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Bringt der Schiedsrichter diesmal das Spiel zu Ende?

HSV-Trainer Gisdol über das Mainz-Spiel und die Torflaute

Der HSV will in Mainz seine Torflaute beenden. Wie? Trainer Markus Gisdol erklärt es.

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HSV bekommt Wunschkennzeichen. Mainz-Trainer warnt. Rasen muss repariert werden. Auszeichnung für Lasogga.

Bleibt die Brych-Weste weiß?

In Mainz kann der HSV am Sonnabend auf ein gutes Omen hoffen: Denn mit Felix Brych pfeift am Sonnabend ein Glücksbringer. Unter dem Fifa-Schiedsrichter haben die Rothosen in dieser Saison ihren bislang einzigen Auswärtssieg gefeiert – beim 3:1 am zweiten Spieltag in Köln. Die Gelb-Rote Karte für Mergim Mavraj fiel am Ende nicht mehr ins Gewicht.

Kurios: Den Platzverweis hatte nicht Brych selbst ausgesprochen, denn auch für den Unparteiischen endete die Partie wegen einer Verletzung vorzeitig. Stattdessen zückte Ersatzmann Sören Storks die Karte – mit seiner ersten Amtshandlung.

Und auch das bis dato einzige Duell mit Mainz unter der Leitung Brychs konnte der HSV für sich entscheiden: Am 8. Spieltag der Saison 2010/11 siegte Hamburg durch ein Last-Minute-Tor von Paolo Guerrero mit 1:0. Mut machen außerdem auch die Gesamtbilanz unter Brych (12S/8U/9N gegenüber 10S/10U/11N von Mainz) sowie der mit 7:0 gegen den KSC höchste Sieg in der jüngeren Vereinsgeschichte, den ebenfalls der Jurist aus Bayern an der Pfeife begleitete (17. Mai 2008).

Assistieren werden Brych in Mainz Mark Borsch und Stefan Lupp, Vierter Offizieller ist Robert Kempter. Als Video-Assistent sitzt Marco Fritz vor den Bildschirmen in Köln.

McGhee muss in Schottland gehen

Mark McGhee (60) ist seinen Job los. Der frühere HSV-Profi (30 Bundesligaspiele in der Saison 1984/85) wurde als Co-Trainer der schottischen Nationalmannschaft zusammen mit seinem Chef Gordon Strachan entlassen. Der Verband zog damit die Konsequenz aus dem Scheitern in der WM-Qualifikation. Beide hatten das Amt gemeinsam im Januar 2013 übernommen. Am Sonntag verspielten die Schotten mit einem 2:2 in Slowenien ihre letzten Chance auf die Play-offs zur WM 2018 in Russland.

"An meinem ersten Tag als Nationaltrainer, der einer der stolzesten meines Lebens war, habe ich gesagt, ich wolle den Fans das Lächeln zurückgeben", sagte Strachan zum Abschied. Auch für ihn sei das Aus in der WM-Qualifikation "eine tiefe Enttäuschung" gewesen, aber: "Wir haben magische Momente erlebt."

Schwarz warnt vor dem HSV

Trainer Sandro Schwarz vom FSV Mainz 05 will sich vor dem Spiel gegen den HSV am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky, Liveticker auf Abendblatt.de) nicht von der Abschlussschwäche der Hamburger in den vergangenen Spielen täuschen lassen. "Wir gehen von der bestmöglichen Leistung des HSV aus. Hamburg hat vorne eine hohe Qualität und wird die Partie als Wendespiel für sich ausrufen", sagte Schwarz am Donnerstag.

Der HSV wartet seit dem dritten Spieltag auf ein Tor und hat nach sieben Spieltagen bislang nur viermal getroffen. Schwarz erwartet, dass die Gäste auf Umschaltaktionen lauern werden. "Wir werden eine gute Mischung aus Zielstrebigkeit und Geduld brauchen und müssen gleichzeitig einfache Ballverluste vermeiden", forderte der 38-Jährige.

Nicht zurückgreifen kann Schwarz auf Karim Onisiwo. Der Österreicher hatte sich am Dienstag im Training die Schulter ausgekugelt. "Wir gehen von einem langfristigen Ausfall aus, auch wenn eine genaue Prognose noch aussteht", sagte Schwarz. Auch Alexander Hack, Niko Bungert und Gaetan Bussmann werden gegen den HSV fehlen.

Die Nationalspieler Yoshinori Muto, Fabian Frei und Kenan Kodro stoßen nach ihren Länderspiel-Einsätzen erst kurzfristig wieder zum Team. „Deshalb ist nicht klar, wie die Startelf aussehen wird“, betonte der Mainzer Coach. Sollte der Japaner Muto zu müde aus Asien zurückkehren, stünden Robin Quaison und Kodro als Ersatz bereit.

HSV fährt auf neues Kennzeichen ab

Nachträglich zum 130. Vereinsgeburtstag hat der HSV ein amtliches Geschenk bekommen. Der Mannschaftsbus des Bundesliga-Dinos fährt jetzt in Anlehnung an das Gründungsjahr mit dem Wunschkennzeichen HH-SV 1887. Dies berichtete die „Bild“-Zeitung. Die zuständige Kfz-Zulassungsstelle gab das bisher von einem Autobesitzer aus Schleswig-Holstein genutzte Kennzeichen für den Club frei. Fans sollen bis zu 10.000 Euro geboten haben.

