Vor Gastspiel mit Bochum

Ein HSV-Erlebnis schmerzt Robert Tesche noch immer

Robert Tesche (l.) im Duell mit Sandhausens
Maximilian Jansen.

Robert Tesche (l.) im Duell mit Sandhausens Maximilian Jansen.

Foto: picture alliance/dpa

Kommende Woche kehrt der Mittelfeldmann zurück in den Volkspark. Im aktuellen HSV-Team gibt es nur noch zwei frühere Weggefährten.

Hamburg.  Als der VfL Bochum am Freitag die Vertragsverlängerung mit Trainer Robin Dutt bis 2020 bekannt gab, dürfte sich ein Spieler besonders gefreut haben: Robert Tesche. Der frühere Mittelfeldmann des HSV spielt seine zweite Saison beim VfL – aber erst unter Dutt wurde Tesche zum Leistungsträger. „Es ist immer einfacher, wenn ein Trainer dir vertraut“, sagt Tesche im Abendblatt-Gespräch. „Manche mögen deine Spielart, manche nicht. Davon muss man sich unabhängig machen. Im Fußball kann sich vieles schnell ändern.“

Kaum einer weiß das besser als der 31-Jährige, der Sonntag in einer Woche mit Bochum zum HSV zurückkehrt, für den er zwischen 2009 und 2014 in 63 Bundesligaspielen vier Tore erzielte. Für eine Million Euro holte ihn der damalige Clubchef Bernd Hoffmann aus Bielefeld. Heute ist Hoffmann wieder auf seinem alten Posten – und auch Tesche kommt zurück in den Volkspark.

Neue Heimat in Bochum

„Ich freue mich auf das Spiel, die Atmosphäre und die alten Kollegen.“ Aus der aktuellen Mannschaft spielte er nur noch mit Tom Mickel und Pierre-Michel Lasogga zusammen. Mit Letzterem erlebte Tesche einen der emotionalsten Momente, die Relegation in Fürth 2014. Tesche, der damals zwischenzeitlich zur zweiten Mannschaft degradiert wurde, stand unter Trainer Mirko Slomka plötzlich wieder in der Startelf. Und schaffte mit viel Glück die Rettung. „Da ist eine große Last von uns abgefallen.“ Emotionaler war nur das verlorene Halbfinale in der Europa League 2010 beim FC Fulham, als der HSV durch zwei Gegentore in der Schlussphase das Heimfinale verspielte. „Das war ein trauriges Erlebnis, das noch immer schmerzhaft ist.“

Schmerzhafter war aber die Phase, in der Tesche beim HSV fallen gelassen wurde. „Wie ich zum Teil von der Vereinsführung behandelt wurde, war schon schwierig. Aber das ist Teil des Geschäfts. Das ist Vergangenheit. Der Trubel war aber schon immer extrem“, sagt er heute. Über Nottingham und Birmingham fand er in Bochum seine neue Heimat. Hier lebt er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern.

Tipps über das HSV-Spiel wird Tesche seinem Trainer Dutt nicht mehr geben können. Die Probleme der Hamburger hat er aber mitbekommen. „Der HSV hat immer viel Ballbesitz, gegen tief stehende Gegner ist es schwer“, sagt Tesche. „Du musst Risiko gehen, da fängst du dir mal ein Kontertor. Mal schauen welchen Matchplan sich unser Trainer ausarbeitet.“