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Fifa sperrt Ex-HSV-Star Guerrero nach positiver Dopingprobe

Am Sonnabend empfängt der HSV in der Fußball-Bundesliga den VfB Stuttgart. Es geht um Punkte – aber auch um die Person Markus Gisdol.

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Sporting Lissabon will Ekdal. Waldschmidt und Janjicic nominiert, Pollersbeck fällt aus. HSV III verliert. Fanfreundliches Derby.

HSV III verpasst Befreiungsschlag

Die dritten Herren des HSV bleiben Tabellenletzter der Oberliga Hamburg. Der Aufsteiger unterlag am Freitagabend dem FC Süderelbe auf heimischer Anlage in Norderstedt mit 1:2 (0:1).

HSV-Innenverteidiger Torben Wacker glich das Führungstor von Ian Prescott Claus (21.) anfangs der zweiten Halbzeit aus. Doch Jonathan Silva Mathes besiegelte in der 83. Minute die zwölfte Niederlage im 15. Saisonspiel.

Sporting will Ekdal

HSV-Profi Albin Ekdal ist offenbar ins Visier von Sporting Lissabon geraten. Laut der portugiesischen Tageszeitung "O Jogo" erwägt der Champions-League-Club, den schwedischen Defensivmann im Januar zu verpflichten. Ekdal könne bei Sporting dem Argentinier Rodrigo Battaglia Konkurrenz machen, der erst zu Saisonbeginn als Ersatz für den an Leicester City verkauften Europameister Adrien Silva gekommen war.

Die Ablöse für Ekdal, dessen Vertrag noch bis 2018 gilt, könnte sich dem Bericht zufolge auf drei bis vier Millionen Euro belaufen.

Guerrero unter Dopingverdacht

Schock für Perus Nationalmannschaft: Der frühere HSV-Stürmer Paolo Guerrero war im wichtigen WM-Qualifikationsspiel in Argentinien (0:0) gedopt. Die Urinprobe des peruanischen Angreifers von der Partie in Buenos Aires am 5. Oktober wies ein "von der Norm abweichendes Analyseergebnis" auf. Der Weltverband Fifa hat den Kapitän der Nationalmannschaft deshalb vorsorglich für 30 Tage gesperrt. Damit verpasst Guerrero die beiden entscheidenden Qualifikationsspiele gegen Neuseeland am 11. und 15. November.

"Der Verband respektiert diese Entscheidung und vertraut darauf, dass sich die Angelegenheit schnellstmöglich klärt", hieß es in einem offiziellen Statement des peruanischen Fußballverbands FPF.

Zuvor hatte der Präsident der Dopingkontroll-Kommission des brasilianischen Verbandes CBF nach Rücksprache mit Guerreros Club Flamengo Rio de Janeiro den Vorfall bestätigt. Laut Fernando Solera handelt es sich bei der aufgefundenen verbotenen Substanz um eine Stimulanz aus der Klasse S6, die "möglicherweise von einem benutzten Medikament" stammt.

Durch das 0:0 am vorletzten Spieltag und das folgende 1:1 gegen Kolumbien, bei dem Guerrero das Tor für Peru erzielte, erreichte sein Land den fünften Platz in der südamerikanischen Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Dadurch kann Peru am in den Play-off-Spielen gegen Ozeanienvertreter Neuseeland noch ein Ticket für die WM lösen, es wäre die erste Qualifikation seit 1982. Hätte Peru den Punkt gegen Argentinien nicht geholt, wäre Chile statt Peru als Fünftplatzierter die Play-off-Spiele eingezogen.

Wenn sich der Dopingverdacht erhärtet, ist unklar, ob es zu einem Einspruch gegen die Spielwertung kommen würde. Im Regelfall muss dem Verband oder Verein dafür eine Mitschuld nachgewiesen werden. Guerrero (33) droht eine Sperre von zwei bis vier Jahren und damit wohl das abrupte Karriereende. Er kann aber laut Reglement zu seiner Entlastung eine medizinische Ausnahmegenehmigung vorlegen oder die Gültigkeit des Ergebnisses durch eine nachweisbare offensichtliche Abweichung von Kontrollstandards infrage stellen.

Guerrero hatte zwischen 2006 und 2012 für den HSV 134 Bundesligaspiele bestritten und dabei 37 Tore erzielt.

Stuttgart kommt mit Mangala

Der VfB Stuttgart reist mit dem zuletzt angeschlagenen Mittelfeldspieler Orel Mangala zum Spiel beim HSV. Der Belgier steht im 19 Spieler umfassenden Aufgebot der Schwaben für das Spiel am Sonnabend (15.30 Uhr, Volksparkstadion/Sky, Liveticker auf Abendblatt.de). Das veröffentlichte der Bundesliga-Aufsteiger am Freitag via Twitter.

Der 19 Jahre alte Mangala hatte in den vergangenen Tagen Probleme mit der Gesäßmuskulatur, weshalb er auch das Landesderby gegen den SC Freiburg (3:0) am Sonntag verpasst hatte.

