HSV im 105. Nordderby

Gnabry antwortet Doppelpacker Gregoritsch – 2:2 hat Bestand

Drobny hatte den HSV zur Führung eingeladen. Bremer Anhänger wüten in Ellerau. Nouri verzichtet auf HSV-Schreckgespenst.

Hamburg. Selten war ein Nordderby derart brisant wie in diesem Jahr. Wenn sich der HSV und Werder Bremen ab 15.30 Uhr auf dem Rasen im Volksparkstadion begegnen, treffen in der 105. Auflage des Bundesliga-Klassikers der Tabellenletzte gegen den 16. aufeinander.

Für das Risikospiel gelten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. 1000 Ordner und Polizisten sind im Einsatz. Fans aus Bremen werden schon bei der Anreise begleitet. In Zügen gilt ein Alkohol-, Glasflaschen-, Dosen-, Pyro- und Vermummungsverbot.

Die Bilder des Nordderbys:

Werder-Fans randalieren auf Anreise

Dennoch haben vor dem Spiel rund 250 Werder-Fans im Bahnhof von Ellerau (Kreis Segeberg) randaliert, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Demnach klebten die Fans in der AKN-Station Kameras im Bahnhofsgebäude ab.

Laut Augenzeugen sollen auch Mülleimer in Brand gesetzt und mehrere Fanbusse gestoppt worden sein. Warum die Bremer Anhänger in dem kleinen Bahnhof nördlich von Hamburg unterwegs waren, war zunächst unklar.

Ein Sprecher des Hamburger Polizei-Lagedienstes sagte dem Abendblatt, dass etwa ein- bis zweihundert Werder-Ultras unter Polizeischutz zurück nach Bremen zurückgeleitet würden.

Grillitsch fällt aus, Drobny im Tor

Einen sportlichen Rückschlag mussten die Gäste bereits vor dem Anpfiff verkraften, denn mit Florian Grillitsch fällt der letzte Torschütze der Grün-Weißen kurzfristig aus. Werder rechnet wegen muskulärer Probleme sogar mit einer Pause von bis zu drei Wochen für den Österreicher.

Der Vergleich Mann gegen Mann

Ins Tor zurück kehrt dagegen der ehemalige Hamburger Publikumsliebling Jaroslav Drobny. Den HSV-Kasten hütet in Abwesenheit des verletzten Stammkeepers René Adler erneut Christian Mathenia, der damit seine Heimpremiere feiert.

HSV-Schreck Pizarro auf der Bank

Ansonsten setzte HSV-Trainer Markus Gisdol zum ersten Mal überhaupt im zweiten Spiel in Folge die gleiche Startelf auf den Spielberichtsbogen.

Bei Werder sitzt dagegen HSV-Schreckgespenst Claudio Pizarro (erzielte bislang 19 Treffer gegen Hamburg) im Gegensatz zur Vorwoche zunächst nur auf der Bank.

Seeler verkneift sich einen Tipp

Übrigens: Bis gestern gab es noch immer Restkarten für das Spiel. Uwe Seeler wird indes in jedem Fall im Stadion sein und auf mehr Glück als zu seinem 80. Geburtstag hoffen, als es eine 2:5-Klatsche gegen Borussia Dortmund setzte.

Einen Tipp für das Derby verkneift sich die Vereins-Ikone aber. Sein einziger Wunsch: "Hoffentlich wärmt das Spiel", sagt "Uns Uwe" bei einer Signierstunde für sein Jubiläumsbuch, für das er sich wenige Stunden vor dem Anstoß in der Abendblatt-Geschäftsstelle Extrazeit nahm.