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TV-Löwe Ralf Dümmel: "HSV? Ich habe genug zu tun"

Hwang bereitet Südkoreas Siegtor vor. Hunke: Aufstieg ist existenziell. Fast-HSV-Profi Baffo heuert bei Konkurrenzclub an.

Hwang bereitet Südkoreas Siegtreffer vor

HSV-Profi Hee-Chan Hwang hat Südkorea zu einem erfolgreichen Start in die Asienmeisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten verholfen. Der Linksaußen bereitete im Auftaktspiel gegen die Philippinen in Dubai den 1:0-Siegtreffer seines Namensvetters Ui-Jo Hwang vor (67. Minute) – was die heimischen TV-Kommentatoren in Ekstase versetzte.

Hee-Chan Hwang, der zu Saisonbeginn leihweise von Red Bull Salzburg zum HSV gewechselt war, spielte 90 Minuten durch. Der frühere HSV-Spieler Kevin Ingreso (25) wurde bei Außenseiter Philippinen eine Viertelstunde vor dem Ende ausgewechselt. Nächster Gegner der Südkoreaner in Gruppe C ist am Freitag (17 Uhr) Kirgisistan, das sein Auftaktspiel gegen China mit 1:2 verlor.

Ralf Dümmel: "HSV? Ich habe genug zu tun"

Unternehmer Ralf Dümmel, Investor der TV-Show "Die Höhle der Löwen", hat sich beim Abendblatt-Neujahrsempfang zu einer möglichen Beratertätigkeit beim HSV geäußert. Der Fan des Zweitligisten ist Dauerkarteninhaber im Volkspark. Die "Hamburger Morgenpost" hatte am vergangenen Freitag über eine Verbindung zu HSV-Chef Bernd Hoffmann berichtet. Dümmel dementierte nun, als Berater für den Club tätig zu sein oder zu werden.

"Es war nie angedacht, und es gab auch nie ein Gespräch zu einer möglichen Beratung des HSV. Es gab mal ein Treffen mit Herrn Hoffmann. Ich kenne ihn seit mehr als 20 Jahren noch aus Zeiten von Sportfive, wir haben uns mal ausgetauscht, es fiel auch das Wort Merchandising. Es war aber nie die Frage, ob ich berate", sagte Dümmel. "Ich habe erstens genug zu tun, und zweitens gibt es sicher eine Schlange von Menschen, die den HSV beraten wollen und es im Zweifel auch besser können als ich."

Ralf Dümmel über ein mögliches HSV-Engagement

Auch ein Investment in den HSV schließt Dümmel aus: "Ich investiere gerne in Sachen, wo ich wirklich helfen kann. Schuster bleib bei deinen Leisten. Und das sind Start-ups. Das ist das, was ich kann, und dabei würde ich auch gerne bleiben."

Fast-HSV-Profi Baffo heuert bei Konkurrenzclub an

Im vergangenen Sommer wäre Joseph Baffo beinahe beim HSV gelandet. Am Ende scheiterte der Wechsel am Gesundheitszustand: Der ghanaische Innenverteidiger benötige nach einem Kreuzbandriss noch zu viel Zeit, um wieder voll belastbar zu sein, hieß es vonseiten des Vereins.

Jetzt heuert Baffo (26) bei der Konkurrenz an: Der MSV Duisburg hat mit ihm einem Vertrag bis Saisonende geschlossen. Zur Probe hatte Baffo bereits seit Jahresbeginn bei den "Zebras" mittrainiert. Trainer Torsten Lieberknecht kennt ihn noch aus seiner Zeit bei Eintracht Braunschweig, wo er bis Juni vergangenen Jahres unter Vertrag stand.

Hunke: HSV ist zum Aufstieg verdammt

Präsidentschaftskandidat Jürgen Hunke sieht den HSV in einer existenziellen Krise. "Die größte Not, die wir haben, ist die Insolvenzgefahr, dass wir total überschuldet sind und keine Kredite bei Banken mehr bekommen", sagte der 75 Jahre alte Unternehmer am Montag beim Neujahrsempfang des Abendblatts.

Jürgen Hunke über seinen Horrorurlaub und den HSV

Auch deshalb habe er seine Haltung gegenüber HSV-Investor Klaus-Michael Kühne geändert. "Ich glaube, dass man mit ihm noch einmal ein Gespräch führen muss. Wir müssen in dieser Situation alle an einem Strang ziehen. Die Banken helfen uns nicht mehr." Den HSV sieht Hunke zum Aufstieg verdammt: "Dann kann der Verein das nicht mehr schaffen. Wo sollen wir dann die Schulden tilgen?"

