HSV-Splitter

KSC-Spieler erinnert an "arrogante" Hamburger

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Neidische Blicke: KSC-Profi Dennis Kempe (r.) blickt dem Hamburger Relegations-Torschützen Nicolai Müller hinterher

Neidische Blicke: KSC-Profi Dennis Kempe (r.) blickt dem Hamburger Relegations-Torschützen Nicolai Müller hinterher

Foto: Imago/Sportfoto Rudel

Auch Gräfe bekommt Fett weg. Westermann übersteht Barça wieder nicht. Enttäuschung für Castelen, Wolfsburg schwört sich auf HSV ein.

HSV trauert um verunglückten 96-Spieler

Beim 3:0-Auswärtssieg des HSV in Hannover am 2. April stand bei 96 Niklas Feierabend im Kader und kurz vor seinem Bundesligadebüt. In der letzten Woche schoss er noch den Ausgleich für Hannover beim 1:1 in der A-Jugend-Bundesliga gegen den HSV. Jetzt ist der am Donnerstag gerade 19 Jahre alt gewordene Jungprofi wie zwei weitere junge Mitfahrer (18 und 19 Jahre alt) bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Der HSV trauert mit.

Westermann gegen Barça wieder früh runter

Heiko Westermann sollte vor Spielen gegen den FC Barcelona künftig lieber im Bett liegen bleiben. Bei der 0:2-Heimniederlage mit Betis Sevilla gegen Barça (Tore: Rakitic und Suarez) am Sonnabendabend flog der Ex-HSV-Kapitän schon nach 35 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz. Die erste Verwarnung hatte er sich erst sieben Minuten zuvor eingehandelt.

Damit baut Westermann seine schwarze Barça-Serie aus: In vier Duellen hagelte es für den früheren Nationalspieler nur Niederlagen (0:8 Tore). Bei der 0:4-Pleite mit Betis im Hinspiel hatte Westermann ein Eigentor erzielt und musste anschließend verletzt ausgewechselt werden. Trost gibt es für "HW4" beim Blick auf die Tabelle: Mit 41 Punkten ist der Aufsteiger zwei Spieltage vor Ende der Primera Division praktisch ebenso gerettet wie sein Ex-Verein in der Bundesliga.

HSV-Nullnummer von Mainz:

Nächster HSV-Gegner ist angeknackst

Bei 38 Punkten müsste es mit dem Teufel zugehen, sollte dem HSV doch noch das Relegations-Triple "gelingen". Dennoch bleibt in der Theorie weiter die Möglichkeit des Abrutschens auf Platz 16 bestehen. Gleiches gilt im Übrigen für den kommenden Gegner VfL Wolfsburg, dessen Formkurve steil nach unten zeigt. Gleichwohl müsste der HSV gegen die "Wölfe" äußerst hoch gewinnen, um das Zittern bei den Niedersachsen bei garantierten sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz (unabhängig vom Montagsspiel Werder gegen Stuttgart) zu vergrößern.

Doch auch ohne die ganz große Abstiegsgefahr dürfte der Dino auf einen äußerst motivierten VfL treffen. "In den beiden verbleibenden Spielen müssen wir versuchen, die Spielzeit mit positiven Ergebnissen zu beenden", kündigte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking an, der nach dem ernüchternden 1:5 beim BVB von einer "schwierigen Situation" sprach. Gegen Wolfsburg benötigt der HSV voraussichtlich noch einen Punkt, um ganz sicher gerettet zu sein.

Doch diesen soll es nach Wunsch der Wolfsburger nicht geben. "So wollen wir die Saison nicht beenden. Wir müssen sechs Punkte holen“, sagte Nationalstürmer André Schürrle. Torhüter Diego Benaglio sagte: "Wir haben noch zwei Spiele Zeit zu zeigen, dass wir alles dafür tun, um die Punkte einzufahren." Und auch Manager Klaus Allofs nimmt das Team in die Pflicht: "Es geht um alles. Ich will nicht mit zwei Niederlagen die Saison beenden.“

Castelen verpasst den Australien-Titel

Er hat es nicht geschafft: Romeo Castelen hat seinen ersten großen internationalen Titel verpasst. Der 32 Jahre alte Ex-HSVer (2007 bis 2012) verlor am Sonntag das Finale um die australische Meisterschaft mit seinem Club Western Sydney Wanderers mit 1:3 gegen Adelaide United - die sich den Titel damit wiederum zum ersten Mal sicherten. Castelen stand in Adelaide 90 Minuten auf dem Platz, traf aber nicht. Beim HSV war der Holländer dauerverletzt und kam daher in fünf Jahren lediglich 28 Mal zum Einsatz (drei Tore). In Sydney traf der Rechtsaußen in 51 Spielen elfmal, davon alleine dreimal in der diesjährigen Finalrunde der A-League.

KSC-Profi wettert gegen HSV und Gräfe

Relegations-Trauma und kein Ende: Beim KSC sitzt der Stachel des verpassten Aufstiegs gegen den HSV weiter tief. Bei einem offiziellen Gesprächstermin mit Fans des Zweitligisten redeten sich die Karlsruher Profis Dennis Kempe und René Vollath unter der Woche noch einmal den Frust von der Seele. "Ich habe noch nie so einen arroganten Gegner erlebt", wurde Kempe in den "Badischen Neuesten Nachrichten" zitiert. Ständig seien auf dem Platz herablassende Äußerungen gefallen ("Ihr Würstchen könnt euch verpissen"). Auch auf Schiedsrichter Manuel Gräfe ist Kempe nach wie vor nicht gut zu sprechen. "Er hat meinen größten Traum zerstört. Ich kann ihm nicht verzeihen", sagte der Sohn der Bochumer Verteidiger-Legende Thomas Kempe dem Bericht zufolge.

Nächster Schritt für Töre und Arslan

Wichtiger Sieg für Gökhan Töre und Tolgay Arslan: Die beiden ehemaligen Hamburger stehen mit Besiktas Istanbul nach einem 4:0-Sieg gegen Kayserispor dicht vor dem Gewinn der türkischen Meisterschaft. Allerdings stand Arslan nach überstandenem Kreuzbandriss wiederholt nicht im Kader, Töre wurde dagegen in der 72. Minute eingewechselt.

Letzterer hatte als Ersatzmann zuvor immerhin ein Küsschen des befreundeten Torschützen Ricardo Quaresma erhalten. Drei Spieltage vor Schluss hat Besiktas mindestens drei Punkte Vorsprung auf Fenerbahce.

( jdr )

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