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Wie der HSV-Pokalgegner den Flughafenstreik umdribbelte

Wolf über das HSV-Lazarett: "Da habe ich richtig gezuckt"

Vor dem Achtelfinale im DFB-Pokal gegen den 1. FC Nürnberg spricht HSV-Trainer Hannes Wolf über die Personallage und die Aufarbeitung der Bielefeld-Pleite.

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Wunschspieler Gyamerah macht Schluss in Bochum. Strafmaß für Sakai steht. Lasogga fällt aus. Wolf nimmt sich Arp zur Seite.

Trotz Flughafenstreiks: FCN landet in Hamburg

Den ersten Gegner hat der morgige HSV-Pokalgegner schon mal gekonnt umdribbelt: Obwohl wegen des kurzfristigen Warnstreiks der Bodenverkehrsdienste am Montagnachmittag seit 15.30 Uhr keine Landungen am Hamburg Airport mehr möglich waren, schwebte die Mannschaft des 1. FC Nürnberg am Montagnachmittag planmäßig in Fuhlsbüttel ein. Grund: Der Bundesligaclub war mit einer Chartermaschine untwerwegs. Flug MHV 1900 der Rhein-Neckar Air landete um 17.45 Uhr.

Der ebenfalls für den Nachmittag vorgesehene Eurowings-Linienflug EW 7052 wurde dagegen wie 220 weitere Flüge annulliert.

Bochums Jan Gyamerah auf dem Zettel?

Nach David Kinsombi (Holstein Kiel), Niklas Dorsch (1. FC Heidenheim) und Grischa Prömel (Union Berlin) ist nun offenbar ein weiterer Name auf der Einkaufsliste für die kommende Saison gelandet.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll der HSV an Außenverteidiger Jan Gyamerah vom VfL Bochum interessiert sein. In dieser Saison bestritt der frühere deutsche U-18-Nationalspieler für die Westfalen alle bislang 20 Zweitligaspiele.

Da Gyamerahs Vertrag zum Saisonende ausläuft, wäre der schnelle und vielseitig einsetzbare Rechtsfuß (Marktwert laut transfermarkt.de 1,5 Millionen Euro) ablösefrei.

Und zumindest ist schon einmal klar, dass Gyamerah Bochum im Sommer verlassen wird. "Jan hat unser finales Vertragsangebot, für das wir uns als VfL finanziell bis an die Decke gestreckt haben, abgelehnt", sagte Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz der Funke-Mediengruppe.

"Er hat uns mitgeteilt, dass er parallel mit anderen Vereinen Verhandlungen führt." Ob es sich dabei auch um den HSV handelt, ließ Schindzielorz nicht durchblicken. Das Hamburger Interesse an dem 23-Jährigen soll ligaunabhängig bestehen.

Sakai muss zweimal aussetzen

Gotoku Sakai ist wie erwartet für zwei Ligaspiele gesperrt worden. Das DFB-Sportgericht veröffentlichte am Montag das rechtskräftige Urteil wegen unsportlichen Verhaltens. Der HSV hat bereits zugestimmt.

Sakai hatte am Sonnabend in der 11. Minute Bielefelds Andreas Voglsammer per Notbremse am Torschuss gehindert und war deshalb von Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin) des Feldes verwiesen worden.

Durch die Sperre verpasst Sakai die Spiele gegen Dynamo Dresden und beim 1. FC Heidenheim. Im Pokal gegen Nürnberg ist der Japaner hingegen einsatzberechtigt.

Lasogga fällt aus, Hoffnung bei Arp und Özcan

Bei Pierre-Michel Lasogga wollte Hannes Wolf noch das Training am Montag abwarten – und nach der Vormittagseinheit herrschte Gewissheit: Für den Torjäger wird es nichts mit einem Einsatz gegen den 1. FC Nürnberg.

Der 27-Jährige fehlte ebenso auf dem Platz wie Gideon Jung (Adduktoren), dessen Ausfall Wolf allerdings schon am Sonntag angekündigt hatte.

Lasogga laboriert seit einem Linksschuss aus dem Spiel gegen Sandhausen an Wadenproblemen, die schon am Wochenende einen Einsatz verhinderten.

Hoffnung gibt es für das Pokal-Achtelfinale am Dienstag (18.30 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de) dagegen bei Fiete Arp (zuletzt Rückenprobleme) und Berkay Özcan (Prellung am Fuß), die heute beide am Mannschaftstraining teilnahmen.