Die prekäre Situation des Vereins habe ihn dazu bewogen, noch einmal als Präsident antreten zu wollen: "Eigentlich bin ich einem Alter, in dem ich mich ausruhen kann. Aber als ich vor 25 Jahren als Präsident aufgehört habe, habe ich den Fans und Mitgliedern versprochen, dass ich, wenn irgendwann große Not ist, wieder helfen würde." Hunke war von 1990 bis 1993 Präsident des HSV und gehörte insgesamt zwölf Jahre lang dem Aufsichtsrat an.

Hartmann sieht wirtschaftliche Lage als "prioritäres Thema"

Hunkes Mitbewerber Ralph Hartmann schlug moderatere Töne an. Dass der HSV aufsteigen müsse, um nicht pleite zu gehen, so weit würde er nicht gehen. "Aber es wäre die einfachste und vernünftigste Möglichkeit, um beispielsweise TV-Gelder zu generieren", sagte der frühere HSV-Schatzmeister beim Neujahrsempfang.

Ralph Hartmann beim Abendblatt-Neujahrsempfang

Im Fall einer Wahl würde Hartmann (53) zunächst einmal mit allen Mandatsträgern im Verein Gespräche führen, um die Situation einschätzen zu können. "Und dann werden wir mal ein Programm entwickeln." Die wirtschaftliche Situation sei aber "das prioritäre Thema". Anders als Hunke ist Hartmann bereit, auch das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden zu übernehmen.

Das Engagement von Investor Klaus-Michael Kühne sieht Hartmann "sehr positiv. Ohne Herrn Kühne wird es nicht gehen. Man wird mit einem Hauptgesellschafter Gespräche führen müssen." Im Fall des Aufstiegs seien auch Investitionen in den Kader notwendig.

Jansen sieht sportlichen Erfolg als Schlüssel zur Sanierung

Einen anderen Schwerpunkt setzt der dritte Präsidentschaftskandidat. "Da wir ein Fußballverein sind, liegt das Hauptaugenmerk auf dem Sport, gerade nachdem wir in den vergangenen Jahren viel Unruhe und viele Wechsel im Verein hatten und auf der Suche nach einer Identität sind", sagte Aufsichtsrat und Ex-Profi Marcell Jansen (33) am Mikrofon von Abendblatt.tv. Aber auch im Bereich Sponsoring und Vermarktung lägen gerade im e.V. "viele Potenziale brach".

Sich selbst sieht er deshalb als idealen Kandidaten. "Es wäre ein richtiger Schritt, den Präsidenten mit der Sportkompetenz auszustatten, weil wir nur durch sportlichen Erfolg die Situation beruhigen können." Den Vorsitz des Aufsichtsrats strebe er nicht unbedingt an.

Marcell Jansen: HSV-Präsident soll sich um den Sport kümmern

Aogo empfand HSV-Zeit als belastend

Dennis Aogo hat seine Zeit beim HSV (2008 bis 2013) nicht als unbeschwert in Erinnerung. "In Hamburg musste ich früh eine Führungsrolle übernehmen, ich war der einzige Nationalspieler des Vereins und damit eine Art Aushängeschild. Damit sind auch die Erwartungen an mich gestiegen. Das war teilweise ganz schöne belastend", sagte der 31-Jährige dem Fachmagazin "Kicker".

In den folgenden Jahren beim FC Schalke 04 habe er sich viel mit sich selbst beschäftigt und seinen Werdegang reflektiert. Dabei habe er auch professionelle Hilfe in Anspruch genommen. Es sei im Nachhinein betrachtet "die wichtigste Phase meines Lebens. Ich habe sehr viel über mich gelernt. Es hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin." Linksverteidiger Aogo spielt seit 2017 für den VfB Stuttgart.

"Kicker" sieht Douglas Santos und Mangala ganz vorn

Apropos "Kicker": Der Zeitschrift wurde zuletzt ja vom HSV unterstellt, die Leistungen in der laufenden Zweitligasaison zu schlecht zu bewerten. In der vom Fachmagazin erstellten "Rangliste des deutschen Fußballs" schneiden die Hamburger Profis allerdings sehr gut ab. Gleich zwei Defensivspieler sieht der "Kicker" nach der Hinrunde als Nummer eins auf ihrer Position. Douglas Santos (Notenschnitt 2,97) liege unter allen Außenverteidigern "klar vorn". Orel Mangala (2,94) gar sei im defensiven Mittelfeld "nicht von dieser Liga".

Auch Spielmacher Aaron Hunt verdiente sich dank seines starken Jahresendspurts das Prädikat "herausragend". Christoph Moritz hingegen ist für den "Kicker" der "Absteiger" der Hinrunde. Im Sommer noch als "herausragend" eingestuft, flog der Neuzugang ganz aus der Wertung.