergestellt, dass er auf der Bank Platz nehmen konnte. Andernfalls hätten die Co-Trainer André Kilian und Maik Goebbels das Kommando übernommen.

Einen solchen Rollenwechsel gab es beim HSV im Pokal übrigens schon einmal: Am 27. Oktober 2010 musste der erkrankte Armin Veh an den damaligen Assistenten Michael Oenning übergeben – der HSV schied seinerzeit in der zweiten Runde mit 2:5 bei Eintracht Frankfurt aus.

David rutscht in den Kader

Nachdem Wolf sich zunächst die Option offen gehalten hatte, für das Pokalspiel einen oder mehrere Profis nachzunominieren, steht jetzt fest: Der Kader bleibt in der Form zusammen, wie er vergangenen Freitag vor dem Ligaspiel in Bochum die Reise in den Westen angetreten hatte. Will heißen: Linksaußen Tatsuya Ito (Infekt) und Fiete Arp (Formtief) werden nicht mehr ins Team rutschen.

Einen Spieler musste Wolf dann aber noch von der Liste für das Pokalspiel streichen. Für das vorangegangene Zweitligaduell mit dem VfL (0:0) hatte dieses Schicksal Jonas David getroffen. Nun rutschte der Mittelfeldspieler aber doch noch in den 18er-Kader und könnte somit eine Einsatzchance erhalten. Für ihn musste Aaron Opoku weichen.

Es ist nach der ersten Runde erst die zweite Pokalnominierung für David (19). Beim 5:3-Sieg gegen Erndtebrück saß er letztlich allerdings 90 Minuten auf der Bank.

Haut Lasogga Hunt aus den Socken?

Für Aaron Hunt hat es ohnehin nicht zur Kader-Nominierung gereicht. Der 32 Jahre alte Kapitän muss noch immer wegen seiner Oberschenkelverletzung passen.

Damit Hunt aber doch irgendwie dabei ist, hat sich Pierre-Michel Lasogga eine besondere Geste einfallen lassen. Vor dem Spiel gegen Paderborn hat der Stürmer mit den Socken seines Kollegen mit den Initialen "AH 14" posiert.

"Wenn wenigstens etwas von dir dabei ist", schrieb Lasogga bei Instagram zu dem freundschaftlichen Gruß an Aaron Hunt. Ob es den Routinier erreicht hat? Als einer von wenigen HSV-Profis hält sich Hunt schließlich nahezu komplett aus dem Social-Media-Betrieb heraus.

SCP-Coach Baumgart mit Pokerface

Paderborns Trainer Steffen Baumgart macht aus seiner Aufstellung noch ein großes Geheimnis. "Ich lasse Sie gerne im Ungewissen bis morgen", sagte der 47 Jahre alte Ex-Profi (u.a. Hansa Rostock, Union Berlin) am Montag. Entscheiden wolle er sich erst nach der abschließenden Einheit am Dienstagvormittag.

In jedem Fall hat Baumgart die Qual der Wahl: Alle Spieler sind einsatzfähig. Das gilt auch für den zuletzt angeschlagenen Torjäger Sven Michel (Prellungen). "Wir haben natürlich unsere ein oder andere Idee", sagte der Coach, der auf der Torhüter-Position bislang konsequent zwischen Liga (Leopold Zingerle) und Pokal (Michael Ratajczak) unterschied.

Paderborn-PK vor dem Pokalspiel gegen den HSV

Baumgart: HSV ist "halt ein Zweitligist"

Honig um den Mund schmieren wollte Baumgart – selbst übrigens bekennender HSV-Fan – dem Gegner im Vorfeld übrigens nicht. Hamburg sei "halt ein Zweitligist, so wie wir auch", antwortete Baumgart in der Pressekonferenz unprätentiös und fast ein wenig genervt auf die Frage, ob es sich beim HSV eigentlich noch immer um einen "verkappten Erstligisten" handele.

"Ein großer Name hat leider nichts damit zu tun, in welcher Liga du spielst. Das ist einfach so", entgegnete Baumgart. "Nicht böse sein, aber wenn der HSV in der ersten Liga spielen würde, wären wir es genauso angegangen. Ich glaube, da gibt es für uns keinen großen Unterschied." Er freue sich nun auf ein "sehr, sehr geiles Spiel gegen einen attraktiven Gegner mit einem großen Namen – aber einfach ein Zweitligist".

Lesen Sie auch:

Olic wünscht Lasogga seinen Rekord

Mit sechs Treffern in der Pokalsaison 2008/09 ist Ivica Olic noch immer interner HSV-Rekordschütze in dieser Kategorie. Der Kroate hätte allerdings nichts dagegen, die Bestmarke an Pierre-Michel Lasogga loszuwerden.

"Ich wünsche es von Herzen, dass Lasogga vielleicht meinen Rekord in Paderborn einstellt und im Halbfinale noch einen draufpackt", sagte Olic der "Bild"-Zeitung. Stürmer Lasogga ist mit bislang vier Toren Hamburgs Toptorjäger im laufenden Pokalwettbewerb.

