Kommentar

Bruno Labbadia gebührt der größte Dank

Der Autor ist Sportchef beim Abendblatt

Der Autor ist Sportchef beim Abendblatt

Foto: Andreas Laible / HA

Mit dem 2:1 wurde nicht nur der Klassenerhalt so gut wie geschafft, sondern auch ein weiteres grün-weißes Trauma verhindert.

Hamburg. Was hat Bremen dem HSV nicht schon alles verdorben. 2006 die direkte Teilnahme an der Champions League. Oder 2009 die Endspielteilnahmen im DFB-Pokal und der Europa League. Kein Wunder also, dass die Hamburger Anhänger ausgelassen den so wichtigen Sieg feierten. Mit dem 2:1 wurde nicht nur der Klassenerhalt so gut wie geschafft, sondern auch ein weiteres grün-weißes Trauma verhindert. Eine peinliches Relegations-Triple bleibt dem HSV erspart.

Mit nun 37 Punkten hat der HSV nach 31 Spieltagen zwei mehr auf der Habenseite als nach der vorherigen Saison und zehn mehr als nach Ablauf der Serie 2013/14. Das muss auch mal gesagt werden trotz aller berechtigter Kritik an den schwankenden Leistungen. Bei diesem leidenschaftlichen Auftritt fragt man sich allerdings: Wäre nicht schon in dieser Saison mehr drin gewesen? Warum erreichte der HSV zu selten seine Leistungsgrenze?

Bruno Labbadia gebührt der größte Dank beim gelungenen Unterfangen, den Dino-Status zu sichern. Der HSV-Trainer war der große Stabilisator in einem noch immer sehr fragilen Gebilde, das zeigte sich in der zweiten Hälfte. Seine Aufgabe, für mehr Konstanz zu sorgen, wird aber nicht einfacher. Eine Voraussetzung wäre, die eine oder andere Unwucht im Kader zu beseitigen. Anders als in den Vorjahren muss der HSV bei Verhandlungen mit potenziellen Neuzugängen nicht auf Zeit spielen. Von diesem zeitlichen Vorsprung könnte der Club profitieren.