Sportchef Jens Todt sagte: „Wir sind glücklich, dass das beste und geeignetste Kennzeichen, das es überhaupt gibt, an unserem Bus prangt.“ Die erste Dienstreise mit den HSV-Profis an Bord wird am Freitag die Fahrt vom Frankfurter Flughafen zum Bundesligaspiel nach Mainz sein.

Rasen muss repariert werden

Es ist nur etwas mehr als zwei Monate her, dass der HSV seinen neuen Hybrid-Rollrasen im Volksparkstadion verlegte. Doch die Spielfläche sieht schon wieder arg ramponiert aus. Grund ist nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung, dass eine Drainage auf dem Spielfeld ausgefallen ist.

Bis zum Heimspiel gegen Meister Bayern München am 21. Oktober soll der Schaden behoben sein. Ein neuer Rasen werde in den kommenden Tage verlegt.

Auszeichnung für Lasogga

HSV-Leihgabe Pierre-Michel Lasogga ist bei Leeds United offenbar bestens angekommen. Drei Tore, drei Vorlagen, das ist die eindrucksvolle Bilanz des Stürmers nach fünf Einsätzen in der englischen zweiten Liga. Jetzt wurde Lasogga beim früheren Meister zum Spieler des Monats September gewählt. Er setzte sich mit 62 Prozent der Stimmen klar gegen die Mittelfeldspieler Kalvin Phillips (23) und Pablo Hernández (15) durch.

„Es ist wirklich schön, diese Auszeichnung zu bekommen“, sagte Lasogga und dankte den Leeds-Fans. Mehr als 2000 von ihnen hatten sich an der Abstimmung beteiligt.

HSV in Mainz Außenseiter

Die Buchmacher trauen dem HSV in Mainz offenbar nicht viel zu. Beim Wettanbieter Bwin erhält man bei zehn Euro Einsatz für einen Auswärtssieg 45 Euro ausgezahlt. Selbst ein Unentschieden bringt noch 38 Euro. Wer auf einen Mainzer Sieg setzt, bekommt dagegen im Erfolgsfall nur 17 Euro zurück.

Schwarze Mainz-Serie

Auch die Statistik verheißt nichts Gutes. Zweimal 1:3 und zweimal 0:0 – für den HSV gab es in den vergangenen vier Duellen mit Mainz keinen Sieg. Beim bislang letzten Aufeinandertreffen entschied Danny Latza die Partie mit drei Treffern nach einem 0:1-Rückstand im Alleingang.

Was auffällt: Die Mainzer verloren zwei ihrer vier Heimspiele dieser Saison, jeweils durch ein Gegentor in der letzten Viertelstunde. Und der vom HSV gekommene Torwart René Adler wurde je viermal nach Eckbällen und durch Kopfbälle bezwungen – Liga-Höchstwert. Eine Chance für den HSV? Nun ja. Der HSV hat in dieser Saison noch keinmal per Kopf ins Netz getroffen und ist mit einer Bilanz von 1:8 Toren das erfolgloseste Team der zweiten 45 Minuten.

Adler freut sich auf Wiedersehen

Selbst ein Routinier wie René Adler ist nicht immun gegen Nervosität. Das Wiedersehen mit seinem Ex-Club HSV an diesem Sonnabend löst bei dem Torhüter des FSV Mainz 05 mehr aus als nur ein Kribbeln. „Es ist schon etwas Besonderes“, sagt der 32-Jährige. Die Gefahr besteht für ihn darin, „zu viel zu wollen. Nach diesem Spiel wünsche ich dem HSV wieder alles Gute. Freunden soll es ja nicht schlecht gehen.“

Fünf Jahre lang spielte der frühere Nationaltorwart für die Hamburger. In der Rückschau sagt er lapidar: „Der HSV ist, wie er ist.“ Und das bedeutete für ihn: Adler hatte in Hamburg fünf unruhige Jahre voller sportlicher Sorgen und Krisen. Viermal spielte der HSV in dieser Zeit gegen den Abstieg, zweimal musste er in die Relegation. Beruf und Privatleben waren für Adler in diesen Jahren häufig nur schwer zu trennen. Denn wenn es sportlich mal wieder nicht lief, musste er sich auf der Straße auch schon mal Beleidigungen anhören. „Da verkriecht man sich lieber“, erzählt der Torwart.

Nach fünf Jahren in der Großstadt Hamburg ist es kein Zufall, dass sich Adler als nächstes Karriereziel das beschauliche Mainz ausgesucht hat. „Ich finde das sehr angenehm und kann mich gut auf meine Arbeit konzentrieren. Der FSV ist bodenständig und familiär, die Erwartungshaltung ist eine ganz andere als beim HSV.“

Dass sich das Fußballer-Leben in Rheinhessen wesentlich unaufgeregter gestaltet, hat der Ex-Nationaltorhüter in den vergangenen Monaten dankbar registriert. Erst neulich ging er nach mit Teamkollegen zum Döner-Essen nach Mainz – in voller 05er-Montur. „Keinen hat es gestört“, meinte Adler fast verwundert.

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