HSV unterliegt Regensburg

Wolf ärgert sich nach dem 1:2 auch über sich selbst

Der HSV verliert das Spiel und zwei Spieler. Vor allem der Platzverweis für Mangala hätte verhindert werden können. Lasogga kläglich.

Regensburg. Der HSV hat die große Chance verpasst, sich mit einem Sieg bei Jahn Regensburg entscheidend von den Verfolgern in der zweiten Fußball-Bundesliga abzusetzen. Statt der erhofften sechs Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz stand am Sonntag in der Oberpfalz eine 1:2 (1:0)-Niederlage des Tabellenführers. Zu allem Überfluss beendete der HSV die Partie nach Platzverweisen für Orel Mangala (Gelb-Rot) und Vasilije Janjicic (Rot) nur noch zu neunt.

Bates trifft erstmals für den HSV

Dabei hatte die Wiedergutmachungs-Mission für die Schmach aus dem Hinspiel (0:5) recht verheißungsvoll begonnen: Nach einem der zahlreichen Freistöße des wiedergenesen Douglas Santos landete der Ball in der 16. Minute nach wiederholtem Nachsetzen von Kapitän Lewis Holtby bei Hee-chan Hwang. Der erblondete Südkoreaner zwang Regensburgs Schlussmann Philipp Pentke zu einer Parade, David Bates reagierte am schnellsten und stocherte den Ball zur Führung über die Linie. Das erste Pflichtspieltor des Schotten für den HSV.

Holtby klagt nach vergebener Lasogga-Chance

In der Folge kontrollierte die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf auch ohne den überraschend auf die Bank beorderten besten Auswärtstorschützen Khaled Narey (vier Treffer) das Geschehen, ein offensives Feuerwerk blieb allerdings aus.

Die HSV-Profis in der Einzelkritik

Eine Riesenmöglichkeit gab es dann aber doch noch: In der 25. Minute musste Pierre-Michel Lasogga nach einem Querpass von Hwang eigentlich nur noch einschieben. Der Top-Torjäger setzte seinen Schuss gegen die Laufrichtung von Pentke aber deutlich links am Tor vorbei. "Wir können das 2:0 machen, belohnen uns aber nicht", klagte Holtby.

Wolf ärgert sich wegen verpasster Auswechslung

Der zweite Durchgang plätscherte dann so vor sich hin, bis Schiedsrichter Felix Zwayer in der 69. Minute mit Orel Mangala keine Gnade kannte: Der vorverwarnte Sechser drehte sich in einen Schuss von Regensburgs Maximilian Thalhammer, konnte eine Ballberührung mit dem Unterarm aber nicht verhindern. Gelb-Rot und zwei taktische Auswechslungen (Janjicic für den blassen Berkay Özcan/Léo Lacroix für Bakery Jatta) waren die Folge. "Wir wollten Mangala gerade rausnehmen", ärgerte sich Wolf hinterher.

HSV-Schreck Adamyan schlägt wieder zu

Und in Unterzahl gab es prompt den nächsten Tiefschlag: Nur fünf Minuten nach Mangalas Abgang schlug HSV-Schreck Sargis Adamyan erneut zu und besorgte unter Mithilfe des grätschenden Rick van Drongelen den Ausgleich (74.). Julian Pollersbeck, im Hinspiel von Adamyan noch dreifach düpiert, war bei dem abgefälschten Schuss ohne Abwehrchance. Sieben Minuten kam es noch dicker: Hamburgs Defensive bekam einen Jahn-Freistoß nicht geklärt, Marco Grüttner drehte sich im Sechzehner um die eigene Achse und drosch zur Führung ein.

HSV stürzt in Rückrundentabelle ab

"Wir haben es nicht mehr so konsequent verteidigt mit zehn Mann", sagte Holtby im Anschluss bei Sky, "dann war game over". Von dem Doppelschlag sollte sich der HSV in der Tat nicht mehr erholen, auch der eingewechselte Fiete Arp konnte dem Spiel keine erneute Wende mehr geben. So stand am Ende die dritte Niederlage aus den letzten vier Auswärtsspielen – und das Abrutschen in der Rückrundentabelle auf Platz 12. "Ich kann mich über mein Tor nicht freuen, wenn wir nicht gewinnen", sagte der verhinderte Held Bates.

Wolf: "Kein guter Start ins Jahr 2019"

Am übernächsten Montag empfängt der HSV im Volksparkstadion Greuther Fürth – in jedem Fall ohne die Rotsünder Mangala und Janjicic. Sollte der 1. FC Köln am Mittwoch sein Nachholspiel in Aue gewinnen, wird der Aufstiegsfavorit dann zudem erstmals seit dem 12. Spieltag nicht mehr als Tabellenführer in ein Spiel starten. "Die Bewertung des Rückrundenstarts hängt auch von diesem Spiel ab", hatte Wolf vor der Partie in Regensburg gesagt. Und nach dem Spiel konstatierte er: "Das war ein bitterer Tag für uns und damit kein guter Start ins Jahr 2019."