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Bernhard Peters soll in den nächsten Tagen abgelöst werden

HSV-PK vor dem Spiel gegen Jahn Regensburg

In der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Regensburg äußert sich HSV-Trainer Christian Titz auch zum Direktor Sport Bernhard Peters.

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Vorstandschef Hoffmann sieht den Verein weiter "im Krisenmodus". Von Kühne sei man aber nicht abhängig. HSV hoch gewettet.

Bernhard Peters soll vor dem Aus stehen

Bernhard Peters steht beim HSV offenbar vor dem Aus. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung wird die Trennung von dem 58 Jahre alten Direktor Sport in den kommenden Tagen verkündet. Der ehemalige Hockey-Bundestrainer hatte im Mai einen Machtkampf initiiert, den er jedoch gegen den neuen Sportvorstand Ralf Becker verlor. Peters arbeitete zuletzt nur noch als Nachwuchsleiter.

Dem Bericht zufolge geht es nur noch um die Modalitäten wie die Abfindung. Peters' Vertrag läuft noch bis 2020, er soll pro Monat rund 50.000 Euro verdienen. Peters hatte in einem Abendblatt-Interview im Mai Ansprüche auf die vakante Position des Sportchefs angemeldet. Der Aufsichtsrat unter Führung des jetzigen Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann entschied sich stattdessen für Becker.

Der damalige Manager von Holstein Kiel hatte allerdings von Anfang an Bedenken hinsichtlich einer Zusammenarbeit mit Peters und wies dessen Kompetenzen in die Schranken. Sogar sein Büro auf der Geschäftsstelle sollte Peters räumen und in den von ihm selbst konzipierten Campus umziehen. Das blieb dem einstigen Weltmeister-Hockeytrainer zwar erspart. Doch nach dem verlorenen Machtkampf sah Peters offenbar keine Perspektive beim HSV mehr für sich.

Halten Sie die Trennung von Bernhard Peters für richtig?

Peters war 2014 von der TSG Hoffenheim gekommen, wo er als Leiter der Nachwuchsförderung tätig war. In Hamburg baute er eine erfolgreiche Jugendarbeit auf und kümmerte sich auch um die Ausbildung und Förderung von Trainern. So beförderte er den jetzigen Profitrainer Christian Titz vor einem Jahr zum Coach der U21.

Hoffmann: Sind weiter im Krisenmodus

Nach seiner Beförderung vom Interims- zum festen Vorstandsvorsitzenden hat sich Bernd Hoffmann beim Aufsichtsrat der HSV Fußball AG für das Vertrauen bedankt. „Wir haben in den letzten Monaten sehr viel und eng zusammengearbeitet. Wenn das Gremium mich bittet, diese Arbeit weiterzuführen, dann freut mich das und dann nehme ich das gerne wahr.“

Satzungsgemäß die Position des Vereinspräsidenten aufzugeben sei ihm nicht leichtgefallen. Er wolle aber seine neue Rolle dazu nutzen, e. V. und Fußball AG wieder näher zusammenrücken zu lassen.

Hoffmann, 2003 bis 2011 bereits Vorstandsvorsitzender des HSV, war im Februar als Präsident in die Vereinsführung zurückgekehrt. Später ließ er sich zum Aufsichtsratsvorsitzenden wählen und im Mai kommissarisch zum Vorstandschef bestellen. Seither habe man einiges erreicht. Das Lizenzierungsverfahren sei erfolgreich bewältigt worden, die Kaderkosten wurden dramatisch reduziert. „Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir immer noch ein Verein im Krisenmodus sind“, mahnte Hoffmann. Die „wirtschaftlich unglaublich herausfordernde Situation“ sei nur zu bewältigen, wenn das Management als Team funktioniere und man den eingeschlagenen sportlichen Weg fortführen könne.

Club nicht von Kühne abhängig

„Wir müssen wachsam sein. Es gibt keinen Grund, nach dem fünften Spieltag Entwarnung zu geben“, sagte Hoffmann. Er räume ein, dass die Erfolgsserie von fünf gewonnenen Pflichtspielen Entscheidungen und Prozesse im Hintergrund erleichtere und für Rückenwind sorge. „Aber wir haben alle die Spiele gesehen: Es ist nicht so, dass wir die Zweite Liga in Grund und Boden spielen.“

Die aktuelle Saison sei finanziell gesichert, zur neuen Saison kämen aber große wirtschaftliche Herausforderungen auf den HSV zu. Hoffmann nannte die auslaufenden Sponsoring-Verträge für Trikot und Stadionnamen, die auslaufende Fananleihe sowie die Rückkehr teurer Leihspieler. Dennoch werde der HSV nicht als Bittsteller bei Klaus-Michael Kühne vorstellig: „Es gibt nicht die zwingende Voraussetzung, dass wir auf die finanzielle Hilfe von Herrn Kühne angewiesen sind. Wir sprechen auf Augenhöhe.“ Kühne (81) hatte kürzlich erklärt, seine AG-Anteile von 20,5 Prozent abstoßen zu wollen.

