DFB-Pokal

Erinnerung an einen Skandal: HSV spielt wieder in Paderborn

Schiedsrichter Robert Hoyzer (r.) im Jahr 2004 beim verschobenen Pokalspiel des HSV in Paderborn.

Schiedsrichter Robert Hoyzer (r.) im Jahr 2004 beim verschobenen Pokalspiel des HSV in Paderborn.

Foto: Witters

Kurioses Los im DFB-Pokal: Im Viertelfinale wird der HSV an den Betrug aus dem Jahr 2004 erinnert, der die Bundesliga erschütterte.

Köln/Hamburg. Glückslos für den HSV: Die Hanseaten treten im Viertelfinale des DFB-Pokals beim Ligarivalen SC Paderborn (2. oder 3. April) an. Das ergab die Auslosung in der ARD-Sportschau von Martina Voss-Tecklenburg (DFB-Nationaltrainerin) und „Los-Fee“ Fabian Böhm (Handball-Nationalspieler). Die Hamburger hatten im Achtelfinale am Dienstag Bundesligist Nürnberg mit 1:0 besiegt.

„Leider hat es nicht mit einem Heimspiel geklappt. Sportlich gesehen ist Paderborn eine richtig gute Zweitligamannschaft. Es wird eine schwierige Aufgabe, aber wir wollen natürlich weiterkommen“, sagte der Sportvorstand Ralf Becker über das ligainterne Duell mit dem Tabellen-Siebten.

HSV in Paderborn: Wie war das mit Schiedsrichter Hoyzer?

Und es werden Erinnerungen an den Schiedsrichter Robert Hoyzer und die Wett-Mafia wach: Am 21. August 2004 besiegte der damalige Drittligist SC Paderborn den HSV in der ersten Rundes des DFB-Pokals mit 4:2 nach umstrittenen Entscheidungen Hoyzers. Der Referee hatte später zugegeben, vor dem Spiel bestochen worden zu sein.

Hier können Sie die Skandal-Geschichte um den HSV in Paderborn nachlesen.

Und die Reaktionen im Netz ließen nicht lange auf sich warten. „Mir würde da ein passender Schiedsrichter einfallen“, twitterte ein User um 18.35 Uhr. Hoyzer hatte zugegeben, mehrere Fußballspiele verpfiffen und dafür von der kroatischen Wettmafia Geld bekommen zu haben. Das prominenteste Spiel war das des HSV mit Trainer Klaus Toppmöller in Paderborn.

Unter anderem pfiff Hoyzer einen falschen Elfmeter für Paderborn und stellte HSV-Stürmer Emile Mpenza wegen angeblicher Schiedsrichterbeleidigung vom Platz. Zu diesem Zeitpunkt hatte der HSV 2:0 geführt. Als der Skandal Monate später aufflog, legte Hoyzer ein Geständnis ab und wurde zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt.

DFB-Pokal: Für den HSV ist das Halbfinale drin

Fernab von Hoyzer bietet das Los Paderborn für den HSV eine große Chance, mit einem Sieg gegen den Zweitligisten erstmals seit 2009 wieder das Halbfinale im DFB-Pokal zu erreichen. Damals schieden die Hamburger gegen Werder Bremen aus.

DFB-Pokal: Losglück für den FC Bayern

Die weiteren Partien des DFB-Pokal-Viertelfinales: Werder Bremen muss bei Schalke 04 antreten. Bayern München spielt gegen den FC Heidenheim, der Bayer Leverkusen besiegte. Der FC Augsburg spielt gegen RB Leipzig.

Die Heidenheimer nahmen die Auslosung mit Humor: "Favorit sind wir nicht in dem Spiel. Aber das ist ein riesiges Erlebnis", sagte Heidenheims Beiratsvorsitzender Rainer Domberg in der ARD.

Bei den Frauen trifft Titelverteidiger VfL Wolfsburg im Viertelfinale auf den 1. FFC Turbine Potsdam, Rekord-Pokalsieger 1. FFC Frankfurt empfängt Vizemeister Bayern München. Die übrigen Partien: Bayer Leverkusen - 1899 Hoffenheim und Borussia Mönchengladbach - SC Freiburg. Die Viertelfinalspiele finden am 13. März statt, das Pokalfinale der Frauen steigt am 1. Mai in Köln. „Wolfsburg gegen Potsdam ist die Knaller-Partie. Aber auch die anderen Spiele sind interessant“, sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die als Ziehungsleiterin fungierte.

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