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Hollerbach macht dem nächsten Youngster Hoffnung

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Van der Vaart bietet Hilfe an und kritisiert Hollerbach-Entscheidung. Mainzer Profi bringt "A..."-Spruch. Fan-Zäune werden verdoppelt.

Hollerbach macht Vagnoman Hoffnung

In Bremen überraschte Bernd Hollerbach mit Bakery Jatta (19) in der Startelf. Zaubert der HSV-Coach gegen Mainz (Sonnabend, 15.30 Uhr) den nächsten Youngster aus dem Hut? Der talentierte Außenverteidiger Josha Vagnoman (17) könnte zumindest erstmals im Profikader stehen. "Ich hatte schon in Bremen über ihn nachgedacht. Er ist nah an der Mannschaft und hat sich diese Woche angeboten", lobt Hollerbach seinen U-17-Nationalspieler.

Hollerbach erklärt Mainz zum Schlüsselspiel

Man muss kein Prophet sein, um den Ernst der Lage beim HSV zu erkennen. Auch Hollerbach will die Bedeutung des kommenden Heimspiels gegen Mainz nicht kleinreden. "Es ist ein ganz wichtiges Spiel, das wissen wir auch. Wir dürfen den Kontakt zum Relegationsplatz nicht abreißen lassen. Die Partie ist eine riesen Chance, denn mit einem Sieg wären wir wieder voll dabei", sagt der Franke.

Das erwartet Hollerbach vom Trainingslager

Auch wenn ein Kurztrip in nahegelegene Orte wegen fehlender Rasenheizungen nicht zustande kam, übernachtet der HSV zumindest ab dem heutigen Donnerstag bis Sonnabend im "Treudelberg". "Wir brauchen Ruhe, wollen zusammen sein und Gespräche führen", erklärt Hollerbach, was er sich von der Maßnahme verspricht. Dabei war ihm vor allem die Flucht aus Hamburg wichtig. "Hier ist es ja schon wieder ganz schön turbulent", sagt Hollerbach, der die verletzten Albin Ekdal (Sprunggelenk), Nicolai Müller (Kreuzbandriss), Lewis Holtby (Risswunde im Schienbein) sowie Bjarne Thoelke zu Hause lässt.

Heldt und Adler mischen den HSV-Hangout vor Mainz auf
Heldt und Adler mischen den HSV-Hangout vor Mainz auf

Van der Vaart bringt sich und Doll ins Spiel

Rafael van der Vaart hat dem HSV seine Hilfe angeboten. "Es wäre mir egal, ob es die 2. Liga wäre. Es wäre eine Ehre. Ob als Spieler oder in einer anderen Funktion. Der HSV ist mein Verein, und ich verdanke diesem Club eine große Karriere", sagte der 35 Jahre alte Ex-Kapitän bei Sport1.

Die aktuelle Lage in Hamburg bereite ihm große Bauchschmerzen. "Die Situation ist ganz schlimm", sagte van der Vaart. Man habe sich die Situation in den vergangenen Jahren "immer wieder schöngeredet, eigentlich wäre der Verein jetzt mal fällig. Nur 17 Punkte aus 24 Spielen, das ist einfach schlecht". Der Abstieg wäre "eine einzige Katastrophe".

Die Hoffnung auf den Klassenerhalt hat der Mittelfeldspieler, der von 2005 bis 2008 und von 2012 bis 2015 für die Rothosen auflief, trotz eines Rückstands von sieben Punkten auf den Relegationsplatz noch nicht aufgeben. "Die Spieler müssen jetzt den Kopf hochhalten und Eier zeigen", sagte van der Vaart bei Sport1 und hob die Bedeutung des Heimspiels gegen Mainz hervor: "Wenn der HSV gegen Mainz verliert, ist es vorbei."

Allerdings vermisse er in der aktuellen Mannschaft einen Führungsspieler. "Früher gab es Heiko Westermann, Marcell Jansen oder mich. Wir haben auch scheiße gespielt, aber wir waren Typen und konnten mit dem Druck besser umgehen. Wir haben in die Fresse gekriegt und die Mitspieler konnten dann noch ihre Leistung abrufen. Heute gibt es beim HSV keinen Leader. Und jeder ist mal schuld", sagte van der Vaart.

