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Kostic und Demirbay: Der HSV pokert um Millionen

Der eine soll kommen, der andere gehen: Filip Kostic und Kerem Demirbay

Der eine soll kommen, der andere gehen: Filip Kostic und Kerem Demirbay

Foto: Witters

Der HSV verhandelt mit Stuttgart um Kostic und mit Hoffenheim um Demirbay. Pokerspiele dieser Art haben prominente Vorreiter beim HSV.

Hamburg.  Er sah lange zu. Dann ein herzliches Hallo zu René Adler, Umarmung, Schwätzchen. Dieser Trainingskiebitz am Mittwoch war gerne gesehen beim HSV. „Es freut mich, dass er da ist“, sagte Trainer Bruno Labbadia über die Kurzvisite von Rafael van der Vaart, „so soll es sein, Spieler sollen immer wieder gerne zum HSV kommen.“

Solche Spieler gibt es. Filip Kostic zum Beispiel. Der Flügelflitzer vom VfB Stuttgart hat mittlerweile mehrmals seinen Berater Sedat Duraki erklären lassen, dass er beim HSV spielen will. Aber die Schwaben wollen den 23 Jahre alten Serben nicht für unter 17 Millionen Euro gehen lassen, der HSV hat sein Angebot über etwa 12 Millionen abgegeben. Die Fronten sind verhärtet. Pokerstimmung. Wer gibt wie wann nach?

Es ist das übliche Geschäftsgebaren in dieser Zeit. Auch in Hamburg kennen sie das nur zu gut. So kam vor zwei Jahren Matthias Ostrzolek erst Mitte August vom FC Augsburg zum HSV. Die Vorstellungen über die Höhe der Ablösesumme zwischen den Vereinen mussten sich erst annähern. 3,5 Millionen wollte Augsburg haben, zwei Millionen hatte der HSV geboten, es ging hin und her. 2,75 Millionen soll der Linksverteidiger am Ende gekostet haben. Auch Nicolai Müller war 2014 eine ähnliche Hinhaltepartie zwischen Mainz und Hamburg, bis man sich auf über vier Millionen Euro Ablöse einigte. Bei Pierre-Michel Lasogga trieb Herthas Manager Michael Preetz den Preis bis auf 8,5 Millionen in die Höhe. Lasogga musste in Berlin zum Training antreten, obwohl längst klar war, dass es ihn nach Hamburg zieht. So ist es eben.

HSV blieb auch bei Tah und Calhanoglu hart

Die Spielregeln im Spielerhandel sind bekannt. Der HSV wendet sie ebenso an. Am Mittwoch mischte Kerem Demirbay munter im Training mit. Dabei ist sich der Deutschtürke längst mit der TSG Hoffenheim einig und keinesfalls willig, seinen HSV-Vertrag bis 2017 zu erfüllen. „Er hat mir am Mittwochmorgen noch einmal gesagt, dass er gerne einen Neustart machen möchte“, berichtete Trainer Bruno Labbadia. „Den könnte er auch hier machen. Aber er will nicht. Und der Verein will ihn nicht verschenken.“ Zwei Millionen möchte der HSV haben, die TSG bietet 1,5. Kleinkram, aber es geht auch ums Prinzip. Also muss Demirbay an den Einheiten teilnehmen. So wie Jonathan Tah vor einem Jahr, bevor der Deal mit Leverkusen ausgehandelt war. Ein ärztliches Attest, wie sein Kumpel Hakan Calhano­glu vor zwei Jahren, legte Demirbay immerhin nicht vor, sondern grinste: „Schön, dass ich wieder kicken konnte.“

Für Labbadia ist das „kein Pro­blem“. Es ist noch früh in der Vorbereitung, er kennt das nicht anders. Auch der zu erwartende Dominoeffekt nach der EM ist schließlich noch nicht eingetreten. Bis 31. August ist das Transferfenster geöffnet, und bis dahin werden die Pokerpartien laufen. Und manchmal gibt es auch Überraschungen. So ist seit Mittwoch wieder Martin Harnik (29) ablösefrei zu haben. Der Wechsel des gebürtigen Hamburgers aus Stuttgart nach China hat sich zerschlagen. „Der HSV hätte natürlich seinen Reiz“, hatte Harnik kürzlich erklärt.

Kerem Demirbay allerdings sieht das völlig anders.

Labbadia und der HSV schon topfit: