Einzelkritik

HSV: Asiatisch höflich und fast ein 100-Meter-Weltrekord

Holtby und Hunt trafen: Der HSV hat einen neuen Dirigenten, viele Nebenrollen und fürchtet einen englischen Scout. Die Einzelkritik.

Darmstadt/Hamburg. Das nennt man wohl einen Brustlöser: Ausgerechnet Aaron Hunt und Lewis Holtby haben die beiden Tore des HSV zum 2:1-Sieg bei Darmstadt 98 erzielt. Doch die Leistung einzelner Profis ließ am Freitagabend zu wünschen übrig. Die Einzelkritik des Hamburger Abendblatts.

Pollersbeck: Zog den Zorn des Darmstädter Publikums auf sich, weil er sich unverschämterweise immer wieder Zeit ließ, unhöflicherweise keinen Fehlpass erlaubte und unverständlicherweise nur einmal hinter sich griff. Gut.

Sakai: Defensiv sehr stabil, offensiv sehr ausbaufähig. Verpasste den Traumpass zum 3:0.

Bates: Very alright.

Van Drongelen: In seiner Heimat würde man wohl von einem soliden uiterlijk sprechen, einem soliden Auftritt.

Santos: Viel besser als zuletzt.

Mangala: Hervorragender Dirigent im Mittelfeld, der die große Bühne aber seinen Nebenleuten überließ.

Holtby (bis 75.): Ein Tor geschossen, ein Tor vorbereitet und dann auch noch beim Jubellauf am 100-Meter-Weltrekord gekratzt. Eine viel bessere Reaktion kann man nicht zeigen. Stark.

Moritz (ab 75.): Dabei sein ist alles.

Hwang: Pflegte die asiatische Höflichkeit und hielt sich dezent zurück.

Hunt: Darf sich bei Kollege Holtby bedanken, der ihm die Show in Sachen „Reaktion zeigen“ gestohlen hatte. So blieb ihm aber immerhin noch eine Nominierung für die beste Nebenrolle.

Ito (bis 42.): Verletzt war der Japaner nicht, als ihn Trainer Titz kurz vor dem Seitenwechsel in die Kabine schickte.

Narey (42.): Der Joker brauchte nicht einmal 200 Sekunden, ehe er stach. Auch ein extra angereister Scout aus Stoke City machte sich begeistert Notizen über den „very fast guy“.

Arp (bis 65.): Fleißig, ohne aber wirklich Gefahr auszustrahlen.

Janjicic (ab 65.): Sollte Sicherheit bringen.