HSV

Wolf: "Ich bin nicht hier, um eine Revolution zu machen"

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Vor dem Pokalspiel in Wiesbaden hält sich der neue HSV-Trainer bedeckt. Dafür spricht er über das Miteinander im Verein.

Hamburg. Hannes Wolf hält sich bedeckt. Nach dem 1:0-Sieg bei Magdeburg am Freitagabend lässt der neue HSV-Trainer kaum durchblicken, auf welche Strategie er im Pokalspiel beim SV Wehen Wiesbaden am Dienstag (20.45 live auf Sky/im Ticker auf abendblatt.de) setzen wird. Stattdessen lobte er die Unterstützung aus dem Verein nach seinem Kaltstart kurz vor dem ersten Pflichtspiel.

"Auf menschlicher Ebene passt das top. Da habe ich ein sehr sehr gutes Gefühl", sagte Wolf. Inhaltlich stehe er mit dem Trainerteam nah beieinander. "Ich bin nicht hier, um eine Revolution zu machen." Stattdessen schaue er, wie die Dinge zuvor gehändelt wurden und versuche dort seine persönliche Note einzubringen. "Fast nicht zu glauben, dass es erst eine Woche ist, weil so viel passiert ist", sagte Wolf und wirkte beinahe erleichtert über das gute Miteinander im Team.

Wolf: "Wehen ist eine Spitzenmannschaft"

Im Hinblick auf das kommende Spiel mahnte Wolf aber vor zu großer Euphorie: "Das Spiel gegen Magdeburg ist keine Blaupause für Wiesbaden. Wir fahren da nicht hin und gewinnen einfach so im Vorbeigehen", sagte der Coach auf der Pressekonferenz am Sonntag.

"Wehen ist ganz eindeutig eine Spitzenmannschaft in der Dritten Liga." Die Hessen hatten in der ersten Runde den HSV-Lokalrivalen FC St. Pauli Mitte August mit 3:2 nach der Verlängerung aus dem Rennen geworfen. Zwar waren die Drittligisten schwach in die Zweitliga-Saison gestartet, vergangene Woche folgte jedoch die Sensation: Wiesbaden siegte furios 5:2 beim Karlsruher SC, vergab aber am Sonnabend zu Hause gegen Zwickau (0:0) weitere gute Möglichkeiten, um drei Punkte einzufahren.

Wolf: "Der Pokal sieht total cool aus"

Gegen den Tabellensechsten der Dritten Liga erwartet Wolf ein enges Spiel. "Das ist eine absolute Profimannschaft. Die können dagegen halten, haben auch die Möglichkeit, uns wehzutun", sagte der Coach. "Ich erwarte aber von uns, dass wir es richtig gut machen."

Denn auch persönlich sei ihm der DFB-Pokal wichtig. "Es ist ein super Wettbewerb, weil er eine gewisse Brisanz hat", sagte Wolf und ergänzte schmunzelnd: "Ich finde, der Pokal sieht total cool aus."

Für den HSV hingegen ist ein Weiterkommen nicht nur Herzenssache, sondern auch ein Muss: Bei einem Rekordverlust im laufenden Geschäftsjahr von wohl mehr als 20 Millionen Euro, ist eine Prämie von 664.000 Euro für den Einzug ins Achtelfinale wohl mehr als willkommen.

HSV-Spieler einsatzbereit für den Pokal

Die Mannschaft jedenfalls sei bereit für die kommende Herausforderung. "Der erste Eindruck hat gezeigt, dass in dem Bereich Fitness gut gearbeitet wurde", sagte Wolf und lobte damit die Arbeit seines Vorgängers Christian Titz. "Wir haben von der Intensität und der Laufbereitschaft auch mit zehn Mann gezeigt, dass es ein intaktes Gebilde ist, das auch Substanz hat."

Zumal seien alle Spieler einsatzbereit. Mittelfeldspieler Orel Mangala hatte zwar das Training am Sonntag abgebrochen. Das sei aber nur aus Vorsichtsgründen geschehen, versicherte Wolf. "Das Spiel ist erst zwei Tage her und Orel war schon müde. Da haben wir keinen Grund gesehen, irgendwas zu riskieren."

Der in Magdeburg mit Gelb-Rot vom Platz gestellte Innenverteidiger David Bates werde im Pokal auflaufen. Sollte er schon in Wiesbaden den Ersatzmann einsetzen, sieht Wolf die Gefahr, „die Wertigkeit des Pokalspiels herabzustufen“.

Im Hinblick auf die englische Woche will der Trainer in der Aufstellung also keine großen Änderungen vornehmen. "Es ist keine echte englische Woche. Wir haben viel Platz und Raum dazwischen." Alle Spieler seien am Dienstagabend wieder bereit. "Die Belastung dieser Woche ist kein Argument, zu rotieren."