Sechs Schiedsrichter sind im Einsatz

Schiedsrichter gegen Paderborn ist Tobias Welz. Die HSV-Bilanz unter dem 41 Jahre alten Polizeibeamten aus Wiesbaden ist negativ (vier Siege, sechs Unentschieden, acht Niederlagen).

Welz zur Seite gestellt sind die Assistenten Rafael Foltyn (33/Wiesbaden), Dr. Martin Thomsen (33/Kleve) sowie Robert Schröder (33/Hannover) als Vierter Offizieller.

Video-Assistenten (VA) sind Frank Willenborg (40/Osnabrück) und Florian Heft (29/Neuenkirchen). Weil das Paderborner Stadion nicht über die technischen Voraussetzungen für eine Verbindung nach Köln verfügt, werden Willenborg und Heft aus einem Van im Stadion heraus operieren.

Am Sonntag lost Glücksfee Gößling

Man soll zwar das Fell des Bären nicht verteilen, bevor man ihn verlegt hat, aber: Den "Sportschau"-Termin am Sonntag (18 bis 18.30 Uhr) können sich die HSV-Fans ja doch schon einmal vormerken. Dann wird in der von Jessy Wellmer moderierten ARD-Sendung nämlich das Halbfinale im DFB-Pokal ausgelost.

Als Losfee im im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund fungiert Nationalspielerin Lena Goeßling (VfL Wolfsburg). Das teilte der DFB am Dienstag mit. Weil nur noch Vereine aus der ersten und zweiten Liga im Wettbewerb sind, gibt es keine Einschränkungen mehr. Die Halbfinals finden am 23. und 24. April (jeweils 20.45 Uhr/ARD und Sky) statt, das Finale wird am 25. Mai in Berlin ausgetragen.

Warum kommt der HSV nicht im Free-TV?

Manche Fans dürften sich noch immer wundern und fragen: Warum wird eigentlich nicht das HSV-Spiel im Free-TV übertragen, sondern das vermeintlich weit weniger Zuschauerträchtige Duell zwischen Augsburg und Leipzig? Antwort: Da die Betriebserlaubnis für die Paderborner Benteler-Arena wegen erfolgreicher Anwohnerklagen bereits um 22 Uhr endet, kann dort nicht erst um 20.45 Uhr angepfiffen werden. Und das "Erste" hat im Viertelfinale nur die Rechte an den beiden Spät-Spielen.

Der HSV kann somit live nur im ausverkauften Stadion oder im Bezahlsender Sky verfolgt werden. Kleiner Trost für die HSV-Fans: Auch die Bayern hat es in dieser Runde "erwischt". Das Heimspiel gegen Zweitligist Heidenheim wird ebenfalls nur im Pay-TV gezeigt, Livespiel am Mittwoch ist dafür das Erstliga-Duell zwischen Schalke und Werder Bremen.

Uwe Seeler scherzt bei DFB-Gala

Am Montagabend wurde Uwe Seeler in die "Hall of Fame" des deutschen Fußballs aufgenommen. Und bei der dazugehörigen Gala im Dortmunder Fußballmuseum zeigte sich die HSV-Ikone begleitet von "Uns Uwe"-Sprechchören prächtig aufgelegt.

"Ich habe versucht, wieder anzufangen zu trainieren", scherzte der 82-Jährige auf der Bühne neben Moderator Alexander Bommes angesichts eines möglichen HSV-Comebacks. "Aber in meinem Alter war es nicht mehr möglich, und ich habe eingesehen, dass es keinen Sinn macht."

Die Auszeichnung ging Seeler indes sichtlich zu Herzen. "Dass man im späten Alter noch so eine Ehrung bekommt, macht mich stolz. Und dass man mich nicht vergessen hat, macht mich noch stolzer", sagte der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft.

Die Laudatio auf das Stürmertrio Seeler, Gerd Müller und Uwe Rahn hielt im Übrigen der am Dienstag als DFB-Präsident zurückgetretene Hamburger Reinhard Grindel, der zumindest hier einen grundsoliden Auftritt hinlegte. Es war sein letzter großer Auftritt als Verbandschef.

Eine Zusammenfassung der Gala ist heute (ab 23 Uhr) in der Sendung "Sportschau – Legenden des deutschen Fußballs" im Anschluss an die Liveübertragung des DFB-Pokal-Viertelfinales zwischen Augsburg und Leipzig zu sehen.

Müller und Diekmeier an der Hoheluft

Kleines Ehemaligen-Treffen an der Hoheluft: Am Montag weilten Nicolai Müller und Dennis Diekmeier mit ihren Kindern beim SC Victoria. Hintergrund für die Hamburg-Besuche der ehemaligen HSV-Profis: Sowohl Müllers (aktuell Hannover 96) als auch Diekmeiers (Sandhausen) Frauen wohnen mitsamt des Nachwuchses noch immer in der Hansestadt.

( jdr/dpa )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: HSV