Zweite Liga

HSV-Trainer Wolf zieht eine Bilanz der Hinrunde

HSV-Trainer Hannes Wolf ist zufrieden mit seinem Team – das heißt aber nicht, dass es keine Kritikpunkte gäbe.

HSV-Trainer Hannes Wolf ist zufrieden mit seinem Team – das heißt aber nicht, dass es keine Kritikpunkte gäbe.

Foto: Witter

Nach der Herbstmeisterschaft spricht Hannes Wolf über die Transferperiode, Holtbys Wechselärger und Lasoggas Fitness.

Hamburg. Nach anderthalb Stunden Training am Sonnabendvormittag hat HSV-Trainer Hannes Wolf nur noch einen Wunsch: „Jungs, macht es nicht zu lange. Es ist eiskalt“, ruft der Coach den wartenden Journalisten zu, ehe er dann doch in aller Ausführlichkeit über den Sieg im letzten Hinrundenspiel gegen Duisburg und den Ausblick auf die Rückrunde spricht. Mit den Medienvertretern sprach Wolf über…

…die Frage, wie nah die Mannschaft nach dem siebten Sieg im achten Pflichtspiel unter seiner Führung an seiner Idealvorstellung dran ist: „Von den Ergebnissen her ist es bislang top gelaufen. Aber natürlich gibt es auch viele Dinge, die man fußballerisch besser machen kann. Trotzdem müssen wir auch realistisch bleiben. Wir können jetzt nicht daher kommen und sagen, wir wollen wie Real Madrid an ihren besten Tagen auftreten. Aber insgesamt machen wir es schon sehr gut. Die Jungs investieren sehr viel, sind mental voll da und spielen auch guten Fußball. Gerade die erste Halbzeit in Duisburg hat mir auch fußballerisch auf schweren Boden gut gefallen. Insgesamt bin ich zufrieden.

…die Frage, ob er Impulse setzen muss oder die Mannschaft selbst eine Gewinnermentalität entwickelt hat: „Die Mannschaft ist sehr leistungsbereit. Das sieht man in jedem Training und das sieht man auch im Spiel.“

…die Konkurrenzsituation an der Tabellenspitze: „Keiner hat sich aufgegeben. Jedes Spiel ist ein Pokalspiel – und das wird auch genau so weiter gehen. Mannschaften wie St. Pauli und Union schnuppern ja auch an den Top Drei.“

…die Transferperiode: „Die Mannschaft ist top besetzt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, genauso auch in die Rückrunde zu gehen. Trotzdem haben wir natürlich auch die Verantwortung, zu überprüfen, ob wir es nicht noch besser machen können. Wir sind in Gesprächen. Aber die Frage ist ja auch, was überhaupt möglich und realisierbar wäre. Es gibt auch keine Position, auf der ich Bedarf sehe.“

…Neuzugänge: „Wir bekommen die Neuzugänge aus den eigenen Reihen: Gideon Jung, Papadopoulos und Pierre-Michel Lasogga, der jetzt auch schon vier Spiele in Folge nicht dabei war.“

…den Gesundheitsstand von Pierre-Michel Lasogga: „Eine Prognose im Hinblick auf das Kiel-Spiel ist nicht so einfach. Klar ist, dass die Wade wieder zu 100 Prozent hergestellt werden muss. Er bewegt sich schon ganz gut, aber ich will mich noch nicht zu früh festlegen. Nur wenn er zu 100 Prozent fit ist, wird er im Kader in Kiel dabei sein.“

…Lewis Holtbys Ärger über dessen Auswechslung: „Das ist geklärt. Ich muss die Entscheidung treffen dürfen. Aber es ist auch völlig nachvollziehbar, dass ihm diese Entscheidung in diesem Moment nicht gefällt. Das kann ich total verstehen. Es ist gut, dass er sich nicht darüber freut – auch wenn man das vielleicht nicht jedes Mal direkt so zeigen muss. Aber das sind Kleinigkeiten. Wir haben ein gutes Miteinander – und das muss auch so bleiben. Da müssen wir ein bisschen aufpassen, aber das war wirklich nicht dramatisch.“

…Aaron Hunts Leistung: „Er ist sehr fleißig. Sehr konstant. Er ist einfach ein sehr guter Fußballer, der immer wieder letzte und vorletzte Pässe liefert. Aber er arbeitet da vorne auch unheimlich viel. Ein sehr guter, sehr wichtiger Spieler.“

…das Gerücht, das Hunt langsam sein soll: „Wir haben insgesamt ein sehr gutes Tempo auf dem Platz und wir haben Spieler, die dieses Tempo gut anspielen können. Da gehört vor allem Aaron dazu. Aber wenn er will, kann er auch selbst ganz schön schnell laufen. Er ist aber auch nicht der Spieler, der jedes Mal in die Tiefe startet. Soll er auch gar nicht.“

…das Hinspiel gegen Kiel: „Ich war unterwegs und habe das Spiel damals tatsächlich im HSV-Netradio gehört. In voller Länge. Ich hatte einfach Bock gehabt. Aber ich werde es mir jetzt nicht noch einmal angucken, weil es einfach zu lange her.“

…die Unterstützung der Fans: „Das ist tatsächlich großartig. So viele Leute an einem Freitagabend in Duisburg. Das ist schon außergewöhnlich. Das macht auch was mit der Mannschaft. Die nehmen das komplett wahr.“

…die Psychologie des Erfolgs: „Das ist ganz wichtig für den Kopf, dass man eine Mischung hinbekommt aus „das wird schwer“ und „wir können das hinbekommen“. Genau diese Mischung braucht man. Respekt und Vertrauen in die eigene Stärke.“