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Gisdol streicht Santos aus dem Kader – die Hintergründe

Das sind Gisdols Wünsche vor Bundesligastart gegen Augsburg
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Auch Lasogga nicht im Aufgebot. Altintas verlängert und zieht weiter. Schiedsrichter Siebert – da war doch was?

Gisdol streicht Santos aus dem Kader

Anfang der Woche hatte Markus Gisdol mit Konsequenzen aus der Pokal-Schmach in Osnabrück (1:3) gedroht. Der HSV-Trainer drohte einzelnen Spielern mit der Tribüne, wenn er feststellen würde, dass diese mit dem Kopf nicht voll auf den HSV fokussiert sind. Nun hat er seinen Worten Taten folgen lassen und Douglas Santos aus dem Kader für den Bundesligaauftakt am Sonnabend gegen Augsburg (15.30 Uhr im Abendblatt-Liveticker) gestrichen.

Nach Abendblatt-Informationen war der Brasilianer überrascht, als ihm die Entscheidung ohne eine Begründung mitgeteilt wurde. Santos ging davon aus, in der Startelf zu stehen und wollte sich in seinem letzten Spiel für den HSV von den Fans verabschieden, bevor er zum PSV Eindhoven wechseln wird. Im direkten Gegenzug werden die Hamburger aller Voraussicht nach Anfang nächster Woche Konstantinos Stafylidis als Ersatz vom kommenden Gegner verpflichten. Es ist wohl kein Zufall, dass der Grieche ebenfalls nicht dem 18-köpfigen Aufgebot des FCA angehört.

Doch Gisdol macht Santos einen Strich durch die Rechnung und setzt lieber auf Spieler, die beim HSV bleiben wollen. Damit geht der Coach durchaus ins Risiko. Denn Santos ist der einzige Linksverteidiger im aktuellen Kader. Im Heimspiel gegen Augsburg wird der erst 18-jährige Niederländer Rick van Drongelen auf der Santos-Position hinten links in der Viererkette spielen. "Ich traue ihm zu, zu spielen. Es ist erstaunlich, wie er sich hier präsentiert. Er wird ein guter Spieler", sagte Gisdol am Donnerstag über den gelernten Innenverteidiger, der für 3,5 Millionen Euro aus Rotterdam kam.

Der von Investor Klaus-Michael Kühne als "Flop des Jahrhunderts" beleidigte Stürmer Pierre-Michel Lasogga steht übrigens ebenfalls nicht im Kader – allerdings aus Leistungsgründen.

HSV-Retter Díaz wechselt nach Mexiko

Marcelo Díaz kehrt auf den amerikanischen Kontinent zurück. Der Chilene, der den HSV 2015 mit seinem Freistoßtor in der Nachspielzeit gegen den Karlsruher SC vor dem Abstieg gerettet hatte, hat seinen Vertrag beim spanischen Erstligisten Celta Vigo aufgelöst und schließt sich den UNAM Pumas aus Mexiko-Stadt an.

„Ich möchte meine absolute Dankbarkeit ausdrücken gegenüber allen Personen bei Celta, die mich in den vergangenen 18 Monaten begleitet haben“, schrieb der 30-Jährige auf seinem Twitter-Account. Díaz war im Januar vergangenen Jahres für 1,8 Millionen Euro vom HSV an Vigo verkauft worden.

Altintas verlängert – und zieht weiter

Ein Bundesligaspiel hat Batuhan Altintas für den HSV gemacht: Vor gut einem Jahr wurde der türkische Stürmer beim 3:1-Sieg in Augsburg für 26 Minuten eingewechselt. Anschließend wurde er für eine Saison in sein Heimatland zu Kasimpasa Istanbul verliehen, wo er auf 15 Einsätze in der Süper Lig kam und zwei Tore erzielte.

Zu wenig, um sich zur neuen Bundesligasaison für den Kader von Markus Gisdol aufzudrängen – aber doch zu viel, als dass der HSV sein 21 Jahre altes Talent gleich ganz verkaufen würde. Ein Leihgeschäft mit dem Zweitligisten Erzgebirge Aue scheiterte noch am Gehalt. Altintas trainierte seither bei der U21 des HSV mit.

Jetzt scheint eine Lösung gefunden zu sein: Altintas wird für ein Jahr an den türkischen Erstliga-Aufsteiger Malatyaspor verliehen. Zuvor verlängert der HSV seinen Vertrag um ein Jahr bis 2019. Eine offizielle Bestätigung des Transfers steht noch aus.

Der Volkspark geht online

Sollte es beim HSV-Heimspiel einmal langweilig werden – kein Problem. Zuschauer können im Volksparkstadion ab sofort kostenlos im Internet surfen. Mit Beginn der Saison bietet der HSV einen freien WLAN-Zugang an.

Wer sich einloggen möchte, wählt das Netz „HSV free Wifi“ an und braucht dann nur noch die Geschäftsbedingungen anzuerkennen. Der HSV bittet Nutzer darum, „mögliche technische Probleme mit Nachsicht zu behandeln, uns diese aber unbedingt als Rückmeldung zurückzuspielen“. Nur so könne man die technischen Gegebenheiten stetig verbessern.

Wolfsburg dementiert Interesse an Jatta

Der VfL Wolfsburg hat Interesse an HSV-Flügelspieler Bakery Jatta energisch dementiert. „Diese Personalie spielt bei uns keine Rolle, wir haben kein Interesse“, sagte Manager Olaf Rebbe dem Sender Sky Sport News HD. Die „Bild“-Zeitung hatte berichtet, Jattas Berater habe den HSV über das Wolfsburger Interesse informiert.