Verwundert zeigte er sich, dass der HSV Bernd Hollerbach als Trainer geholt hat: „Klar, er war früher als Profi ein Fanliebling beim HSV, aber er hat noch nie als Cheftrainer in der Bundesliga gearbeitet, sondern nur bei den Würzburger Kickers. Und beim VfL Wolfsburg war er Co-Trainer von Felix Magath.“

Für einen möglichen Neuanfang in Liga zwei brachte er als Trainer den langjährigen Hamburger Thomas Doll ins Spiel. "Dolli würde die positive Energie und Arroganz zurückbringen. Er wäre der Richtige für die Mission Wiederaufstieg", sagte der niederländische Spielmacher, der seit 2016 in Dänemark beim FC Midtjylland spielt. In der aktuellen Serie der Superligaen wurde er in 22 Partien einmal eingewechselt und kommt bislang auf eine Einsatzminute.

Adler vor Comeback gegen den HSV

Vor dem Kellerduell am Sonnabend im Volksparkstadion (15.30 Uhr/Liveticker auf abendblatt.de) droht dem 1. FSV Mainz 05 der Ausfall von Torwart Robin Zentner und Stürmer Emil Berggreen. Während Zentners Einsatz (Oberschenkelprellung) noch fraglich ist, stehen die Chancen bei Berggreen (Infekt) noch schlechter, sagte FSV-Trainer Sandro Schwarz am Donnerstag.

Für Zentner könnte somit Ex-HSV-Keeper René Adler wieder im Mainzer Tor stehen. "René hat alle Trainingseinheiten mitgemacht und ist gesund", sagte Schwarz. Das letzte seiner bislang erst neun Spiele für Mainz hat Adler bereits am 9. Spieltag beim 0:2 auf Schalke absovliert. Im Hinspiel gegen den HSV (3:2) stand der inzwischen 33 Jahre alte Ex-Nationaltorhüter dafür auch schon im Kasten.

Bei einem anderen ehemaligen HSV-Profi scheint die Rückkehr auf den Platz dagegen weniger realistisch. Immerhin nannte Schwarz Nigel de Jong eine "Option für die Startelf". Unabhängig davon sei der Niederländer "ein extrem wichtiger Spieler für uns. Er lebt die Gemeinschaft vor, die wir brauchen".

Beim dritten Ex-Hamburger Levin Öztunali will Schwarz die nächsten Trainingseindrücke abwarten. Zuletzt hatte der Enkel des HSV-Idols Uwe Seeler einen Infekt und war erst seit vor zwei Tagen wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt.

HSV in 3 minutes: Was im Falle eines Abstiegs droht

Schwarz warnt vor HSV-Standards

Auch wenn der HSV als Vorletzter bereits sieben Punkte Rückstand auf die Mainzer und den Relegationsrang hat, will sich Schwarz nicht von den Nebengeräuschen beeinflussen lassen: "Wir müssen schlau spielen und nicht mit Schaum vor dem Mund. Wir erwarten eine hektische Partie, in der wir mit Leistung und Mentalität zum Erfolg kommen wollen." Ein Endspiel wolle er aber bewusst nicht ausrufen.

Zu den Stärken des Gegners sagte Schwarz: "Wir wissen, dass sie sehr gut umschalten können. Der HSV hat eine hohe Qualität bei Standards – mit sehr guten Schützen."

Schiedsrichter als schlechtes Omen?

Auf den Schiedsrichter dürften sich die Mainzer weitaus mehr freuen als die HSV-Fans. Denn unter dem Stuttgarter Markus Schmidt hat der Kontrahent eine positive Bilanz (7S/11U/3N) – ganz im Gegensatz zum HSV (6S/5U/7N). Für Schmidt ist es das erste Spiel im Volkspark seit mehr als vier Jahren, und beim letzten Auftritt des Unparteiischen setzte es für den HSV eine Heimniederlage (0:2 gegen Borussia Mönchengladbach am 2. November 2013). Anschließend kam der HSV in sieben Auswärtsspielen unter Schmidt nur zu zwei Punkten. Auch im vorerst letzten Schmidt-Spiel kehrte der HSV ohne Punkte heim (1:3 in Gladbach am 17. Spieltag).

Der letzte Sieg, den der Schwabe begleitete, datiert vom 6. Oktober 2013: Damals gewann der HSV mit 5:0 beim 1. FC Nürnberg. Immerhin gab es unter dem 44 Jahre alten Referee bislang erst einen Platzverweis für den Dino (Slobodan Rajkovic am 30. Oktober 2011 beim 1:1 gegen Kaiserslautern), außerdem zeigte Schmidt gegen den HSV noch nie auf den Punkt. Das darf gerne so bleiben: In Spielen gegen den HSV hat Mainz 05 noch keinen einzigen Elfmeter zugesprochen bekommen (der HSV dagegen drei).

