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So kalkulieren Wettstein und Hoffmann im Abstiegsfall

Frank Wettstein, amtierender Vorstandsvorsitzender des HSV

Frank Wettstein, amtierender Vorstandsvorsitzender des HSV

Foto: Christian Charisius / dpa

Kieler bei Aufstieg im Volksparkstadion? HSV-Trainer Titz vor dem Abstiegs-Krimi gegen Freiburg in einer besonderen Situation.

Christian Streichs blendende Bilanz

Hamburg. Kurios: Unter Trainer Christian Streich hat der SC Freiburg noch nie in Hamburg verloren. Und wann hat der HSV das letzte Mal zu Hause gegen die Breisgauer gewonnen: im Januar 2010. Zeit für eine Wiederholung.

Hoffmann und Wettstein über Folgen eines Abstiegs

HSV-Aufsichtsratschef Bernd Hoffmann und Interims-Vereinsboss Frank Wettstein haben erneut verneint, dass Investor Klaus-Michael Kühne für die gerade erteilten Lizenzen (1. und 2. Bundesliga) mitverantwortlich war. Der Spielbetrieb werde übre Kredite geregelt. "Und wenn Sie wissen wollen, ob Herr Kühne uns die Lizenz gerettet hat, so kann ich das verneinen“, sagte Wettstein der dpa. Hoffmann warnte, die Partnerschaft mit dem Milliardär und Edelfan Kühne „auf mögliche Rettungen und Unterstützungen für Transfers zu reduzieren“. Das sei zu kurz gedacht.

Beim drohenden Abstieg in die Zweite Liga kalkuliert der HSV mit einem Defizit von mehr als zehn Millionen Euro. Das, so Wettstein, könne „durch Transfererlöse oder übermäßigen sportlichen Erfolg, zum Beispiel im DFB-Pokal“ reduziert werden. Beide haben wenig Hoffnung, dass der Abstieg noch vermieden werden kann. Aber: Fast alle Spieler hätten in ihren Verträgen Klauseln für die Zweite Liga mit reduzierten Gehältern.

Guerrero zurück nach Deutschland?

Der ehemalige HSV-Profi Paolo Guerrero könnte am 9. September nach Deutschland zurückkehren. Die deutsche Nationalmannschaft hat ein Freundschaftsspiel gegen Peru ins Sinsheim vereinbart.

Guerrero war zwar für ein Jahr wegen Dopings gesperrt worden, weil bei ihm Spuren von Kokain nachgewiesen wurde. Die Strafe wurde dann aber auf sechs Monate reduziert. Zudem verhandelt der Internationale Sportgerichtshof CAS noch im April über den Fall des Kapitäns von WM-Teilnehmer Peru.

Lotto King Karl bekommt Konkurrenz

Vor dem Spiel am Sonnabend gegen den SC Freiburg wird der HSV noch einmal musikalisch aufrüsten: Neben "Hamburg, meine Perle" von Lotto King Karl sollen Abschlach! ihr "Mein Hamburg lieb' ich sehr" singen – von der Nordtribüne. Alles, was hilft, hilft!

HSV bei Twitter

Spielt Holstein Kiel im Volksparkstadion?

Es klingt kryptisch, hat aber Brisanz: Wie der drittplatzierte Zweitligist Holstein Kiel am Freitag mitteilte, habe der Verein von der DFL die Lizenzen für Bundesliga und Zweite Liga erhalten. Doch es gibt Auflagen. Es gehe um "Bedingungen im medientechnischen und strukturellen Bereich", mit denen man sich auseinandersetzen werde, wie Geschäftsführer Wolfgang Schwenke sagte. Das könnte heißen, dass Kiel bei einem Aufstieg möglicherweise mindestens einige Partien im Volksparkstadion austragen könnte. Oder haben Baumaßnahmen für die Bundesliga bereits begonnen?

Leverkusen befördert möglichen HSV-Kandidaten

Nun ist es offiziell, was das Abendblatt schon seit Langem schrieb: Weil Rudi Völler bei Bayer Leverkusen nach Saisonschluss Geschäftsführer Sport wird, tritt der bisherige Manager Jonas Boldt in seine Fußstapfen als Sportdirektor. Damit fällt Boldt als Kandidat für den HSV definitiv aus. Hier ist die Stelle nach dem Abgang von Jens Todt vakant.

HSV: Die Stadionuhr läuft noch, aber wie lange?

Hinten reinstellen ist nicht, sagt HSV-Trainer Christian Titz vor dem womöglich vorentscheidenden Spiel im Abstiegskampf der Bundesliga gegen den SC Freiburg an diesem Sonnabend (15.30 im Volksparkstadion, live bei Sky und bei abendblatt.de). Denn theoretisch könnte die Stadionuhr, die die Zugehörigkeit des HSV zur Bundesliga seit 1963 dokumentiert, schon am Sonntag eingemottet werden. Unter unglücklichen Umständen – Siege von Wolfsburg und Mainz 05, Niederlage des HSV – wäre der Abstieg des HSV in die Zweite Liga schon dann besiegelt.

Daran denkt Titz nicht. Er spricht vom "Heft des Handelns", das die Mannschaft in der Hand behalten müsse. Und Titz selbst will es in der Hand haben, was mit ihm passiert. Dass er zur U21 zurückgeht, wenn der HSV absteigt, ist unwahrscheinlich. Er hat bewiesen, wie man eine totgeglaubte Mannschaft erweckt. Und er hat Optionen: Holstein Kiel sucht nach dem angekündigten Weggang von Trainer Markus Anfang (1. FC Köln) einen Ersatz.

Christian Titz wie Niko Kavac bei Bayern?

Und das hat eine pikante Note, die noch brisanter ist als das DFB-Pokalfinale, in dem Niko Kovac auf seinen zukünftigen Arbeitgeber FC Bayern München trifft. Erreicht der HSV noch die Relegation, wäre Kiel als Gegner denkbar. Und Titz wäre im Mega-Dilemma.

Das würde ein Abstieg für die HSV-Mitarbeiter bedeuten

So konzentriert sich der Trainer vorerst auf seine realen Optionen im Freiburg-Spiel, wo mit Trainerkollege Christian Streich ein "Vulkan an der Linie" steht. Titz lässt Streich noch im Dunkeln darüber, wer genau für die Rothosen aufläuft.

Für den gesperrten Linksverteidiger Douglas Santos sollte Josha Vagnoman (17) aus der U19 spielen, Doch der hat Knieprobleme. Kommt im defensiven Mittelfeld erneut Matti Steinmann aus der U21? Oder gibt Albin Ekdal wieder die gewohnte Rolle?

Die Geburt des HSV-Dinos

In diesen Krisentagen sind auch wieder die Fotos von der Geburt des Dinos aufgetaucht. Am 24. August 2003 vor dem Spiel gegen Bayern München, den einstigen "ewigen" Rivalen des HSV, schlüpfte Dino Hermann (nach Masseur Hermann Rieger) aus dem Ei.

Inzwischen hat er eine eigene Webseite. Was mit ihm im Falle eines Abstieges wird, ist unklar. Dass er den Weg aller Dinos geht, ist wahrscheinlich. Es erinnert auch an den Fall der Hummel. Auch dieses HSV-Maskottchen aus den Neunzigern verschwand. Das lag aber an der fehlenden Akzeptanz der Fans.

Die Pressekonferenz vor dem Freiburg-Spiel:

HSV-Trainer Titz schwört auf den Freiburg-Kracher ein
HSV-Trainer Titz schwört auf den Freiburg-Kracher ein