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Rückschlag für HSV-Verfolger Köln in letzter Minute

Holtby geht für guten Zweck unter die Rapper. Schmidt will HSV-Schwäche nutzen. Wehmeyer erweist Assauer letzte Ehre.

Köln verliert nach 2:0-Führung in Paderborn

Hamburg. Der 1. FC Köln hat trotz des emotionalen Tor-Comebacks von Anthony Modeste wichtige Punkte im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga verschenkt. Die Mannschaft von Trainer Markus Anfang unterlag im Duell der besten Offensivreihen beim SC Paderborn trotz einer Zwei-Tore-Führung mit 2:3 (1:0).

Modeste (73.) traf nur vier Minuten nach seiner Einwechslung zum zwischenzeitlichen 2:0, 90 Tage nach Bekanntgabe des Wechsels flossen beim Franzosen gleich nach dem Treffer die Tränen. Zuvor hatte bereits Sturmkollege Jhon Cordoba (38.) getroffen. Bernard Tekpetey (80.), Kai Pröger (86.) und Marlon Ritter (90.+2) drehten in einer denkwürdigen Endphase die Begegnung. In der hektischen Schlussphase sah Kölns Florian Kainz (88.) wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot.

Mit nun 39 Punkten liegt Köln als Tabellenzweiter weiter vier Zähler hinter Spitzenreiter Hamburger SV. Paderborn (37) bleibt zuhause weiter ungeschlagen und verbesserte sich zunächst auf Relegationsplatz drei.

Eine Bootstour, die ist lustig …

Ein bisschen werden die HSV-Fans die 2. Bundesliga vielleicht schon vermissen, sollte es am Saisonende mit dem Wiederaufstieg klappen: Wohl nirgendwo sind sie so zuvorkommend und herzlich behandelt worden wie gleich im ersten Auswärtsspiel beim SV Sandhausen.

Zum Dank für die Gastfreundschaft hatte der HSV Supporters Club die Auswärtsfans aus der nordbadischen Provinz für das Rückspiel in Hamburg zu einer gemeinsamen Hafenrundfahrt eingeladen. 160 Anhänger nahmen das Angebot an und schipperten zwei Stunden lang mit der Barkasse "Fantasia" auf der Elbe.

Ein Video des gelungenen Ausflugs ist jetzt bei HSV-TV zu sehen.

Wintzheimer rutscht in den Kader

Kommt Manuel Wintzheimer zu seinem zweiten Einsatz in der 2. Bundesliga? HSV-Trainer Hannes Wolf hat den Nachwuchsstürmer überraschenderweise in seinen 18-Mann-Kader für das Spiel des Tabellenführers am Sonnabend (13 Uhr/Sky) beim viertplatzierten 1. FC Heidenheim berufen. Wintzheimer (20), im vergangenen Sommer aus der Jugend des FC Bayern gekommen, hatte am 23. Dezember bei der 1:3-Niederlage bei Holstein Kiel sein Profidebüt für den HSV gegeben. Seither war er von Wolf nicht mehr nominiert worden.

Erwartungsgemäß ist dagegen die Rückkehr von Angreifer Hee-Chan Hwang nach überstandenen Problemen im Hüftbeuger. Nicht berücksichtigt wurde von Wolf dafür Linksaußen Aaron Opoku (19), der zuletzt dreimal nacheinander im Profikader gestanden hatte, ohne allerdings zum Einsatz zu kommen. Linksverteidiger Douglas Santos fehlt wegen einer Verletzung.

Schmidt sucht wunden Punkt des HSV

Für Heidenheims Trainer Frank Schmidt ist das Spiel der 2. Bundesliga am Sonnabend gegen den Tabellenführer HSV keines wie jedes andere. Viele Jahre wäre es in Heidenheim unvorstellbar gewesen, einer Mannschaft wie dem HSV in einem Ligaspiel als Tabellenvierter auf Augenhöhe zu begegnen, sagte Schmidt im Pressegespräch am Freitag. Was daraus folgt: nicht Ehrfurcht, sondern Ehrgeiz. Schmidt: „Wir können nichts dafür, dass der HSV in der 2. Liga spielt. Aber wir können etwas dafür, dass wir hier spielen.“

Für den HSV ist der dienstälteste Trainer des deutschen Profifußballs (seit 2007 im Amt) voll des Lobes. „Sie haben alles für ein Spitzenteam: Die meisten Zu-null-Spiele, sie sind gut im Ballbesitzspiel gegen geordnete Gegner, haben eine sehr hohe Passquote und können sehr schnell umschalten.“ Außerdem sei das Team seines Kollegen Hannes Wolf sehr variabel im Spielaufbau, bei Standards sehr gut und auch personell sehr stark besetzt. Bei allem Respekt sei es allerdings auch wichtig, die wenigen Schwächen des Gegners zu kennen und auszunutzen.

