HSV-Splitter

Nicolai Müller fällt gegen Mainz aus – und noch länger?

Nicolai Müller musste gegen Werder zur Halbzeit in der Kabine bleiben

Nicolai Müller musste gegen Werder zur Halbzeit in der Kabine bleiben

Foto: Imago/Sven Simon

Fink knackt Rekord. Müller wird näher untersucht. Lockt Knäbel zwei Nürnberger? Bewertung paradox bei Ostrzolek und Lasogga.

Müller fällt mit Muskelfaserriss aus

Nach dem freien Sonntag bat Labbadia seine Profis heute wieder in den Volkspark. Am Dienstag und Mittwoch stehen jeweils zwei Einheiten um 10 Uhr auf dem Programm. Fehlen wird in jedem Fall Nicolai Müller - und das nicht nur im Training. Bei der heutigen Untersuchung wurde ein Muskelfaserriss im Oberschenkel diagnostiziert. Damit fällt der Vorbereiter des 1:0 gegen Werder für das Spiel in Mainz am Sonnabend (15.30 Uhr, im Liveticker auf abendblatt.de) aus. Bei einer derartigen Verletzung ist im Normalfall mit einer durchschnittlichen Pause von mindestens zwei Wochen zu rechnen. Im Nordderby wurde Müller zur Halbzeit mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt, in der Vorwoche musste er bei der 0:3-Niederlage in Dortmund wegen einer Zerrung vorzeitig runter.

Ebenso fraglich sind in Rheinhessen die Einsätze Albin Ekdals (Oberschenkelbessur), Gotoku Sakais (Probleme am Hüftbeuger) und Johan Djourous. Der Kapitän klagt nach seinem - aus persönlicher Sicht mehr oder weniger - erfolgreichen Comeback über Rückenschmerzen. Definitiv streichen für den Mainz-Kader muss Bruno Labbadia die gelb-gesperrten Pierre-Michel Lasogga und Michael Gregoritsch.

DFL-Experiment mit Gräfe ging gut

Die Entscheidung der DFL, Relegationsschiedsrichter Manuel Gräfe mit der Leitung des brisanten Nordderbys zu beauftragen, war im Vorfeld unter den Fans heiß diskutiert worden. In einer Blitz-Umfrage auf abendblatt.de (739 Teilnehmer) erwartete am Ende mit 55 Prozent nur eine kleine Mehrheit keine Beeinflussung der Vorgeschichte auf Gräfes Leistung.

Und sie sollten Recht behalten: Gegen Werder traf der Berliner weitestgehend die richtigen Entscheidungen, darunter auch der Elfmeterpfiff gegen Hamburg. Das sahen auch die Experten (u.a. Note 2,5 beim "Kicker") und Bruno Labbadia so. ""Hut ab, Gräfe hat es sehr souverän gemacht", urteilte der HSV-Trainer nach dem Spiel.

Ostrzoleks Premiere, Lasoggas Chance

Bewertung paradox: Für den "Kicker" ist Pierre-Michel Lasogga nach seinen zwei Toren gegen Werder "Spieler des Spiels". Seine Note 2,0 reicht allerdings für den Stürmer nicht für die Aufnahme in die "Elf des Tages". Dort findet sich stattdessen als einziger HSV-Akteur Matthias Ostrzolek wieder. Der Außenverteidiger wurde ebenfalls mit 2,0 bewertet - die mit Abstand beste Note im Fachmagazin seit seinem Wechsel nach Hamburg zur letzten Saison. Folglich ist die Aufnahme Ostrzoleks in die Spieltagself dessen größter "Kicker"-Erfolg in seiner HSV-Zeit. Zum Vergleich: In der Vorsaison kam der ehemalige Augsburger zu einem Notenschnitt von 4,21, dazu gab es in der laufenden Spielzeit gleich zweimal die Höchststrafe 6,0.

Lasogga indes darf sich trösten: In dieser Saison war der Nordderby-Matchwinner bereits zweimal in der Auswahl vertreten - und hat bei der Konkurrenz von bundesliga.de dafür die Chance, von den Fans zum "Spieler des Spieltags" gewählt zu werden. Bei der Abstimmung des offiziellen DFL-Portals muss sich Lasogga unter anderem gegen Bayerns Arturo Vidal, Dortmunds Henrikh Mkhitaryan und Gladbachs Mo Dahoud durchsetzen. Die Führung übernahm vorerst Kölns Marcel Risse. Gevotet werden kann noch bis Mittwoch, 18 Uhr.

