Hamburger SV

Schöne Auszeit vom Trainingslager in der Heimat

HSV-Angreifer
Sven Schipplock (r.)
wird unsanft gebremst

HSV-Angreifer Sven Schipplock (r.) wird unsanft gebremst

Foto: Witters

Der Hamburger SV gewinnt ein Testspiel bei Weiche Flensburg locker mit 7:1. Hart gearbeitet wird dagegen im Volkspark.

Flensburg.  Sturzregen, kühl und eklig. Die Freude der HSV-Profis über das Testspiel beim Regionalligisten SG Weiche Flensburg am Freitagabend war doch arg getrübt. 2512 Zuschauer waren trotzdem gekommen. Sie sahen immerhin einen engagierten und konzentrierten Auftritt der Hamburger Bundesligakicker, die zu einem klaren 7:1 (4:0)-Erfolg kamen. Dabei fielen vor den zahlreichen Wechseln in der zweiten Halbzeit insbesondere Gotoku Sakai als Führungsspieler im defensiven Mittelfeld und Neu-Stürmer Luca Waldschmidt, der zwei Treffer vorbereitete und einen selbst erzielte, besonders auf.

Um 15.15 Uhr hatte sich der Mannschaftsbus vom Volksparkstadion auf den Weg gemacht, nach dem gemeinsamen Mittagessen. Zürcher Geschnetzeltes mit Pilzen und Reis hatte Koch Mario Mosa am Freitag zubereitet, zum Nachtisch gab es Milchreis. Natürlich fanden die Spieler es gut, überhaupt mal wieder rauszukommen. Das Spiel war schließlich eine Abwechslung in einer Trainingswoche, die Trainer Bruno Labbadia als „Intensivtage“ angekündigt hatte.

Tatsächlich läuft gerade ein „Trainingslager daheim“, ein volles Tagesprogramm. „Wir haben hier doch alle Möglichkeiten“, begründete Labbadia seine Entscheidung für den Volkspark. „Normalerweise ist jetzt die schönste Jahreszeit, da muss man nicht in ein fernes Trainingslager reisen.“ Einen großen Vorteil hat die Heimarbeit für alle: Sie können abends bei ihren Familien sein.

Ein weiterer Vorteil kommt hinzu: Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer kann sich in seinem Büro um Spielerverpflichtungen kümmern. Nachdem das Pokern um Wunschspieler Filip Kostic mit dem VfB Stuttgart ins Stocken geraten ist, hat sich der HSV laut einem Bericht der „L´Equipe“ den Franzosen Georges-Kevin N’Koudou (21) von Olympique Marseille als Alternative für die linke Außenbahn ausgeguckt.

Auch in der kommenden Woche geht es so weiter. Jeder Spieler ist wochentags verpflichtet, umgezogen um 7.30 Uhr im Trainingszentrum im Volksparkstadion zu sein. Als erstes stehen Stabilisationsübungen oder Krafteinheiten auf dem Programm, danach wird gemeinsam gefrühstückt, bevor es gegen 10.15 Uhr auf den Platz geht. „Da arbeiten wir vor allem taktisch und technisch“, erklärt Labbadia. Intensive Einheiten, Pressing, Abseitsfalle, Laufwege. Dann Mittagessen, ausruhen. Einige Spieler legen sich hin, andere spielen Karten. Abschalten, Kopf frei bekommen, bevor Labbadia zur Nachmittagseinheit bittet. Eine „Power-Spiel-Einheit“ nennt das der Trainer. Danach fallen alle ins Bett. Zu Hause.

HSV: Adler (46. Mickel) – Diekmeier (46. Köhlert), Cleber (46. Porath), Spahic, Ostrzolek – Sakai (61. Behounek), Hunt (46. Demirbay) – Bahoui (46. Müller), Gregoritsch (46. Altintas), Waldschmidt (46. Jatta) – Schipplock (46. Lasogga). Tore: 1:0 Gregoritsch (9.), 2:0 Schipplock (11.), 3:0 Bahoui (34.), 4:0 Waldschmidt (42.), 5:0 Altintas (49.), 6:0 Müller (57.), 6:1 Can (84.), 7:1 Lasogga (90.).