Das Hinrundenspiel hatte der HSV glücklich mit 3:2 gewonnen – dank eines Achtminuten-Dreierpacks des eingewechselten Pierre-Michel Lasogga. „Wir konnten ein paar Tage lang nicht fassen, dass wir nichts aus Hamburg mitgenommen haben“, sagte Schmidt. Jetzt spielen wir zu Hause in einer ausverkauften Voith-Arena, da wollen wir mit unseren Fans im Rücken etwas holen.“ Die 15.000 Eintrittskarten sind längst vergriffen. Offiziell gingen 1900 davon an HSV-Anhänger.

Wehmeyer verabschiedet sich von Assauer

Bei der Gedenkfeier für den verstorbenen Rudi Assauer in Gelsenkirchen haben auch HSV-Prominente dem langjährigen Schalker Manager die letzte Ehre erwiesen. Clubmanager Bernd Wehmeyer gehörte ebenso zu den geladenen Trauergästen wie der frühere HSV-Vorstandsvorsitzende und -Manager Heribert Bruchhagen. Wehmeyer (66) stand als Spieler von Hannover 96 in der Saison 1973/74 gegen den damaligen Bremer Assauer auf dem Platz.. Später kreuzten sich ihre Wege als Funktionäre.

Weitere Gäste waren Schalkes "Jahrhunderttrainer" Huub Stevens (2007/08 beim HSV), Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund, Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß und viele Schalker "Eurofighter" von 1997. "Es spricht für Rudi, dass ihn so viele Menschen auf seinem letzten Gang begleiten", sagte Schalke-Boss Clemens Tönnies.

Assauer war am 6. Februar im Alter von 74 Jahren an den Folgen einer Alzheimer-Erkrankung gestorben. Am Dienstag wurde er im engsten Familienkreis und in Anwesenheit einiger langjähriger Weggefährten in Herten beigesetzt. Schalke 04 hatte seine Fans und die Trauergesellschaft nach der Gedenkfeier zu Bratwurst und Bier in die Arena eingeladen. Dort wurde auf dem Videowürfel auch die Messe übertragen.

Holtby nimmt Single auf

Lewis Holtby wechselt für einen guten Zweck das Fach. Zusammen mit dem Hamburger Künstlerduo Elvis & Pape hat der Vizekapitän des HSV ein Lied eingespielt: "Hurrikan". Es erscheint am kommenden Freitag.

Mit dem Erlös des Musikprojekts soll das Kinderhospiz "Sternenbrücke" unterstützt werden. Anfang des Monats hatte das Trio gemeinsam die Palliativeinrichtung in Hamburg-Rissen besucht. Livepremiere hatte "Hurrikan" bereits bei der Saisoneröffnungsfeier des HSV im Juli am Volkspark, als Holtby eine Kostprobe seines Rapper-Könnens gab.

Lewis Holtby performt mit Elvis & Pape

Als Musiker hat sich Holtby schon in seiner Zeit beim FSV Mainz 05 versucht. Zusammen mit seinen damaligen kongenialen Mitspielern André Schürrle und Adam Szalai performte er 2010 als Boygroup Bruchweg Boys im "Aktuellen Sportstudio".

Vagnoman vor erstem 90-Minuten-Einsatz

Zwei Optionen hatte sich HSV-Trainer Hannes Wolf für das Spitzenspiel der 2. Bundesliga am Sonnabend (13 Uhr/Sky) beim Tabellenvierten 1. FC Heidenheim offen gehalten. Die eine: Khaled Narey für den gesperrten Gotoku Sakai nach hinten auf die Position des rechten Verteidigers zu beordern. Die zweite: den wieder genesenen Angreifer Hee-Chan Hwang von Anfang an aufzubieten.

Wolf wird wohl von keiner der beiden Optionen Gebrauch machen. Beim nicht öffentlichen Abschlusstraining am Freitag gab Gideon Jung den rechten Verteidiger, wie er es schon beim 1:0-Sieg gegen Dresden am vergangenen Montag sehr solide getan hatte. Hwang gehörte unter den Augen von Vorstandschef Bernd Hoffmann und Sportvorstand Ralf Becker nicht zur A-Elf.

Hannes Wolf: Sichere Pyro? Eine sehr gute Idee!
Hannes Wolf: Sichere Pyro? Eine sehr gute Idee!

Den Platz des verletzten Douglas Santos auf der linken Abwehrseite nahm Youngster Josha Vagnoman ein. Für den 18-Jährigen könnte es der dritte Profi-Einsatz von Beginn an werden – und möglicherweise der erste über die vollen 90 Minuten.

Nach dem Training – Schwerpunkt: Standards und Umschaltspiel – macht sich die auf 18 Spieler reduzierte Mannschaft am Nachmittag per Flugzeug nach Stuttgart auf. Von dort geht es per Bus weiter an die Schwäbische Alb.

