HSV-News

Polizei nimmt drei Dresdner Hooligans vorläufig fest

Becker nennt den Fahrplan im Vertragspoker mit Lasogga. Dresden-Trainer fehlt. Seeler schaltet sich in Arp-Debatte ein.

Polizei nimmt drei Dynamo-Fans fest

Vor dem Spiel des HSV am Abend gegen Dynamo Dresden (20.30 Uhr, Volksparkstadion/Sky, Liveticker bei Abendblatt.de) ist es zu einem massiven Polizeieinsatz gekommen. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte ein Bus mit offenbar gewaltbereiten Dresdner Fans in Höhe des Ikea-Einrichtungshauses Moorfleet eine "Wildpinkelpause" eingelegt.

In der Folge kam es zu einer Auseinandersetzung mit dem Eigentümer des Grundstücks. Die Polizei nahm drei Hooligans wegen des Verdachts der Körperverletzung vorläufig fest. Zwei Personen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Nach Polizeiangaben sei jedoch niemand schwer verletzt worden. Der Bus durfte am Abend seine Fahrt fortsetzen.

Polizei rüstet sich für Dresden-Fans

Es war bis anderthalb Stunden vor dem Anpfiff um 20.30 Uhr der bis dahin einzige nennenswerte Vorfall. Die Hamburger Polizei hatte sich für mögliche Ausschreitungen der rund 8000 mitgereisten Fans von Dynamo Dresden gerüstet. Bereits um die Mittagszeit zogen Hundertschaften aus Mecklenburg-Vorpommern, die zur Verstärkung beordert wurden, Richtung Volksparkstadion, wo der HSV am Abend (20.30 Uhr) gegen die Sachsen spielt.

Die Fan-Hilfe von Dynamo Dresden beschwerte sich am Abend via Twitter über die massive Polizeipräsenz.

Eine weitere Hundertschaft ist auf dem Heiligengeistfeld stationiert, wo ein Aufeinandertreffen der Dresdner mit Anhängern des FC St. Pauli verhindert werden soll. Beide Fanlager verbindet eine tiefe gegenseitige Abneigung.

Wie abhängig der HSV vom Erfolg im DFB-Pokal ist

Spätestens seit Paderborn am Sonntag dem HSV als Viertelfinalgegner zugelost wurde, träumen viele Fans vom ganz großen Wurf. Nur noch zwei Siege und die Hamburger stünden erstmals seit 1987 wieder im Finale des DFB-Pokals. Damals holte sich der HSV den Titel durch einen 3:1-Sieg gegen die Stuttgarter Kickers in Berlin. Und diesmal? Diesmal ist zumindest das Halbfinale realistisch.

Ganz nebenbei brächte ein Weiterkommen auch eine finanzielle Belohnung mit sich. 2,656 Millionen Euro zahlt der DFB den Teilnehmern des Halbfinals. Durch Ticketerlöse (15.000 Zuschauer finden Platz in der Benteler-Arena), die zwischen Paderborn und dem HSV gerecht aufgeteilt werden, könnten die Hanseaten bei einem Sieg nahezu drei Millionen Euro in der nächsten Runde einnehmen.

Nach Abendblatt-Informationen war der HSV im laufenden Geschäftsjahr auf ein Minus von mehr als 20 Millionen Euro zugesteuert. Doch dann feierte der Club unerwartete Erfolge im DFB-Pokal, die sich nun positiv auf das dennoch nicht zu verhindernde neunte Minus in Folge auswirken werden.

Ursprünglich hatte der HSV mit der zweiten Runde des DFB-Pokals kalkuliert. In dieser siegten die Hanseaten 3:0 bei Drittligist Wehen Wiesbaden und kassierten 664.000 Euro. Durch den 1:0-Erfolg im Achtelfinale gegen Nürnberg kamen weitere 1.328.000 Euro fürs Weiterkommen sowie rund eine halbe Million Euro durch den Ticketverkauf hinzu. Geld, das der klamme HSV dringend gebrauchen kann, um die Bilanz aufzuwerten.

Nächstes Lasogga-Vertragspoker im März

Verlängert Toptorjäger Pierre-Michel Lasogga seinen im Sommer auslaufenden Vertrag, oder verlässt er den HSV ablösefrei? Eine Entscheidung könnte bereits in den kommenden Wochen fallen. "Wir werden uns im März oder April noch mal mit Pierre zusammensetzen, und dann schauen wir weiter", sagte Sportvorstand Ralf Becker dem Portal "t-online.de".