Als Assistenten stehen Schmidt am Sonnabend Christof Günsch (Marburg/Hessen) und Christian Leicher (Landshut/Bayern) zur Seite, Vierter Offizieller ist Jan Seidel (Oberkrämer/Brandenburg). Als Videoassistenten sind in Köln Guido Winkmann (Kerken/NRW) und Dr. Matthias Jöllenbeck (Müllheim/Südbaden) im Einsatz. Insgesamt also ein Schiedsrichterteam mit süddeutscher Tendenz.

HSV zieht die Fan-Zäune hoch

Dass Mainz-Duell wurde nach den jüngsten Fan-Vorkomnissen in den Spielen gegen Leverkusen (Droh-Plakat) und in Bremen (Pyro-Eklat) bereits zum Hochrisikospiel erklärt. Jetzt ist auch klar, was dies unter anderem bedeutet: Wie der HSV am Donnerstag bestätigte, werden für Sonnabend die Zäune zwischen der Stadion-Nordtribüne und dem Spielfeld erhöht, um einen eventuellen Platzsturm verhindern zu können. Demnach werden die Absperrungen von 1,10 auf 2,20 Meter erhöht.

HSV hat keinen Kontakt zu Heldt

Dass Jens Todt bei einem Abstieg seine Koffer packen muss, gilt seit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Bernd Hoffmann und seinem ersten entsprechenden Vorstoß im Aufsichtsrat als ausgemachte Sache. Länger nun hält sich schon das Gerücht, dass in diesem Fall Horst Heldt als Sportchef nachfolgen könnte.

Heute greift unter anderem die "Bild"-Zeitung das Thema wieder auf. Nach Abendblatt-Informationen gab es bislang allerdings keinen Kontakt zum aktuellen Manager von Hannover 96, an dem unter anderem auch der VfL Wolfsburg Interesse haben soll. Ob es zu zweiten Verhandlungen mit Heldt nach ersten Gesprächen Ende 2016 kommt (damals sagte Heldt ab), scheint aber dennoch nicht ausgeschlossen.

Horst Heldt reagiert auf die HSV-Gerüchte

Vorerst ist Hoffmann noch nicht so weit, überhaupt irgendwelche Verhandlungen zu führen. So ist auch ein anderer prominenter Name, der für den HSV-Posten ins Spiel gebracht wurde, reine Spekulation: Jörg Schmadtke ist für Hoffmann kein Thema. Das hatte der derzeit vereinslose ehemalige Kölner Sportchef unlängst dem Abendblatt selbst bestätigt.

Auf der Bildfläche erscheinen wird Schmadtke unterdessen am Freitag: Dann nimmt der 53-Jährige im Rahmen der Spiel-Analyse Borussia Mönchengladbach gegen Werder Bremen an der Expertenrunde "kicker.tv Talk" bei Eurosport (ab 22.45 Uhr) teil. Möglicherweise wird er sich dann auch selbst noch einmal zu Spekulationen um seine Person äußern müssen.

Umfrage zum neuen HSV-Präsidenten Bernd Hoffmann
Umfrage zum neuen HSV-Präsidenten Bernd Hoffmann

Heute geht es ins Hotel

Heute bezieht der HSV sein Trainingslager "light", das streng genommen aber nur auf gemeinsamer Kost und Logis fußt. Bis zum Spiel gegen Mainz am Sonnabend (15.30 Uhr, im Liveticker auf abendblatt.de) residieren Bernd Hollerbach und die Profis im Steigenberger Hotel Treudelberg in Lemsahl. Dort, wo Hollerbach zuletzt als HSV-Spieler unter Trainer Klaus Toppmöller abgestiegen war.

Ekdal und Holtby fallen wohl aus

Trainiert wird dagegen weiterhin am Volksparkstadion, jedoch bis zum Abstiegsduell unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Was unseren Kiebitzen dennoch nicht entging: Die angeschlagenen Lewis Holtby (Risswunde am Schienbein) und Albin Ekdal (Sprunggelenk) waren nach ihrem Trainingscomeback am Mittwoch heute doch wieder außen vor. Ein Einsatz gegen Mainz wird für das Duo daher unwahrscheinlich.