Fink landet Austria-Rekordsieg

Mit einem Rekord aus der Krise: Thorsten Fink hat mit Austria Wien in der österreichischen Bundesliga den höchsten Sieg der Vereinsgeschichte gefeiert. Beim SV Mattersburg gewann die Austria mit 9:0 (3:0). Zuvor hatte das Fink-Team vier Pflichtspiele in Folge verloren.

Mitentscheidend für den klaren Sieg war das Doppel-Rot für die Mattersburger Manuel Prietl und Torwart Markus Kuster (42.), der gegen den Platzverweis für Prietl heftig protestiert hatte. Mit neun Mann waren die Gastgeber chancenlos. "Mir hat gefallen, dass wir auch in der zweiten Halbzeit weiter Gas gegeben haben", resümierte Fink.

Zum Vergleich: Finks höchster Sieg als HSV-Trainer (2011-2013) fiel um fünf Tore niedriger aus. Am 31. August 2013 wurde Eintracht Braunschweig mit 4:0 nachhause geschickt. Es nützte wenig, nur ein Spiel später musste Fink nach einer 2:6-Schlappe in Dortmund selbst gehen.

Hat Knäbel zwei Nürnberg auf dem Zettel?

Bei der Suche nach neuen Offensivkräften hat es Peter Knäbel neben der Schweiz längst auch die heimische zweite Liga angetan. Dort soll der Sportdirektor vor allem beim 1. FC Nürnberg auf zwei interessante Kandidaten gestoßen sein: Niclas Füllkrug und Gideon Burgstaller.

Während sich das einstige Werder-Talent Füllkrug mit starker zweiter Halbserie und zuletzt drei Toren beim 6:2-Sieg gegen Union Berlin ins Rampenlicht spielte, zeigt Burgstallers Formkurve erst in den letzten Spielen wieder nach oben. In der Hinserie war der schon 26 Jahre alte Österreicher allerdings einer der herausragenden Spieler im Unterhaus.

Die Bilder des Derbysiegs:

Castelen trifft, wie er will

Romeo Castelen darf weiter von seinem größten Erfolg träumen. Der ehemalige HSV-Spieler schoss die Western Sydney Wanderers fast im Alleingang ins Finale der australischen Meisterschaft. Beim 5:4 nach Verlängerung gegen Thomas Broichs Brisbane Roar traf der Niederländer gleich dreimal. Dabei leitete er Sydneys Aufholjagd nach frühem 0:3-Rückstand ein.

Rechtzeitig zur Finalrunde scheint Castelen in Schwung zu kommen. In 26 Spielen der A-League hatte der Stürmer zuvor nur viermal ins Schwarze getroffen. Noch schlechter lief es für den heute 33-Jährigen allerdings zu seiner Hamburger Zeit: Zwischen 2007 und 2012 brachte es der häufig verletzte Ex-Nationalspieler auf gerade einmal 17 Spiele und einen Treffer.

Tesche überwindet Fulham-Trauma

Licht und Schatten für zwei ehemalige Hamburger in England. Robert Tesche hat beim 3:1 von Zweitligist Nottingham Forrest in Fulham getroffen – sechs Jahre nachdem er beim 1:2 des HSV im Halbfinalrückspiel in der Europa League in Fulham leider nicht getroffen hatte. "Leider" hieß es am Wochenende auch für Muhamed Besic: Der 23-Jährige verpasste durch einen Gegentreffer in der Nachspielzeit den Einzug ins FA-Cup-Finale. Besics FC Everton unterlag Manchester United im Halbfinale in Wembley mit 1:2.

Knäbel erkennt "absolute Weiterentwicklung"

Sportchef Peter Knäbel war am Tag nach dem Derbysieg bei NDR 90,3 zu Gast und betonte, dass er im Vergleich zum Vorjahr einen Fortschritt erkannt haben will: Die Mannschaft habe sich „absolut weiterentwickelt“, sagte er im „Sportplatz“. Knäbel lobte, „wie sich unsere Torgefahr weiterentwickelt hat, das Herausspielen von Großchancen, die Fähigkeit, Tore zu erzielen.“