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Ex-Profi Fabian Ernst ist unter die Club-Besitzer gegangen

"Im Nachhinein schlauer": Wolf über Mangala
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Wolf ärgert Absturz in Fairplay-Tabelle. Strafmaß für Janjicic steht. Holtby schimpft über "arroganten" Zwayer. HSV II verliert.

Ein Spiel Sperre für Janjicic

Der HSV muss für ein Pflichtspiel auf Vasilije Janjicic verzichten. Das DFB-Sportgericht sperrte den 20 Jahre alten Mittelfeldmann nach dessen Roter Karte im Spiel bei Jahn Regensburg (1:2) für eine Partie. Damit gesteht sich der DFB indirekt ein, dass es zumindest ein umstrittener Platzverweis war. Denn für eine Notbremse sind normalerweise mindestens zwei Spiele Sperre fällig.

Der in der 71. Minute eingewechselte Schweizer hatte in der Nachspielzeit (90.+3 Minuten) nach einem von Schiedsrichter Felix Zwayer aus Berlin als Notbremse ausgelegten Foul die Rote Karte gesehen.

Ex-HSV-Profi Ernst ist jetzt Club-Besitzer

Der ehemalige HSV-Profi Fabian Ernst (48 Bundesligaspiele zwischen 1998 und 2000) hat zusammen mit einem Partner bereits im Januar den dänischen Zweitliga-Club Naestved BK übernommen. Das bestätigte der 39-Jährige dem Internetportal „Sportbuzzer“. „In Dänemark gehört mir seit Neuestem ein Verein“, sagte Ernst.

Naestved BK ist aktuell Tabellenfünfter der zweiten dänischen Liga. Der Verein bestätigte bereits im Januar, dass der Partner des deutschen Ex-Profis Alex Quaye heißt und in Ghana eine Fußball-Akademie betreibt. Ziel der beiden neuen Besitzer ist der Aufstieg in die 1. Liga. Außer für den HSV spielte Ex-Nationalspieler Ernst unter anderem für Hannover 96, Werder Bremen, Schalke 04 und Besiktas Istanbul.

Hunt ist voll im Plan

Während es für die Startelf des Regensburg-Spiels zum Auslaufen ging, absolvierte Aaron Hunt am Montag das volle Trainingspensum – darunter zehn mal drei Minuten ein Drei-gegen-Drei. "Das ist schon ordentlich", sagte Trainer Hannes Wolf.

Der Kapitän sei fit und benötige nun weiter normale Trainingsabläufe. "Wenn da nichts passiert, ist er dabei", sagte Wolf angesichts des nächsten Heimspiels am kommenden Montag gegen Greuther Fürth (20.30 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de).

Wolf: "Wir brauchen eine Grund-Unruhe"

Zu einer möglicherweise aufkommenden Nervosität nach dem durchwachsenden Start ins Jahr sagte Wolf: "Eine Grund-Unruhe braucht man auch. Man kann ja nicht einfach sagen 'ok, du kannst halt mal verlieren'." Den Aufstieg könne der HSV schaffen. "Aber jeder sieht, dass das kein Selbstläufer ist."

Ralf Becker hatte die Mannschaft noch am Sonntag in die Pflicht genommen. "Wir haben keine Panik, aber wir haben jetzt Druck“, sagte der Sportvorstand Ralf Becker. "Wir müssen jetzt wieder liefern."

Bilder von der Niederlage in Regensburg:

Fans machen Wolf zum Sündenbock

Für etliche Fans war die Sache nach dem 1:2 in Regensburg klar: Die Niederlage hatte auch Trainer Hannes Wolf zu verantworten, da er es verpasst hatte, den mit Gelb vorbelasteten Orel Mangala in der Halbzeit in der Kabine zu lassen.

"Bei einem guten HSV-Trainer wäre das nicht passiert. Mangala war vorbelastet und hätte ausgewechselt werden müssen! Aber Herr Wolf wechselt ja immer aus, wenn es zu spät ist!", lautete noch einer der wohlgesonneneren Kommentare bei Twitter.