Wolf nimmt sich Arp zur Seite

Mit Arp führte Wolf nach dem Abschlusstraining noch ein längeres Gespräch. Möglich also, dass der Youngster gegen Nürnberg eine weitere Bewährungsprobe im Angriff erhält.

Bereits am Sonntag hatte Wolf einen Startelf-Einsatz für Arp angedeutet, den 19-Jährigen aber gleichzeitig in die Pflicht genommen. "Die Chance muss man dann halt auch nutzen, Vollgas geben, sich reinwerfen und einfach ein gutes Spiel machen", sagte Wolf.

Sollte Arp, der seinen bislang einzigen Saisontreffer beim 5:3-Sieg in der ersten Runde gegen Erndtebrück erzielte, tatsächlich in die Sturmspitze rücken, könnte dies das Aus für Tatsuya Ito bedeuten. Der Japaner würde dann aller Voraussicht nach den Platz im offensiven Mittelfeld für Özcan räumen müssen.

Nürnberg ohne Ilicevic, aber wohl mit Mathenia

Auf Nürnberger Seite wird es unterdessen kein Wiedersehen mit Ivo Ilicevic geben. "Er ist noch kein Thema", sagte Trainer Michael Köllner am Montag über den ehemaligen Hamburger, den die Franken kurz vor Winter-Transferschluss noch unter Vertrag genommen hatten.

Wahrscheinlicher ist dagegen ein Einsatz von Ex-HSV-Torhüter Christian Mathenia, der am Wochenende gegen Werder Bremen (1:1) zwischendurch k.o. gegangen war.

"Bei Mathenia laufen die letzten neurologischen Tests, es geht ihm soweit aber gut", sagte Köllner, der den HSV in der abschließenden Pressekonferenz außerdem als "Top-Mannschaft" adelte.

Der HSV sei ein Verein, "bei dem man sich auch heute noch die Augen reibt, dass er in der Zweiten Liga eingruppiert ist." Dort spiele Hamburg nun aber im Grunde genommen mit einer Bundesliga-Mannschaft, so Köllner.

Ob mit Stürmer Törles Knöll ein weiterer ehemaliger Hamburger im Kader sein wird, ließ Nürnbergs Trainer noch offen.

"Papa" flankt wieder – zu Lacroix' Nachteil?

In der Innenverteidigung des HSV könnte es bald schon eine weitere Alternative geben. Am Montag mischte Kyriakos Papadopoulos munter im Mannschaftstraining mit. "Papa" zeigte sich sehr aktiv, schlug Flanken und schoss aufs Tor.

Der Grieche kam in dieser Saison wegen eines Knorpelschadens noch überhaupt nicht zum Einsatz. Bei optimalem Verlauf könnte der 26-Jährige in zwei Wochen erstmals in den Zweitliga-Kader rücken.

Dies wäre wiederum gleichbedeutend mit einem Signal für Léo Lacroix, den HSV noch vor dem Ende des Leihgeschäfts mit AS St. Ètienne im Sommer zu verlassen. Bis zum 15. Februar etwa könnte der Schweizer Nationalspieler noch in sein Heimatland wechseln.

Winkt den HSV ein Bremer ins Viertelfinale?

Erst die grüne Wand zur Pressekonferenz, jetzt auch noch zwei Bremer im Schiedsrichterteam. Während Haupt-Referee Harm Osmers zumindest in Bremen geboren ist, lebt mit Thomas Gorniak einer der beiden Assistenten für das Spiel gegen Nürnberg noch immer in der Hansestadt.

Ein schlechtes Omen ist die Ansetzung jedoch keinesfalls. Unter Osmers hat der HSV in dieser Saison schließlich bereits einen 3:2-Heimsieg gegen den 1. FC Heidenheim gefeiert. Und für die grüne Plane, vor deren Hintergrund der HSV gestern zur Pressekonferenz geladen hatte, gibt es auch eine einfache Erklärung: Dort werden zum Pokal die Logos der exklusiven DFB-Sponsoren angebracht.

Handballer Böhm lost das Viertelfinale

Sollte der HSV in die Runde der letzten acht einziehen, würde ein Handballer zur Glücksfee. Denn Nationalspieler Fabian Böhm lost am Sonntag im Rahmen der ARD-"Sportschau" (ab 18.15 Uhr) die Partien für das Viertelfinale im DFB-Pokal aus.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg übernimmt im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund die Rolle der Ziehungsleiterin. Die Viertelfinalspiele werden am 2. und 3. April ausgetragen.