Derby-Verlierer in der A-Elf

Ersatztorhüter Julian Pollersbeck nahm nach überstandenem Infekt dagegen wieder an der Einheit teil. Darin ließ Hollerbach am Vormittag eine A-Elf gegen ein B-Team spielen. Und in der vermeintlichen ersten Mannschaft durften exakt die Spieler ran, die auch bei der Derbyniederlage in Bremen in der Startelf standen.

Zwote muss erneute Absage verkraften

Das stand zu befürchten: Das Spiel der Zwoten bei Eutin 08 fällt dem winterlichen Wetter zum Opfer. Wann das eigentlich für Sonntag angesetzte Spiel in der Regionalliga Nord nachgeholt werden kann, steht noch nicht fest. In diesem Jahr hat die Mannschaft von Trainer Christian Titz erst ein einziges Pflichtspiel bestreiten können – beim 2:2 am Montag bei Verfolger Wolfsburg II.

HSV muss direkt Vollgas geben

Das Sechs-Punkte-Spiel gegen Mainz sollte der HSV möglichst schon in der ersten Halbzeit entscheiden – aus gutem Grund: Denn keine andere Bundesligamannschaft hat in dieser Saison so viele Gegentreffer in den ersten 45 Minuten hingenommen wie die 05er (21). Und selbst lag der HSV in den bislang 23 Partien gegen die Rheinhessen nur zweimal zur Pause in Rückstand.

Je länger der HSV hingegen auf eine Führung warten müsste, desto eher könnten Gedanken an den Angstgegner lähmen. Denn zu einem solchen ist Mainz in der jüngeren Vergangenheit für den Dino geworden – in den letzten neun Heimspielen gelangen nur zwei Siege, in den letzten fünf Begegnungen sogar kein einziger. Und gegen den HSV hat Mainz inzwischen die zweitmeisten Punkte seiner Bundesligageschichte gesammelt (31).

"Wenn du einen guten Spielverlauf hast in so einem Duell ist es extrem vorteilhaft", sagte der Mainzer Trainer Sandro Schwarz in der Pressekonferenz am Donnerstag angesichts drohender Unruhen auf den Rängen.

Hollerbach hat gute Erinnerungen an Mainz

Vor dem Spiel gegen Mainz gibt es für Bernd Hollerbach je einen Mut- und einen Miesmacher. Die schlechte Nachricht zuerst: Mit durchschnittlich 0,4 Punkten aus seinen bislang fünf Spielen als HSV-Trainer hat Hollerbach die schlechteste Bilanz aller acht in dieser Saison neu installierten Bundesligatrainer.

Andererseits hat der 48-Jährige gerade an die Mainzer gute Erinnerungen. Als Spieler schoss der Linksverteidiger gegen den kommenden Gegner eines seiner insgesamt nur 13 Tore als Profi. Damals allerdings noch in der Zweiten Liga im Trikot des FC St. Pauli...

Balogun geht der HSV am A... vorbei

Dass der FSV Mainz 05 vor dem Kellerduell im Volksparkstadion heiß ist, verdeutlicht auch eine drastische Aussage von Leon Balogun. "Die Zukunft des HSV muss uns in diesem Spiel – mit Verlaub gesagt – am Arsch vorbeigehen", sagte der FSV-Abwehrspieler dem Nachrichtenportal t-online.de.

Die Mainzer befinden sich aktuell auf dem Relegationsrang 16 und können mit einem Erfolg den Abstand auf die Hanseaten auf zehn Punkte anwachsen lassen. Balogun erwartet beim Vorletzten in Hamburg keinen fußballerischen Leckerbissen: "Das wird ein Kampf. Wir wollen aggressiver sein und mehr Willen zeigen."

FC-Coach vor Abstiegskracher unschlüssig

Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck hat sich noch einmal überrascht gezeigt, mit dem HSV am vergangenen Spieltag nach Punkten gleichgezogen zu haben. "Der Zeitpunkt ist sehr, sehr früh. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe nicht gedacht, dass wir zehn Spieltage vor Saisonende überhaupt einen eingeholt haben", wird Ruthenbeck im Kicker zitiert.

Auf den Abstiegskracher im Volksparkstadion blickt der FC-Coach mit gemischten Gefühlen. "Es wäre schon gut, wenn wir Hamburg überholen würden. Andersherum musst du die Mainzer auch kriegen", sagte Ruthenbeck, unter dem die Rheinländer in der Rückrundentabelle bis dato auf dem 5. Platz stehen.