Der aus Gambia stammende Jatta (19), der einst als Flüchtling nach Deutschland kam, war in der Schlussphase der vergangenen Saison zu seinen ersten sechs Bundesliga-Einsätzen gekommen. Für den HSV ist es laut Sportchef Jens Todt „kein Thema, ihn abzugeben“. Jattas Vertrag gilt noch bis 2019 – mit Option auf Verlängerung.

Gisdol-Mail an Kühne landet beim Vorstand

Bestätigt ist dagegen, dass die Wolfsburger gern Nicolai Müller für die rechte Seite hätten. Der 29-Jährige hatte die vom HSV angestrebte Verlängerung seines Vertrages über 2018 hinaus platzen lassen – offenbar weil das Gebot der Hamburger ihm nicht ausreichte, wie Clubmäzen Klaus-Michael Kühne in seinem denkwürdigen Sky-Interview ausplauderte.

Müller fordert angeblich ein Jahresgehalt von drei Millionen Euro, Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportchef Todt sehen dadurch ihr Ziel bedroht, den Personaletat zu reduzieren. Trainer Markus Gisdol wiederum hat erst am Donnerstag wieder betont, wie wichtig Müller für sein Spielkonzept ist.

Laut „Bild“-Zeitung hat sich Gisdol aus Unzufriedenheit mit den Personalplanungen des Clubs kürzlich schriftlich an Kühne gewandt. Das Problem: Die E-Mail sei kurz darauf auch bei der HSV-Führung eingegangen. Gisdol sei daraufhin von Bruchhagen einbestellt worden.

Schiedsrichter Siebert – da war doch was?

Die Schiedsrichteransetzungen für den ersten Bundesliga-Spieltag stehen fest. Die Partie des HSV gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr/Sky, Liveticker bei Abendblatt.de) wird vom Berliner Daniel Siebert (33) geleitet. Mit ihm hat der HSV vorwiegend gute Erfahrungen gemacht: In sieben Spielen gab es vier Siege, zwei Unentschieden und nur eine Niederlage – die allerdings zu Hause gegen den FC Augsburg (0:1 am 7. Dezember 2013).

Immerhin: Auch beim 1:0-Heimsieg des HSV gegen den FC Augsburg in der vergangenen Saison (10. Dezember 2016) war Siebert im Einsatz, damals gab es gleich zwei Platzverweise: In der 44. Minute sah Lewis Holtby vom HSV nach einem Ellbogenschlag gegen Dominik Kohr glatt Rot, in der 66. Minute flog Kohr selbst mit Gelb-Rot vom Platz. Kurz darauf erzielte Filip Kostic den Siegtreffer.

HSV verlängert mit NDR 2

Der HSV hat seine Medienpartnerschaft mit dem Radiosender NDR 2 vorzeitig bis 2020 verlängert. Wichtigster Bestandteil der Kooperation, die seit 2008 besteht, ist die „NDR-2-Fanshow“, präsentiert von den Stadionsprechern Lotto King Karl und Dirk Böge.

„Mit NDR 2 haben wir einen zuverlässigen und bereits sturmerprobten Partner an unserer Seite, mit dem der HSV auf eine langjährige Zusammenarbeit zurückblicken kann“, sagte HSV-Vertriebschef Oliver Poppelbaum. Finanziert werde die Zusammenarbeit nicht aus Mitteln des Rundfunkbeitrages, sondern aus Werbeeinnahmen. Der NDR legt Wert darauf, dass davon seine journalistische Unabhängigkeit unberührt bleibt.

Nix HSV – Pezzella wechselt nach Florenz

Germán Pezzella vom spanischen Erstligisten Betis Sevilla wurde beim HSV als neuer Innenverteidiger gehandelt – bis der HSV Rick van Drongelen verpflichtete. Jetzt ist klar: Der 26 Jahre alte Argentinier wird an den AC Florenz verliehen, zudem sicherten sich die Italiener eine Kaufoption.

Die Spanier hatten für Pezzella eine Ablöse von zwölf Millionen Euro aufgerufen, ein Angebot des HSV in Höhe von acht Millionen Euro hatte Betis laut örtlichen Medienberichten abgelehnt.

Augsburgs Trainer Baum redet HSV stark

Augsburgs Trainer Manuel Baum zollt vor dem Bundesliga-Auftakt in Hamburg dem Gegner Respekt. „Der HSV hat in der Rückrunde die Liga erhalten, was nicht selbstverständlich war. Sie haben sich stabilisieren können“, sagte Baum. „Für mich ist der HSV keine Mannschaft, die da unten hingehört.“ Die Mannschaft habe einen guten Kader und eine klare Spielidee. „Wir sind da gewarnt.“

Bruchhagen im „Doppelpass“

Am Sonntag (11 Uhr) ist HSV-Vorstandschef Heribert Bruchhagen in der Sport1-Sendung "Doppelpass“ eingeladen. Weitere Gäste sind Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick sowie der frühere Fifa-Schiedsrichter Bernd Heynemann. Moderator ist der frühere Europameister Thomas Helmer, ihm assistieren die Experten Armin Veh und Thomas Strunz.

HSV-Chef Bruchhagen kontert die Kühne-Kritik
HSV-Chef Bruchhagen kontert die Kühne-Kritik
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