Mangala spielt nicht auf seiner Lieblingsposition

Orel Mangala ist zwar erst seit vergangenem Sommer beim HSV, aber schon jetzt unverzichtbar. Von den Kritikern erhält der Belgier regelmäßig Bestnoten. Wie gut würde sein Zeugnis erst ausfallen, würde er auf seiner Lieblingsposition spielen? Die ist nämlich nicht vor der Abwehr, sondern "weiter vorne im Mittelfeld", wie Mangala (20) der "Bild"-Zeitung verraten hat. "Aber wenn ich auf der Sechs gebraucht werde, mache ich das auch."

Seinen sehnlichsten Wunsch kann er sich so allerdings nur schwer erfüllen: ein Tor. "Das brauche ich unbedingt", sagte Mangala. Als Vorbild nennt er seinen Landsmann Axel Witsel von Borussia Dortmund: "Er hat eine feine Technik, gewinnt Zweikämpfe. So möchte ich auch spielen." Dass er zu gut für die Zweite Liga sei, wie einige sagen, das glaubt Mangala nicht. "Es ist nicht einfach, da zu spielen. Für mich ist es eine gute, lehrreiche Zeit. Ich bekomme Spielpraxis, habe Erfolg. Es macht einfach Spaß."

Der VfB Stuttgart hat Mangala für ein Jahr an den HSV verliehen. Die Turbulenzen beim Bundesligaclub verfolgt Mangala nur aus der Ferne. "Mein Fokus ist auf das Hier und Jetzt beim HSV gerichtet. Wir haben ein Ziel, das wollen wir erreichen." Der Aufstieg wäre dann "der größte Erfolg meiner bisherigen Karriere".

Bilder vom Heimsieg gegen Dresden:

HSV in Heidenheim klarer Wettfavorit

Die Auswärtsserie ist aber mal so richtig gerissen: Nach zuvor sieben Siegen und einem Unentschieden hat der HSV zuletzt zweimal auf fremdem Platz verloren (in Kiel und Bielefeld).

Ausrutscher, wenn man den Wettanbietern trauen darf. Für Bwin ist der Tabellenführer der 2. Bundesliga im Spitzenspiel beim viertplatzierten 1. FC Heidenheim am Sonnabend klarer Favorit (Quote 2,10). Für einen Heimsieg der Schwaben gibt es dagegen 3,50 Euro für einen Euro Einsatz zurück. Selbst ein Unentschieden (3,20) käme für Bwin überraschend. Dabei sind die Heidenheimer seit acht Pflichtspielen unbesiegt (sechs Siege und zwei Unentschieden).

Jansen im "Sportstudio", Lasogga im "Sportclub"

Reichlich HSV gibt es am Wochenende im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen. Die ARD-"Sportschau" zeigt am Sonnabend von etwa 18.30 Uhr an eine Zusammenfassung des Spiels beim 1. FC Heidenheim. Spätabends folgt der Auftritt des neuen Vereinspräsidenten Marcell Jansen im ZDF-"Sportstudio" (23 Uhr). Am Sonntagabend (22.50 Uhr) ist Stürmer Pierre-Michel Lasogga Studiogast beim NDR-"Sportclub".

Tah wird Botschafter der Braun-Stiftung

Der gebürtige Hamburger und frühere HSV-Profi Jonathan Tah engagiert sich künftig als Botschafter für die DFB-Stiftung Egidius Braun und das Hopp-Kindertumorzentrum in Heidelberg. Die Braun-Stiftung hat im Rahmen ihrer Initiative "Kinderträume" gleichzeitig eine Patenschaft über das Kindertumorzentrum übernommen.

"Ich will die Kinder auf ihrem Weg gegen die Krankheit und zur vollständigen Gesundung begleiten und unterstützen", sagte Nationalspieler Tah (23), der der Einrichtung auch einen Besuch abgestattet hatte. Spontan lud der Bayer-Profi die Kinder sowie den Pflegestab zum Besuch eines Heimspiels seines Clubs Bayer Leverkusen ein. Tah wird die Kosten der An- und Abreise sowie der Hotelübernachtung übernehmen.

Weil aber für die schwer erkrankten Kinder die mehrstündige Autofahrt von Heidelberg nach Leverkusen teilweise zu anstrengend sein könnte, lädt Tah eine zweite Gruppe zu einem Spiel in der Metropolregion Rhein-Neckar ein. "Wir wollen versuchen, diese Kinder zu einem U-20-Länderspiel in Sandhausen oder zu unserem Spiel in Hoffenheim am 29. März einzuladen", sagte Tah, "ich will Anteil nehmen, motivieren und versuchen, so gut es geht zu helfen."