Bundesliga

Kapitän Djourou bereitet Sorgen – HSV muss umbauen

Als Ersatz für den Gelb gesperrten Müller hat HSV-Trainer Bruno Labbadia zwei Spieler im Kopf. Olic ist komplett außen vor.

Hamburg. Muss der Kapitän beim HSV von Bord? Bei der Trainingseinheit am Donnerstag bestätigte sich der Eindruck, der sich schon am Mittwoch andeutete: Bruno Labbadia verfolgt ernsthafte Gedanken, Kapitän Johan Djourou beim Heimspiel am Sonnabend gegen 1899 Hoffenheim (15.30 Uhr im Liveticker bei abendblatt.de) auf die Bank zu setzen.

Der Schweizer Nationalspieler gehörte in beiden Einheiten nur dem B-Team an und musste dem ungestümen Cléber (25) und Routinier Emir Spahic (35) den Vortritt gewähren. Erst kurz vor Schluss ließ Labbadia seinen Abwehrchef in der ersten Mannschaft mitwirken. "Er macht mir etwas Sorgen und hat einen kleinen Virus-Infekt in sich", sagte der HSV-Trainer, der aber zugleich die Wichtigkeit des 29-Jährigen für die Mannschaft unterstrich. Sollte Djourou tatsächlich nur Ersatz sein, würde Torwart René Adler die Rothosen als Kapitän aufs Feld führen.

Gregoritsch oder Bahoui: Wer ersetzt Müller?

Auf Rechtsaußen liefern sich Winter-Neuzugang Nabil Bahoui und Michael Gregoritsch einen Zweikampf um den Platz für den Gelb gesperrten Nicolai Müller, wobei der Österreicher die Nase vorn haben dürfte. Wirklich überzeugen konnte aber keiner der beiden im Training. "Gregoritsch hat sieben Spiele gefehlt und ihm fehlt die Praxis. Bei Bahoui ist die Situation ähnlich. Er ist ebenfalls noch nicht bei 100 Prozent, weil er in Saudi-Arabien kaum gespielt hat und keine Vorbereitung hatte", erklärte Labbadia, der mit dem Gedanken spiele, im Laufe des Spiels beide einzusetzen.

Eigentlich sollte der beste Hamburger Torschütze (sieben Treffer) durch Josip Drmic ersetzt werden, doch der Schweizer fällt nach seinem Knorpelschaden für den Rest der Saison aus. "Er wurde erfolgreich in Köln operiert und wir werden ihn unterstützen, wo wir können", sagte Labbadia. Als Absicherung dahinter steht wieder Gotoku Sakai zur Verfügung, der seine Erkältung überstanden hat und sich gegen Dennis Diekmeier behaupten konnte.

Rudnevs schüttelt Lasogga ab

Im Sturm deutet alles auf einen erneuten Startelf-Einsatz des seit 351 Minuten torlosen Artjoms Rudnevs hin. Zwar wechselte Labbadia fleißig durch und testet auch Sven Schipplock und Pierre-Michel Lasogga, wirklich Druck konnte aber keiner der beiden Angreifer auf den Letten ausüben. Der Coach bejahte, dass er bei der Flaute seiner Angreifer auch als Psychologe gefragt ist, und freue sich, „dass wir uns zumindest Chancen erspielen".

Komplett außen vor ist derzeit Ivica Olic. Bei schönstem Sonnenschein leuchtete das orangefarbene Leibchen des Kroaten, der als 23. Mann es nicht mal mehr ins B-Team schaffte und als Überzahlspieler immer die Mannschaft unterstützte, die gerade in Ballbesitz war.

Dem kommenden Gegner zollte Labbadia wie üblich Respekt. Hoffenheim sei kein typischer Tabellen-17. "Wir brauchen eine ähnliche Leistung wie gegen Gladbach." Vor allem läuferisch solle seine Mannschaft den abstiegsbedrohten Schwaben den Schneid abkaufen, um nicht selber noch einmal in untere Tabellenregionen zu rutschen.

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