Heute frei, morgen geheim

Wie üblich zwei Tage nach einem Spiel ist dieser Donnerstag für die HSV-Profis frei. Für Freitag und Sonnabend ist jeweils ein nicht öffentliches Mannschaftstraining angesetzt.

Aufgrund des intensiven Wettkampfprogramms wird es möglicherweise erst in der Länderspielpause Mitte Oktober wieder ein öffentliches Training geben.

HSV wird hoch gewettet

Nicht nur in der Tabelle, auch bei den Wettanbietern ist der HSV zur Nummer eins der 2. Bundesliga aufgestiegen. Einen Heimsieg gegen Jahn Regensburg am Sonntag (13.30 Uhr, Volksparkstadion/Sky, Liveticker auf Abendblatt.de) belohnt der Anbieter Bwin gerade mal mit Quote 1,55 – für zehn Euro Einsatz gäbe es im Erfolgsfall also 15,50 Euro zurück. Zum Vergleich: Sollte Regensburg den Auswärtssieg schaffen, bekämen Wetter 55 Euro für zehn Euro ausgezahlt.

Die Statistik spricht in der Tat dagegen. Der HSV hat seine letzten fünf Pflichtspiele gewonnen und ist dabei dreimal ohne Gegentreffer geblieben. Beim Gegner stehen die Vorzeichen auf Minus: Der Jahn hat von den letzten fünf Pflichtbegegnungen keine gewonnen, vier sogar verloren und wartet bereits seit fünf Monaten auf einen Auswärtserfolg (ein Unentschieden und fünf Niederlagen).

Im direkten Vergleich könnte der HSV mit einem Sieg ausgleichen. Das bis dato einzige Duell, ein Freundschaftsspiel im August 1951, verlor der HSV in Regensburg mit 1:6.

Zwei HSVer in Elf des Spieltags

Douglas Santos und Torschütze Hee-Chan Hwang haben es dank ihrer Leistung beim 1:0-Sieg im Nachholspiel bei Dynamo Dresden am vergangenen Dienstag in die „Kicker“-Elf des vierten Spieltags geschafft. Beide erhielten von der Redaktion des Magazins die Note 2. So wurden in diesem Spiel sonst nur die Torhüter Julian Pollersbeck (HSV) und Markus Schubert (Dresden) bewertet.

Lasogga scheitert erstmals als Profi

Schubert hatte in der Nachspielzeit einen Elfmeter von Pierre-Michel Lasogga gehalten. Für den HSV-Stürmer war es nach zuvor drei erfolgreichen Versuchen der erste verschossene Strafstoß seiner Profilaufbahn. Letztmals nicht verwandelt hatte Lasogga (26) als A-Jugendlicher von Bayer Leverkusen im April 2010 gegen Kölns heutigen Zweitligatorwart Timo Horn – in der letzten Minute.

Damals war es folgenschwerer: Es wäre der 2:2-Ausgleich gewesen. Das zwischenzeitliche 1:1 hatte Lasogga per Kopf erzielt. Auf der Gegenseite erzielte Mark Uth beide Tore für Köln.

Ekdal holt Punkt mit Sampdoria Genua

Der frühere HSV-Profi Albin Ekdal ist mit Sampdoria Genua im Nachholspiel der italienischen Serie A gegen den AC Florenz nicht über ein 1:1-Unentschieden hinausgekommen. Giovanni Simeone brachte die Fiorentina in der 13. Minute in Führung, Gianluca Caprari glich für den Gastgeber in der 60. Minute aus.

Ekdal, im Sommer vom HSV gekommen, stand über die vollen 90 Minuten für Sampdoria auf dem Platz. Seine Mannschaft verbesserte sich in der Tabelle mit sieben Punkten aus vier Spielen auf den vierten Platz, Florenz ist punktgleich Fünfter. Die Partie des ersten Spieltags war wegen der Brückenkatastrophe von Genua verlegt worden.