Doch es gab auch relativierende Meinungen. "Wolf hat bisher einen super Job gemacht. So eine Dummheit war von Mangala jetzt nicht unbedingt zu erwarten, trotz dem Foul vorhin", schrieb ein Anhänger.

Und wie reagierte Wolf selbst? Der Trainer nahm zumindest die Wechsel-Panne tatsächlich auf seine Kappe. "Im Nachhinein habe ich da einen Fehler gemacht“, sagte er über eben jenen Moment des geplanten Wechsels vor der Gelb-Roten Karte für Mangala.

"Wir wollten es in dem Moment machen. Das war einen Tick zu spät.“ In der Nachspielzeit sah zu allem Überfluss auch noch der eingewechselte Vasilije Janjicic nach einer Notbremse die Rote Karte.

Dass das Spiel wegen Mangalas Nicht-Auswechslung verloren ging, wollte Wolf dann aber nicht gelten lassen. "Dann müsstest du ja jeden Spieler auswechseln, der eine Gelbe Karte sieht", sagte Wolf am Montag. "Ich weiß nicht, wo es so etwas gibt."

HSV wird in Fairplay-Tabelle durchgereicht

Durch den Doppel-Platzverweis ist der HSV in der Fairplay-Tabelle der zweiten Liga auf den siebten Rang abgerutscht. Nach der Hinrunde wurden die Rothosen noch als fairste Mannschaft geführt.

Nach der Roten Karte für Gotoku Sakai in Bielefeld ging es allerdings runter von Platz eins. Insgesamt hat der HSV in dieser Saison bislang zwei Rote (Sakai und Janjicic/jeweils Notbremse), zwei Gelb-Rote (David Bates und Mangala) sowie 35 Gelbe Karten gesammelt.

"Das ist auf jeden Fall viel zu viel", urteilte Hannes Wolf am Montag. Möglicherweise sei dies auch ein Ausdruck fehlender Reife. Im Pokal gegen Nürnberg seien seine Spieler extra noch über Grätschen des vorbelasteten Außenverteidigers Enrico Valentini gesprungen.

"Da musste ich mich ein bisschen aufregen draußen", erinnerte sich Wolf. "Das würden unsere Gegner nicht machen."

Das Ranking als fairste Mannschaft führt nun der 1. FC Heidenheim vor Abstiegskandidat Sandhausen an. Das unfairste Team ist mit dem MSV Duisburg auch das Schlusslicht der wahren Tabelle.

Holtby klagt über "arroganten" Zwayer

Der Hamburger Ersatz-Kapitän Lewis Holtby hat Schiedsrichter Felix Zwayer nach der bitteren 1:2-Niederlage bei Jahn Regensburg "arrogantes Verhalten" vorgeworfen. "Ich habe manchmal das Gefühl, die fühlen sich schlecht, wenn sie von da oben kommen und Zweite Liga pfeifen müssen."

Insbesondere beim viel diskutierten Platzverweis von Orel Mangala (69.) vermisste Holby das berühmte Fingerspitzengefühl. Zwayer hatte am vergangenen Mittwoch noch die Partie in der Champions League zwischen Atlético Madrid und Juventus Turin geleitet.

Bangen um Jung dauert an

Am kommenden Montag könnte Trainer Hannes Wolf ihn gut gebrauchen. Doch noch ist unklar, ob Gideon Jung nächste Woche im Heimspiel gegen Greuther Fürth wieder dabei sein kann. Der Defensivallrounder leidet weiterhin an Adduktorenproblemen.

Das Spiel in Regensburg hatte Jung bereits verpasst. Am heutigen Montag absolvierte der 24-Jährige gemeinsam mit Reha-Trainer Sebastian Capel erst einmal ein individuelles Programm inklusive Passspiel. Mitte der Woche soll er dann wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

Jung wäre nach den Platzverweisen in Regensburg für Orel Mangala und Vasi­lije Janjicic der erste Ersatzkandidat auf der verwaisten Position des Mittelfeldsechsers.

