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HSV-Legende Felix Magath attackiert Bundesliga und Löw

Felix Magath hat sich für einen Trainerjob in der Bundesliga ins Gespräch gebracht.

Felix Magath hat sich für einen Trainerjob in der Bundesliga ins Gespräch gebracht.

Foto: Imago/Laci Perenyi

"Ballgeschiebe": Rundumschlag gegen den deutschen Fußball. Magath kritisiert den HSV und andere Clubs. Doch es gibt auch Lob.

Mainz/Hamburg. HSV-Legende Felix Magath (65) hat in einem beispiellosen Rundumschlag die Bundesliga und die deutsche Nationalmannschaft heftig attackiert. Gleichzeitig hat sich Magath, der unter anderem Europameister, Deutscher Meister, Europapokalsieger mit dem HSV sowie als Trainer mit dem FC Bayern München und dem VfL Wolfsburg Meister wurde, wieder für einen Trainerjob in der Bundesliga ins Gespräch gebracht.

Im Aktuellen Sportstudio des ZDF sagte Magath am Sonnabend, er habe bereits im Februar 2014 Verantwortlichen von Bundesliga und DFB gesagt, der deutsche Fußball habe seinen Zenit überschritten. 2014 wurde die Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister, danach begann tatsächlich ein sportlicher Abstieg, der im Sommer 2018 mit dem frühen Aus bei der WM in Russland gipfelte.

Magath sieht das vor allem darin begründet, dass die Trainer in Deutschland "immer schlechter gemacht" würden. Bundestrainer Joachim Löw habe gesagt, es gebe gerade die beste Dekade im deutschen Fußball. Ein völlig aufgebrachter Magath sagte, zwischen 1980 und 1990 sei die Nationalmannschaft Europameister geworden, zweimal Vizeweltmeister und Weltmeister.

Magath: "Die kleinen Vereine machen es oft besser"

Magath attackierte den HSV und den VfB Stuttgart, den er ebenfalls trainierte. Hier seien endlos viele Trainer verschlissen worden, ohne dass sich etwas gebessert habe. Als Ausnahmen bezeichnete er Jürgen Klopp und auch Mainz 05, wo Klopp früher trainierte. Der beste aktuelle Trainer ist für ihn Düsseldorfs Friedhelm Funkel. Magath: "Die kleinen Vereine machen es oft besser."

Der DFB bestimme die Ausbildung der jungen Spieler. Es zähle mehr das i-Pad als das, was auf dem Platz passiere. In der Nationalmannschaft herrsche ein "Ballgeschiebe", anstatt offensiv auf Tore zu spielen. Es zähle auch nur noch das Drumherum, nicht mehr der Fußball selbst.

Zu seiner eigenen Situation nach dem beendeten Engagement in China sagte Magath bei seinem 33. Auftritt im Sportstudio: "Ich möchte arbeiten und fühle mich noch nicht so alt. Sollte sich etwas ergeben, stehe ich zur Verfügung." Er sei gesprächsbereit.

Auf die Frage, ob er in Stuttgart oder Schalke im Gespräch war, sagte er, er sei immer im Gespräch. Das meiste stimme nicht. "Ich wünsche mir einen Verein, der Erfolg haben will und auch bereit ist, etwas dafür zu tun." Magath ließ offen, in welcher Position das sei, ob Sportvorstand oder Trainer.