HSV gegen Mainz

Cleber im Aufschwung, Adler muss gegen Mainz passen

Eine Muskelverletzung im Hüftbeugerbereich lässt einen René Adlers Einsatz gegen Mainz nicht zu

Eine Muskelverletzung im Hüftbeugerbereich lässt einen René Adlers Einsatz gegen Mainz nicht zu

Foto: Imago/Michael Schwarz

Fünf Jahre ist es her, dass der HSV dreimal in Serie gewonnen hat. Geht es nach Trainer Labbadia, soll es am Sonnabend wieder soweit sein.

Hamburg. Bruno Labbadia hat keine Lust, über den Rekordverlust des Hamburger SV, die Verletztenmisere oder Probleme in der Kabine zu sprechen. Genauso wenig, wie er über die Ausfälle von Stammspielern wie Pierre-Michel Lasogga, Emir Spahic und Dennis Diekmeier jammert, will der Coach öffentlich die leeren Kassen der Hanseaten kommentieren. Er macht allerdings keinen Hehl daraus, dass ihn die beschränkten Möglichkeiten auf dem Transfermarkt stören. Könnte seine Vertragsverlängerung daran sogar scheitern? „Nein, wir haben gesagt, wir gehen da gemeinsam durch und beschreiten den sportlichen Weg wie bisher“, sagt Labbadia.

Seine erfolgreiche Arbeit, die den Abstiegskandidaten der zwei vergangenen Spielzeiten immerhin auf Tabellenplatz sieben führte, ist derzeit das Wichtigste im Verein. Nebengeräusche wie eine Ohrfeige, die Spahic Stürmer Lasogga vor langer Zeit verpasst haben soll, interessieren den Hessen nur wenig. Wenn er sich um alles kümmern würde, was Monate zurückliegt, wäre die Last auf seinen Schultern nicht mehr zu stemmen, beteuert der 49-Jährige.Die Meinungsverschiedenheit der beiden Profis sei ohnehin längst ausgeräumt. „Seither haben sie sich bestimmt schon sieben, acht Mal in den Armen gelegen“, kommentiert Labbadia den Vorfall. Die Mannschaft verbringe „unglaublich viel Zeit“ miteinander. Die derzeitigen Erfolgserlebnisse trügen dazu bei, die Stimmung hochzuhalten.

Europa League kein Thema

Ebenso wenig wie die Verletztenliste wird von ihm das Thema Europa League diskutiert. Seine Schützlinge scheinen kapiert zu haben, dass es um bodenständige Arbeit statt großer Ankündigungen geht. „Vieles spricht für uns. Wir haben einen Lauf“, sagt der Ex-Mainzer Nicolai Müller. Nach der schwierigen Vorsaison stehen der Flügelspieler und Mittelfeldantreiber Lewis Holtby für die Leistungssteigerungen und den Aufschwung des HSV. Dreimal drei Punkte in Serie gelangen den Norddeutschen zuletzt vor fünf Jahren, aber Mainz scheint dem HSV nach sechs Punkten in der vergangenen Saison zu liegen.

Doch auch Verteidiger Cleber hat sich verbessert. Hamburgs Trainer lobt eine "große Entwicklung" bei seinem Innenverteidiger. "Er hat insgesamt einen Schritt nach vorn gemacht, das war schon im Training sichtbar. Er ist aufmerksam, nimmt die Dinge, die wir vorgeben, besser an." Vor allem seit er seine Familie bei sich in Hamburg hat, wirkt der Brasilianer gefestigt und steckt mit seiner guten Laune die Mitspieler an. Zudem habe er begriffen, dass in der Bundesliga klarer gespielt werden müsse.

Torhüter René Adler ist wegen seiner Muskelverletzung nicht rechtzeitig fit geworden. „Risiko zu groß: Rene #Adler muss gegen @1FSVMainz05 passen“, twitterte der HSV. Jetzt steht der Tscheche Jaroslav Drobny zwischen den Pfosten. Der ehemalige Nationalkeeper kam schon fünfmal in dieser Spielzeit zum Einsatz und blieb dabei dreimal ohne Gegentor. Bei dem lange verletzten Regisseur Aaron Hunt wird Labbadia wohl kein Risiko eingehen - ein Kurzeinsatz ist aber denkbar.

Mainzer Verletzungssorgen

Trainer Schmidt muss an der Elbe auf den gelb-gesperrten Danny Latza verzichten. Alternativen sind je nach Taktik-Ausrichtung Gonzalo Jara und Christoph Moritz. Der Schweizer hofft darauf, sein Erfolgsduo Yunus Malli und Yoshinori Muto auch beim HSV einsetzen zu können. Der Japaner ist durch eine leichte Muskelverhärtung im Oberschenkel gehandicapt. „Es sollte reichen“, sagte Schmidt.

Der FSV-Coach setzt auch auf den Einsatz von Niko Bungert, den gegen Frankfurt eine Zerrung im Gesäßmuskel in den Krankenstand beförderte. „Wenn er das Abschlusstraining mitmachen kann, ist er natürlich ein Kandidat für die Startelf.“ Neu-Profi Alexander Hack müsste dann trotz des guten Debüts zurück auf die Bank. „Ein Risiko gehen wir nicht ein, dazu sind wir im Moment in der Innenverteidigung zu dünn besetzt“, sagte Schmidt.

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Hamburger SV: Drobny - Sakai, Djourou, Cleber, Ostrzolek - Jung, Holtby - Müller, Gregoritsch, Ilicevic - Schipplock

FSV Mainz 05: Karius - Brosinski, Bell, Bungert, Bengtsson - Baumgartlinger, Moritz - De Blasis, Malli, Jairo - Muto

Schiedsrichter: Brand (Bamberg)