Dubiose Geschäfte

HSV-Berater von Heesen soll noch an 14 Firmen beteiligt sein

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HSV-Berater Thomas von Heesen bleibt in den Schlagzeilen

HSV-Berater Thomas von Heesen bleibt in den Schlagzeilen

Foto: FrankPeters / WITTERS

Thomas von Heesens Geschäfte nehmen kein Ende. Neue Enthüllungen des "Spiegel" über die Praktiken des Ex-Profis.

Hamburg.  Am Montag war ein guter Tag für Thomas von Heesen. Der HSV-Berater war am Abend auf der „Mopo“-Playersnight und durfte dort vor allem über Fußball reden. „Eine Legende ist schon da: HSV-Interimssportchef Thomas von Heesen“, twitterte eine begeisterte Reporterin, als der in den Tagen zuvor unter Beschuss geratene Wahl-Hamburger im Landhaus Scherrer erschien und sich für ein Gespräch zur Verfügung stellte.

„Hast Du denn noch Hoffnung, dass ihr den Karren aus den Dreck zieht?“, fragte die Reporterin. „Also wenn wir an der Spitze des Clubs nicht die wären, die noch Hoffnung hätten“, antwortete von Heesen, „dann könnten wir aufgeben.“

Doch Aufgeben ist von Heesens Sache nicht. Auch nicht an diesem Sonnabend, der so ganz und gar nicht als guter Tag für den HSV-Berater beginnt. Der Grund ist aber nicht das schwierige Auswärtsspiel des HSV in Stuttgart sondern einer neuer Bericht des „Spiegel“.

Enthüllungen zu von Heesen überraschen

Nach Angaben des Nachrichtenmagazins ist der 56-Jährige, der in der vergangenen Woche wegen zweier Berichte des Abendblatts über dessen umfangreichen Geschäfte in die Schlagzeilen geraten war, sogar an mindestens 14 Unternehmen beteiligt.

Dies wäre insofern unerwartet, als dass von Heesens Anwalt Stephan Grulert dem Abendblatt auf Nachfrage versichert hatte, dass sein Mandant „nur noch in der TvH Sportmarketing aktiv“ sei. Weiter schrieb der Jurist: „Die Firma European Talents Ressources war einmal angedacht, ist aber nie gegründet worden.“

Auch diese Aussage überrascht. Dem Abendblatt liegt ein vier Seiten umfassendes „Co-Operation Agreement“ vor, das die Beteiligung am portugiesischen Fußballprofi Gonçalo Manuel Ganchinho Guedes regeln soll und das von Heesen als „Member of the Board“ der Firma European Talent Resources AG unterzeichnet hatte. Das Schreiben ist auf den 28. August 2014 datiert. Also genau zu der Zeit, als von Heesen als stellvertretener HSV-Aufsichtsratschef (Juli 2014 bis Februar 2015) aktiv war.

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„Die Co-Operation mit Guedes hat letztlich nicht stattgefunden“, versichert von Heesens Anwalt auf erneute Nachfrage. Dabei hatte sein Mandant damals einem Geschäftspartner geschrieben, dass eine halbe Million Euro für Guedes „investiert“ sei: „Investiert bedeutet, dass die VOH 2 dort investiert und bezahlt hat.“

Titz interessiert Problematik nicht

Vom HSV kann von Heesen aber auch nach den erneuten Berichten auf Rückendeckung hoffen. Alleinvorstand Frank Wettstein hatte bereits in der vergangenen Woche klar gemacht, dass der Club nicht der Moralapostel der Liga sei. Und Trainer Christian Titz, den von Heesen beraten soll, sagte am Freitag auf Abendblatt-Nachfrage: „Ich habe die Berichte nicht gelesen.“

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