Laut "Bild"-Zeitung soll der HSV dem mit neun Saisontoren erfolgreichsten Torjäger ein Jahressalär von rund 1,5 Millionen Euro bieten. Momentan ist Lasogga mit einem Grundgehalt von 3,4 Millionen Euro plus 45.000 Euro pro Sieg Top-Verdiener des Zweitligisten. Einen solchen Vertrag wird es beim HSV in Zukunft aber nicht mehr geben. "Die finanzielle Situation des HSV ist eine große Herausforderung. Wir müssen gewisse Regeln einhalten, um da herauszukommen. Dazu gehört auch, dass wir einen Spieler sicher auch mal nicht halten können", sagte Becker.

Lasogga hat in Trainer Hannes Wolf einen prominenten Fürsprecher. Das weiß auch Sportchef Becker: "Pierre ist ein absoluter Mannschaftsspieler, der sich auch in Phasen, in denen es für ihn persönlich nicht so läuft, immer reinhaut. In unserer momentanen Situation ist er zudem ein unfassbar guter Torjäger. Die Mischung aus seiner Persönlichkeit, seiner Einstellung und der Torgefahr macht ihn zu einem extrem wichtigen Faktor für uns."

Seeler hofft auf Arp-Comeback beim HSV

Mit seinem monatelang geheim gehaltenen Wechsel zum FC Bayern hat Fiete Arp die letzten Fußball-Romantiker wach gerüttelt. Nun hat sich Club-Idol Uwe Seeler, der bis auf ein Gastspiel beim irischen Verein Cork Celtic seine komplette Karriere für den HSV spielte, in die Debatte um den Youngster eingeschaltet. „Für immer HSV? Das gibt es heute nicht mehr. Das ist anders als früher“, sagt der frühere Stürmer der „Mopo“. „Sein Gehalt wird nicht schlecht sein, und uns geht es finanziell ja auch nicht so gut.“

Tatsächlich dürfte Arp mit seinem Bayern-Vertrag, der ihm 20 Millionen Euro in vier Jahren einbringen wird, ausgesorgt haben. Die Frage ist nur noch, wann dieser in Kraft tritt. Der Juniorennationalspieler darf selbst entscheiden, ob er in diesem Sommer oder ein Jahr später, wenn sein Kontrakt in Hamburg ausläuft, nach München wechselt. Der HSV kassiert in jedem Fall eine Ablöse in Höhe von 2,5 Millionen Euro plus erfolgsabhängige Prämien.

Vor allem in Fankreisen wird dieser Tage viel diskutiert, ob der Schritt zu den Bayern für Arp nicht zu früh kommt. Seeler: „Ob sich Fiete in München durchsetzt, weiß ich nicht. Ich traue es ihm zu, das Potenzial hat er. Wichtig ist, dass er spielt. Doch das wird nicht einfach.“

Sollte Arp am hohen Konkurrenzkampf beim Branchenprimus scheitern, hofft Seeler auf eine Rückkehr zum HSV. „Wenn er es bei Bayern nicht schafft, gibt es ja immer die Möglichkeit, dass er wieder zurückkommt. Das wäre doch eine schöne Geschichte.“ Eine Geschichte, die an den Werdegang von Mario Götze erinnern würde.

Dresden-Trainer fällt aus

Dynamo muss am Abend ohne seinen Trainer Maik Walpurgis auskommen. Der 45 Jahre alte Coach liegt mit einer akuten Bronchitis flach und kann das Team nicht betreuen, teilte der Zweitligist mit. Walpurgis’ Fehlen deutete sich bereits am Sonntag an, als er nicht mit der Mannschaft nach Hamburg reisen konnte. Auch das Training der vergangenen Tage konnte er nicht leiten. Beim HSV sollen nun die Co-Trainer Ovid Hajou und Massimilian Porcello eine Reihe vorrücken.

„Maik befindet sich bereits wieder auf dem Wege der Besserung, aber sein Gesundheitszustand erlaubt es ihm gegenwärtig noch nicht, die Mannschaft an der Seitenlinie in Hamburg zu betreuen. Geplant ist, dass der Trainerstab auch während des Spiels mit Maik in Kontakt treten kann, damit unser Cheftrainer trotz der besonderen Umstände direkten Einfluss aufs Geschehen nehmen kann“, sagte Sportgeschäftsführer Ralf Minge.

Van der Vaart feiert Geburtstag

Für viele Fans der jüngeren Generationen ist er der beste Spieler, den sie je im HSV-Trikot gesehen haben. Und heute feiert er Geburtstag: Rafael van der Vaart ist am heutigen Montag 36 Jahre alt geworden. Das Hamburger Abendblatt wünscht dem langjährigen HSV-Kapitän, -Spielmacher und -Freistoßspezialisten alles Gute!