"Wir haben mehrere Optionen, die das gut spielen können", sagte Wolf am Montag. Zur Not könne auch Berkay Özcan auf die Sechs rücken. "Das ist für ihn aber ein bisschen positionsfremder als für die anderen", sagte Wolf.

Sollte es für Jung nicht reichen, dürfte wiederum Gotoku Sakai erste Wahl für die Mitte sein. Dann wiederum könnte Khaled Narey wie beim Auswärtsspiel in Heidenheim den Außenverteidiger geben.

Wolf weist Rückzugs-Kritik zurück

Kritik, der HSV habe in Regensburg versucht, die Führung zu verwalten, trat Hannes Wolf am Montag noch einmal entschieden entgegen. "Es war null der Plan, uns zurückzuziehen. Wir wollten auf das zweite Tor gehen", sagte der Trainer.

Das sei in den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte auch gut gelungen. Den Bruch habe es dann etwa fünf Minuten vor dem Platzverweis für Orel Mangala gegeben.

"Wir haben immer offensive Themen und versuchen, diesen Prozess voranzutreiben", sagte Wolf. Mit 31 Treffern hat der HSV nur den zehntbesten Angriff der Liga.

A-Jugend-Meistertrainer Thomsen ist tot

Der HSV trauert um seinen ehemaligen Nachwuchstrainer Werner Thomsen. Der langjährige Schiedsrichter-Trainer im HFV starb am Sonnabend im Alter von 82 Jahren nach einem Krankenhausauftritt.

In Hamburg betreute Thomsen zahlreiche Vereine von SV Uhlenhorst Adler über den ETV bis zu Victoria. 1975 führte er die A-Jugend des HSV zu Meisterschaft und Pokalsieg.

Last-Minute-Pleite für HSV II im Live-Spiel

Bitterer Last-minute-Schock für die zweite Mannschaft des HSV. Beim ersten Pflichtspiel im Jahr 2019 hatten sich die "Rothöschen" bis zur 89. ein 2:2 beim Regionalliga-Tabellenführer Wolfsburg II erkämpft. Doch dann schlugen die Wölfe kurz vor Schluss doch noch eiskalt zu und verwandelten einen Elfmeter zum 3:2. Die Tore für die Hamburger, bei denen Profi-Leihgabe Manuel Wintzheimer aushalf, schossen Kwarteng (37.) und Ferati (81.). Nach dem Wochenende hat der HSV II nur noch vier Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

Pieckenhagen erinnert sich an seinen DSF-Anruf

Seit Anfang des Jahres ist der ehemalige HSV-Torhüter Martin Pieckenhagen (2001-2005) Sportvorstand von Hansa Rostock. Dass sich der einstige Heißsporn, wenn nötig, inzwischen auch diplomatischer verhalten kann, verriet er nun im "Kicker".

"Aber ich finde nach wie vor, eine Meinung zu vertreten, ist nicht das Schlechteste", sagte der inzwischen 47-Jährige. Das tat er schließlich auch in der Saison 2004/05.

Als die Experten in der TV-Sendung "Doppelpass" (damals noch im DSF) den HSV trotz eines 2:0-Siegs bei Borussia Dortmund zerpflückten, intervenierte Pieckenhagen auf ungewöhnliche Weise.

Der Torhüter griff im Massageraum des Volksparkstadions zum Handy und klingelte in der Live-Sendung durch, um Moderator Jörg Wontorra, Altmeister Udo Lattek & Co. die Meinung zu geigen.

"Es ging damals um eine Ungerechtigkeit, und ich bin ein Mensch, der Ungerechtigkeiten nicht abkann", sagte Pieckenhagen nun rückblickend.

Beim HSV kam die Aktion seinerzeit gut an. "Verein und seine Kameraden können darauf nur stolz sein", sagte der damalige HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer: "Respekt."

Projekt Profi: Stephan Ambrosius kämpft sich ran
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