2. Bundesliga

Beim HSV kündigen sich neue Härtefälle an

Wer hat seinen Stammplatz sicher? Beim HSV (v. l. n. r.: Gideon Jung, David Bates, Lewis Holtby und Khaled Narey)

Wer hat seinen Stammplatz sicher? Beim HSV (v. l. n. r.: Gideon Jung, David Bates, Lewis Holtby und Khaled Narey)

Foto: Thorsten Wagner / WITTERS

Die Rückkehr von drei Leistungsträgern verschärft den Konkurrenzkampf. Verliert Gideon Jung seinen Stammplatz?

Hamburg. Die schlechte Nachricht zum Wochenstart verkündete der HSV am Montag um 16.01 Uhr. Josha Vagnoman fällt vier Wochen aus. Die Knieverletzung, die sich der Youngster am Freitag im Training vor dem Spiel beim FC Heidenheim zugezogen hatte, entpuppte sich nach einer MRT-Untersuchung als Teilriss des Innenbandes im rechten Knie. Eine bittere Nachricht für den 18-Jährigen, der in Heidenheim eigentlich als Ersatz für den verletzten Linksverteidiger Douglas Santos vorgesehen war. Nun fällt Vagnoman selbst aus.

Auf gute Nachrichten hofft der HSV dagegen im Laufe der Woche. Spätestens bis zum nächsten Spiel am Sonntag bei Jahn Regensburg sollen Santos (Zerrung) und auch Gideon Jung (Adduktorenverhärtung) wieder zur Verfügung stehen. Genauso wie Gotoku Sakai nach seiner Rotsperre. Der Rechtsverteidiger nutzte die zwei freien Tage und flog gemeinsam mit seinem japanischen Landsmann Tatsuya Ito am Montag nach London. Am Mittwoch um 10 Uhr wird Sakai wieder mit seinen Kollegen im Volkspark trainieren.

Wie wichtig Sakai für Trainer Hannes Wolf geworden ist, zeigt sich nicht nur durch den Vagnoman-Ausfall. In Abwesenheit des ehemaligen Kapitäns musste Wolf reichlich improvisieren und zog zuletzt gegen Dynamo Dresden und in Heidenheim Gideon Jung auf den Posten des Rechtsverteidigers. Der Defensivspezialist, der die gesamte Hinrunde wegen eines Knorpelschadens verpasst hatte, fremdelte jedoch sichtbar mit der neuen Position. Jungs Pech: Weil David Bates auf seiner Stammposition in der Innenverteidigung zuletzt einen sehr stabilen Eindruck hinterließ, droht Jung in Regensburg die Bank.

Hunts Comeback entfacht Konkurrenzkampf

Ein spannender Konkurrenzkampf steht auch auf den offensiven Außenbahnen bevor. Nach der Rückkehr von Hee-chan Hwang streiten sich nun drei Profis um die zwei Positionen. Khaled Narey und Bakery Jatta müssen ihren Platz gegen den Südkoreaner behaupten, der in Heidenheim überraschend schon in der Startelf stand. Am kommenden Sonntag dürfte Hwang die Rolle des Jokers einnehmen. Perspektivisch will sich der Leihstürmer von RB Salzburg seinen Stammplatz zurückholen.

Eine richtig gute Nachricht wartet auf Wolf in der kommenden Woche, wenn Kapitän Aaron Hunt vier Wochen nach seinem Muskelfaserriss wieder mit der Mannschaft trainieren wird. Dann wäre der Kader – keine neuen Verletzungen vorausgesetzt – nach langer Zeit wieder nahezu vollständig beisammen. Hunts Comeback wird einen interessanten Kampf im offensiven Mittelfeld entfachen. Auf den beiden zentralen Positionen im offensiven Mittelfeld harmonierten Neuzugang Berkay Özcan und Vize-Kapitän Lewis Holtby zuletzt sehr gut zusammen. Möglich, dass Hunt nach seiner Rückkehr zunächst neben Jung und Hwang auf der Bank Platz nehmen wird.

Rückkehrer eröffnen neue Optionen

Hannes Wolf wird es recht sein. Nachdem der Cheftrainer zuletzt als Chef-Improvisierer gefragt war, eröffnen sich ihm durch die Rückkehr von Sakai, Santos und Hunt viele neue Optionen. In Heidenheim zeigten zudem die Dauerreservisten wie Vasilije Janjicic und Léo Lacroix nach ihren Einwechslungen, dass sich Wolf auf sie verlassen kann. Auch Fiete Arp kommt wieder besser in Schwung. Der Stürmer hatte in Heidenheim mehr Aktionen als noch in Bielefeld oder gegen Dresden.

Die gute Nachricht schließlich für die Spieler, die durch die Rückkehr der drei Leistungsträger derzeit kaum zum Einsatz kommen: Die U 21 des HSV startet am kommenden Montag in der Regionalliga Nord mit einem Livespiel auf Sport1 beim VfL Wolfsburg II. Vor allem für Spieler wie Manuel Wintzheimer, der in diesem Jahr noch gar nicht zum Einsatz kam, ist das eine außerordentlich gute Nachricht.