Millionenspiel gegen Nürnberg

Das nötige Kleingeld für neue Transfers könnte der HSV auch über den DFB-Pokal einnehmen. Übersteht die Mannschaft das Achtelfinale gegen den 1. FC Nürnberg, wären im Viertelfinale zusätzliche Einnahmen von 1,3 Millionen Euro garantiert.

Slomka positioniert sich in der Lasogga-Frage

Geld könnte der HSV auch für eine Weiterbeschäftigung Pierre-Michel Lasoggas gebrauchen. Noch steht eine Einigung mit dem internen Toptorjäger (neun Treffer) aus, dessen Vertrag zum Saisonende abläuft.

Auch zu seiner Hamburger Zeit habe der HSV 2014 vor der schwierigen Frage gestanden, ob mit Lasogga über das Vertragsende hinaus gehalten werden solle oder nicht, berichtete nun Mirko Slomka im NDR-"Sportclub".

"Entscheidet man aus der Leidenschaft für Fußball, muss man einfach mit ihm verlängern. Er ist einfach ein Typ und passt hierher", sagte Slomka auch in Erinnerung an Lasoggas Treffer zum Klassenerhalt in der Relegation gegen Fürth vor knapp fünf Jahren.

"Er ist ein Junge, den kann man gebrauchen", sagte Slomka. Dennoch gehe er davon aus, dass HSV-Sportchef Ralf Becker die Gespräche mit Lasogga sowie dessen Mutter und Beraterin Kerstin "sehr, sehr, sehr clever" angehe.

Sein Lasogga-Plädoyer schloss Slomka schließlich mit einem Lacher. Als er von Moderator Martin Roschitz gefragt wurde, ob der Stürmer wohl auch für die Hälfte seines bisherigen auf 3,4 Millionen Euro geschätztes Jahresgehalt beim HSV spielen würde, entgegnete Slomka an das Publikum gewandt: "Das ist auf jeden Fall immer noch viel Geld, oder nicht?"

Slomka lobt den Anti-Doll Wolf

Nach dem Spiel in Bielefeld sprach Hannes Wolf angesichts des frühen Platzverweises für Gotoku Sakai von einer anschließenden "taktischen Improvisation" in der Offensive.

Dass der Trainer seine Profis auch auf unvorhergesehene Situationen vorbereitet, ließ indirekt nun auch Slomka durchblicken. Bei einem Besuch in La Manga habe er Wolf kürzlich genau beobachtet, berichtete der ehemalige HSV-Coach im NDR-"Sportclub".

Dabei sei er von dessen Arbeitsweise sehr angetan gewesen. "Er hat sehr, sehr viele Aufgaben für seine Mannschaft bereitgelegt, es war eine sehr spannende Trainingseinheit", sagte Slomka über Wolf, der "ein komplett anderer Trainer" sei als etwa Thomas Doll.

Wolf habe im Winter-Trainingslager "ganz viele unterschiedliche Spielformen" einstudiert, sagte Slomka. "Er hat der Mannschaft immer wieder neue Gedanken gegeben. Sie musste sich immer wieder neu darauf einstellen."

Slomka findet Doll-Wahl "wunderbar"

Zu Berichten, ein eigenes Engagement bei Hannover 96 sei an dem Veto von Manager Horst Heldt gescheitert, sagte Slomka: "Ich glaube, dass es ein gewisses Interesse gab, aber keine Einstimmigkeit."

Dass die Niedersachsen letztlich Thomas Doll den Zuschlag gaben, mit dem er Anfang des Jahres gemeinsam durch Spanien reiste, sei für ihn kein Problem, sagte Slomka.

"Ich finde diese Wahl ehrlich gesagt wunderbar. Ich glaube, dass er mit seiner motivierenden Art, der fordernden Ansprache und seiner Freude der Mannschaft unheimlich weiterhelfen kann."

Jüngste HSV-Elf seit 47 Jahren

Gegen Bielefeld stand die jüngste Hamburger Mannschaft in einem Pflichtspiel seit 1972 auf dem Platz. 23,3 Jahre waren die Spieler im Schnitt jung, auch weil mit Josha Vagnoman für Lasogga ein 18-Jähriger in die Startelf rückte.

Bilder von der HSV-Niederlage in Bielefeld: