HSV-Splitter

"Die dollsten Namen": Kühne lehnte Schweinsteiger ab

Zweiter Dreierpack für Arp bei U17-EM. Trio beendet Training früher. Todt würde Relegation abschaffen. Gegenwind für Bahouis Berater.

Zweiter Dreierpack für Arp

Er trifft und trifft und trifft: HSV-Juwel Jann-Fiete Arp hat seinen zweiten Dreierpack im dritten Spiel bei der U17-EM erzielt. Beim 7:0 (3:0) gegen Irland im abschließenden Gruppenspiel stellten die deutschen Nachwuchskicker einen Rekord auf. Die Mannschaft von DFB-Trainer Christian Wück beendete die Vorrunde makellos mit neun Punkten und 15:1 Toren. Mehr Treffer gelangen keinem Team in einer U17-Vorrunde. Zugleich wurde der höchste Sieg bei einer U17-EM eingestellt.

Der umworbene Hamburger Jung Arp glänzte mit den Toren zum 2:0, 4:0 und 5:0 (15./45./49.). Er traf mit einem satten Schuss aus der zweiten Reihe, per Direktabnahme im Strafraum und war auch mit einem Abstauber erfolgreich. Mit sechs Turniertoren führt er nun die Torschützenliste vor dem Franzosen Amine Gouiri (5) und Engländer Rhian Brewster (3) an.

Als Gewinner der Gruppe C trifft Deutschland am Sonnabend auf den Zweiten der Gruppe D. Spitzenreiter ist dort nach zwei Spielen England mit sechs Punkten vor den Niederlanden (4), Norwegen (1) und der Ukraine (0).

Kühne lehnte Schweinsteiger ab

Klaus-Michael Kühne kann sich weitere Investitionen beim HSV vorstellen. "Ich will das nicht ausschließen. Und ich weiß, dass man es von mir erwartet. Aber ich will abwarten, wie die Saison verläuft", sagte der 79-jährige Milliardär der "Sport Bild".

In der Vergangenheit habe er sich jedenfalls durchaus über so manchen Transfer geärgert, andere wiederum habe er von vornherein nicht gutgeheißen. "Vielleicht habe ich es in den Jahren schon einmal abgelehnt, den einen oder anderen Spieler zu finanzieren. Da waren aber auch die dollsten Namen im Gespräch. Schweinsteiger und Dzeko zum Beispiel...“, wird Kühne zitiert.

Dass er jemals etwas von seinem beim HSV eingebrachten Geld wiedersieht, glaubt der Edelfan nicht. "Ich habe im Geiste alles bereits abgeschrieben." Ex-Club-Boss Dietmar Beiersdorfer handelte im vergangenen Sommer mit dem Logistikunternehmer den Deal aus, dass der HSV das Darlehen, welches seit dieser Saison fließt, an Kühne nur zurückzahlen müsse, wenn der Verein sich dreimal innerhalb von sechs Jahren (diese Spielzeit mit inbegriffen) für das internationale Geschäft qualifiziert.

Wegen des drohenden Abstiegs macht sich Kühne, der elf Prozent der Anteile an der HSV AG hält, große Sorgen um den Club. "Sollte es passieren, was ich nicht hoffe, muss ein Jahr später unbedingt der Wiederaufstieg klappen", so Kühne: "Sonst steht der Verein vor einer Zerreißprobe."

Kühne rüffelt Beiersdorfer

Die Führung um Heribert Bruchhagen lobte Kühne: "Heribert Bruchhagen war für viele eine Notlösung, aber er hat erst einmal Ruhe in den Club gebracht, was wichtig ist. Von Trainer (Markus, d. Red.) Gisdol halte ich einiges. Man könnte leicht optimistisch sein, aber die letzten Spiele waren leider wieder ein herber Rückschlag."

Weniger gut zu sprechen ist der Gönner dagegen auf Bruchhagens Vorgänger. "Didi Beiersdorfer war ein guter Sportdirektor, aber als Vorstandsvorsitzender vielleicht zu zögerlich und entscheidungsschwach", sagte Kühne.

Todt würde die Relegation abschaffen

Sportchef Jens Todt ist kein Freund der Relegation. "Natürlich ist die Relegation für die Fans eine spannende Sache. Aber generell bin ich dafür, sie abzuschaffen", sagte der frühere Profi der "Bild"-Zeitung. "Wenn man als Zweitligist eine richtig gute Saison spielt und dann so knapp scheitert, ist das extrem bitter", so Todt, der diese Erfahrung schließlich schon selbst gemacht hat.

Als sich der HSV vor zwei Jahren in letzter Sekunde beim KSC durchsetzte, sprach der damalige Karlsruher Manager die legendären Worte: "Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte."

Mit seiner Anti-Haltung ist Todt übrigens nicht alleine: Frankfurts Trainer Niko Kovac ist nach eigenen Worten "ein absoluter Gegner der Relegation". Und Coach André Breitenreiter vom Zweitliga-Dritten Hannover 96 meint: "Die Relegation ist ungerecht, der Bundesligist ist klar im Vorteil."

Adler antwortet offenherzig

Nach einer Untersuchung in München hat René Adler am Dienstag bestätigt, dass er wegen seiner Rippenverletzung in dieser Saison nicht mehr spielen wird. "Besonders bitter ist die Gewissheit, dass ich den Jungs in dieser wichtigen Phase nicht mehr helfen kann", sagte der Torhüter, dessen Vertrag ausläuft.

Nicht wenige Fans würden den ehemaligen Nationalkeeper aber gerne weiter in Hamburg sehen. "Als 'Entschädigung', dass du nicht mehr spielst verlängerst du einfach deinen Vertrag, DEAL René?", fragte ein Anhänger auf Adlers Facebookseite. Und die Nummer eins antwortete prompt: "Deal könnte mir gefallen…! ;-) Der Verein möchte die Gespräche nach dem Saisonende führen, warten wir also ab und gehen Schritt für Schritt."

Mavraj fehlt verschnupft

Beim einzigen öffentlichen Training in dieser Woche fehlten Ersatz-Torwart Tom Mickel und der am Wochenende Gelb-gesperrte Abwehrchef Mergim Mavraj jeweils wegen einer Erkältung. Nach etwa 45 Minuten beendeten Gideon Jung, Kyriakos Papadopoulos und Bobby Wood die Einheit nach Absprache vorzeitig. "Belastungssteuerung", teilte der HSV mit.

"HSV könnte Schulden in Liga 2 nicht abtragen"

Mentalcoach Olaf Kortmann warnt den HSV vor einem Abstieg: „Es ist ein Irrglaube zu denken, wenn eine Mannschaft absteigt, dass sie sich konsolidieren kann. Das kann vielleicht in einer Kleinstadt passieren, aber nicht in einer großen Stadt (wie Hamburg). Der HSV hat so viele Schulden, dass er die in der 2. Liga niemals abtragen könnte.“

Bahoui-Berater erhält Gegenwind

Nach der persönlichen Kritik von Nochi Hamasor an der Ausbootung von Nabil Bahoui durch Markus Gisdol ("Feiger Drecksack") reagierte nun auch die Vereinigung der Deutschen Fußballspieler-Vermittler (DFVV).

"Hier wurden Grenzen überschritten", rügte DFVV-Geschäftsführer Gregor Reiter, "wir distanzieren uns von solchen Äußerungen, wollen mit einem solchen Gebaren nichts zu tun haben und begrüßen deshalb ausdrücklich die Reaktion von An­dreas Rettig auf diese Unverschämtheit."

Der Geschäftsführer des FC St. Pauli hatte Gespräche mit dem Berater des durch den HSV suspendierten Spielers mit Hinweis auf das Solidaritätsprinzip der Profivereine abgelehnt.