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Titz umschmeichelt die Fans und bangt um einen Debütanten

HSV-Trainer Titz schwört auf den Freiburg-Kracher ein

Vor dem Bundesligaspiel am Sonnabend gegen den SC Freiburg spricht HSV-Trainer Christian Titz über die Personalsituation und seine eigene Zukunft.

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Vor dem Kellerduell mit Freiburg krempelt der HSV-Trainer noch einmal die Ärmel hoch. Die Schiedsrichteransetzung lässt hoffen.

Hamburg. HSV-Trainer Christian Titz hält das düstere Abstiegsszenario von seiner Mannschaft fern. "Wenn sich die Spieler damit beschäftigen, bedeutet es, dass sie Zweifel haben", sagte der 47-Jährige vor der Partie gegen den direkten Konkurrenten SC Freiburg am Sonnabend (15.30 Uhr/Liveticker auf abendblatt.de). Bei einer Niederlage droht dem HSV schon an diesem Spieltag der erste Abstieg der Vereinsgeschichte.

Titz betonte, dass der HSV trotz eines Rückstands von acht Punkten auf den Relegationsplatz 16 weiter die Hoffnung auf den Klassenerhalt hat. "Ich glaube, dass wir reelle Chancen haben, gegen Freiburg zu gewinnen", sagte Trainer Christian Titz: "Dann können wir auf fünf Punkte rankommen und in den Abstiegskampf eingreifen."

Titz umschmeichelt die HSV-Fans

Helfen soll dabei auch das Publikum. "Ein großes Kompliment an unsere Fans. Ich war überrascht, wie sie uns auch nach dem Spiel in Hoffenheim unterstützt haben", sagte Titz. "Das wird gegen Freiburg ein wichtiger Aspekt, der Kräfte freilegen kann, und es kann auch beeindruckend auf die gegnerische Mannschaft wirken."

Wenn die Fans wie beim 3:2-Sieg gegen Schalke 04 auftreten, werde es "ein Pfund sein, dass der zwölfte Mann hinter uns steht", meinte der 47-Jährige. Bislang sind für das wichtige Spiel im Volksparkstadion knapp 53.000 der 57.000 Tickets verkauft, 2500 Karten gingen an Freiburg. In Hamburg haben die Südbadener letztmals im Jahr 2010 verloren.

Vagnoman als Santos-Ersatz fraglich

Ein Fragezeichen steht vor dem Duell noch hinter Youngster Josha Vagnoman, den Knieprobleme zu einer Trainingspause zwangen. "Es hat sich Flüssigkeit gebildet, wir müssen abwarten", sagte Titz über den 17 Jahre alten Linksverteidiger, dem er als Ersatz für den gesperrten Douglas Santos eigentlich gerne zu seinem Bundesliga-Debüt verhelfen würde. "Ich habe kein Problem damit", sagte Titz zu einem entsprechenden Szenario.

Ob den Part im defensiven Mittelfeld erneut Matti Steinmann aus der U21-Mannschaft oder der Schwede Albin Ekdal übernehmen soll, hat der Trainer ebenfalls noch nicht entschieden. "Ich bin froh, dass ich zwei so gute Spieler in meinen Reihe habe. Es kann sein, dass sie gemeinsam beginnen“, sagte Titz. Für Nicolai Müller (Aufbau nach Kreuzbandriss) kommt die Begegnung indes noch zu früh.

Bilder von HSV-Training am Mittwoch:

Streich will sich nicht mehr ablenken lassen

Freiburg will sich indes nicht mehr mit dem kuriosen Videobeweis in der Halbzeitpause beim 0:2 in Mainz beschäftigen. "Das sind nur Ablenkungen“, sagte Trainer Christian Streich am Donnerstag. Er forderte, sich ganz auf die Partie in Hamburg zu konzentrieren. Trotz zuletzt vier Niederlagen in Serie will Streich sein Team nicht umbauen oder personell experimentieren.

"Ich glaube, das Beste ist, wenn die Spieler eine gewisse Bundesliga-Erfahrung haben“, erklärte Streich. "Sie müssen jetzt zeigen, was sie schon gezeigt haben." Der 52-Jährige hat ohnehin nur wenige Alternativen im Kader, weil mehrere Langzeitverletzte weiterhin fehlen. Freiburg rutschte nach der Niederlage in Mainz auf den Relegationsplatz ab, hat mit 30 Punkten aber noch acht Zähler mehr als der Tabellenvorletzte HSV.

HSV hat mehr Glück mit Cortus als Freiburg

Die Schiedsrichteransetzung für Sonnabend dürfte Streich allerdings nicht gefallen: Benjamin Cortus wird die Partie leiten. Der Franke hatte am dritten Spieltag beim Spiel SC Freiburg gegen Borussia Dortmund (0:0) nach knapp einer halben Stunde den Freiburger Yoric Ravet mit einer Roten Karte vom Platz gestellt.

Ravet hatte BVB-Kapitän Marcel Schmelzer böse gefoult, dafür aber zunächst nur die Gelbe Karte erhalten. Erst der Videobeweis stimmte Cortus um: Ravet wurde des Feldes verwiesen, was Streich mit hämischem Beifall für die Dortmunder Trainerbank quittierte.

Der HSV hat da bessere Erinnerungen an Cortus: Beim 1:1-Unentschieden in Leipzig Ende Januar erkannte der Unparteiische Filip Kostics Ausgleichstreffer trotz einer Abseitsstellung an. Damals griff der Videoassistent nicht ein.

So kann sich der HSV noch vor dem Abstieg retten

Sollten die vor ihm platzierten Mannschaften Freiburg, Mainz 05 und VfL Wolfsburg ihre Auswärtsspiele allesamt gewinnen, würde der HSV am Sonntag erstmals in 54 Jahren aus der Bundesliga absteigen.