Pollersbeck erkältet, Janjicic und Waldschmidt dabei

Beim nicht-öffentlichen Abschlusstraining wurden am Freitag die letzten Personalien vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart am Sonnabend geklärt. Während Gisdol bei der Pressekonferenz am Donnerstag eine Rückkehr des an der Wade verletzten Sejad Salihovic ausgeschlossen hatte ("Wir sollten ihm zwei Tage oder auch die Länderspielpause geben, um seine Blessur an der Wade zu kurieren"), steht einem Mitwirken von Rick van Drongelen und Vasilije Janjicic nichts im Wege.

Nach "Bild"-Informationen steht überraschend auch der zuletzt selten berücksichtigte Stürmer Luca Waldschmidt in Gisdols Kader für Sonnabend. Seine Angriffskollegen Bakery Jatta und Sven Schipplock wurden dagegen nicht nominiert.

U-21-Europameister Julian Pollersbeck wird gegen Stuttgart nicht dabei sein. Der Ersatztorwart hat sich einen Infekt eingefangen und fehlte im Abschlusstraining. Für ihn rückt Tom Mickel nach.

Stuttgart-Block ist ausverkauft

Stand Donnerstag waren 53.000 Tickets abgesetzt. Der Gästeblock wird in jedem Fall voll – der VfB Stuttgart vermeldete mit 3650 abgegebenen Karten bereits "ausverkauft".

Mit Winkmann kommt der "Klatschen"-Schiri

Für das Schicksalsspiel gegen Stuttgart hat der DFB Guido Winkmann als Schiedsrichter angesetzt. Der 43 Jahre alte Polizist aus Kerken (Nordrhein-Westfalen) hat den VfB (16 Spiele) bislang doppelt so oft gepfiffen wie den HSV (8). Und die Schwaben haben auch eine deutlich bessere Bilanz: zehn Siege, zwei Remis, vier Niederlagen.

Der HSV hat dagegen gemischte Erinnerungen an Winkmann: Während es unter seiner Leitung zuletzt in der Vorsaison immerhin einen Auswärtssieg in Darmstadt gab (2:0), begleitete der Unparteiische auch die Schmach der Hamburger Bundesliga-Geschichte schlechthin: die bis dato höchste 2:9-Klatsche bei den Bayern am 20. März 2013.

Letztmals im Volksparkstadion arbeitete Winkmann am 30. April 2011 beim 0:2 gegen Freiburg. Die darauffolgenden fünf Winkmann-Spiele fanden allesamt auswärts statt. Assistieren werden am Sonnabend Christian Bandurski und Jan Seidel, Vierter Offizieller ist Daniel Siebert. Als Videoassistent ist Günter Perl eingeteilt.

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Fanfreundliches Stadtderby gegen AFC

Morgen ist Stadtderby! Damit möglichst viele Fans am Sonnabend sowohl den Auftritt der Zwoten gegen Altona 93 als auch das Spiel der Profis gegen den VfB sehen können, wurde das Spiel in der Regionalliga Nord schon auf 12 Uhr gelegt.

Bis zu 800 Zuschauer werden am Wolfgang-Meyer-Sportplatz an der Hagenbeckstraße zum ungleichen Duell des Tabellenführers gegen den Aufsteiger erwartet, der nach 13 Spielen auf Abstiegsplatz 17 steht.

Für den AFC ist es nach dem Aufstieg das erste Spiel gegen einen Stadtrivalen, die U21 des HSV hat bereits eines hinter sich: Am 9. Spieltag sahen 640 Zuschauer den 3:1-Sieg gegen die Reserve des FC St. Pauli.

Waldschmidt auch beim DFB ausgebootet

Drei Kurzeinsätze stehen für Luca Waldschmidt seit seinem Debüt in der deutschen U-21-Nationalmannschaft im September zu Buche, bis auf Weiteres werden keine weiteren Spiele hinzukommen. Denn nach der Ausbootung beim HSV verzichtete auch DFB-Trainer Stefan Kuntz auf eine Nominierung des 20 Jahre alten Stürmers für die anstehenden EM-Qualifikationsspiele gegen Aserbaidschan und Israel.

Licht und Schatten für Ex-HSVer

Kurzer Blick nach Europa: Thorsten Fink hat mit Austria Wien seinen ersten Sieg geschafft. Beim 4:1 in Rijeka spielte Heiko Westermann ebenso durch wie Hakan Calhanoglu beim 0:0 des Gruppenkonkurrenten AC Mailand bei AEK Athen. Milan führt die Tabelle der Gruppe D mit acht Punkten an, die Austria hat mit vier Punkten auf Rang drei aber ebenfalls noch Chancen aufs Weiterkommen.

Weniger gut lief es für Nico-Jan Hoogmas Sohnemann Justin. Der 19 Jahre alte Innenverteidiger, den nicht wenige auch gerne beim HSV gesehen hätten, patzte bei seinem Debüt für Hoffenheim direkt in der Anfangsphase. TSG-Trainer Nagelsmann hatte vergangene Woche erklärt, dass Hoogma noch athletische Defizite habe. Da auch Kerem Demirbay eher unauffällig blieb, hieß es am Ende nur 1:1 gegen den türkischen Vizemeister Basaksehir.

Chefvisite #83: Die HSV-Formel