Reaktionen zum HSV-Sieg

Labbadia: "Ich liebe diese Stadt, ich liebe diesen Verein"

Die Reaktionen der HSV-Angestellten nach dem 2:1-Sieg in Karlsruhe und dem damit verbundenen Klassenerhalt fielen allesamt erleichert aus.

Die Reaktionen nach dem Klassenerhalt des HSV:

Ex-Profi Hans Sarpei:" Relegationssiegertitelverteidiger!"

Torwart René Adler vom HSV: „So ein Spiel brauche ich nicht so oft. Ich bin drei Jahre gealtert. Es war ein Sieg der Gemeinschaft. Ich bin immer noch auf 180 und will eigentlich nur alleine sein."

Markus Kauczinski (Trainer Karlsruher SC): "Es tut mir leid für die Spieler, die alles gegeben haben. Das Quäntchen Glück hat uns heute gefehlt. Das ist eine sehr bittere Niederlage.

Bruno Labbadia (Trainer Hamburger SV):

"Das kann man sich gar nicht vorstellen. Es ist schwer, in Worte zu fassen, was mir diese Wochen bedeutet haben. Es ist ein unglaubliches Gefühl, mehr geht gar nicht. Abstiegskampf ist mit Abstand das Schlimmste. Ich lebe in der Stadt, ich liebe diese Stadt, und ich liebe den Verein."

+++ Kommentar: Wie der HSV sich gerettet hat - ohne Worte +++

Dietmar Beiersdorfer (Vorstandsvorsitzender Hamburger SV): "Es war alles möglich in diesem Spiel. Es ist klar, dass wir im Umbruch waren, schon im Sommer. Wir werden uns jetzt hinsetzen auch mit Bruno, unserem Coach. Ein ganz großes Lob und ein ganz großes Dankeschön an Bruno und seinen Stab."

Ex-Präsident Carl Edgar Jarchow: „Ich habe es knapp überlebt. Im Grunde wird es jedes Jahr knapper, wenn man den heutigen Spielverlauf betrachtet. Jetzt hoffe ich, dass wir die Relegation im nächsten Jahr mal auslassen. Unterm Strich war es verdient, aber auch ein bisschen glücklich."

Rafael van der Vaart: „Das ist unglaublich für den ganzen Verein, die ganze Stadt. "Den Freistoß hat Marcelo mir geklaut. Eigentlich wollte ich den schießen."

Johan Djourou: "Ich glaube, wenn Labbadia früher da gewesen wäre, wären wir gar nicht in diese Situation gekommen."

Nicolai Müller (Torschütze Hamburger SV): "Ich freue mich einfach nur für die Mannschaft."

Valon Behrami: „Ich bin happy, der HSV bleibt in der 1. Liga. Das freut mich besonders für unsere tollen Fans.“

Pierre-Michel Lasogga (Hamburger SV) : Wir waren nach 90 Minuten tot. Die Mannschaft hat über 90 Minuten Gas gegeben, hat gekämpft, die Mannschaft hat es verdient, in der Liga zu bleiben."

HSV-Idol Willi Schulz: „Es steht dem HSV, der Stadt Hamburg und uns allen gut zu Gesicht, dass der Verein in der Bundesliga geblieben ist. Egoistisch betrachtet und im Spaß würde ich sagen: Ich bin froh, dass ich auch in der kommenden Saison in Hamburg wieder Gast im Stadion eines Erstligisten sein kann“, ergänzte Willi Schulz. Sein einstiger Teamkollege Uwe Seeler wollte im zweiten Relegationsspiel seinem HSV „kräftig die Daumen drücken, denn der Abstieg wäre für den HSV und Hamburg eine Katastrophe“, hatte „Uns Uwe“ wiederholt betont.

Jens Todt, Sportdirektor KSC: "Das ist die denkbar knappste aller möglichen Entscheidungen. Ein extrem bitterer Tag. Den Freistoß darf man nicht geben, das ist absoluter Wahnsinn. Er dreht sich weg. Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte. Aber wir sind wahnsinnig stolz, wie wir den KSC präsentiert haben. Wir werden wiederkommen."

Maik Franz (Ex-KSC-Profi, via Facebook): "Leider ist Fußball nicht immer fair."

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz: „Kämpfen bis zuletzt. Das zahlt sich aus. Gratulation an den HSV."

Sportsenator Michael Neumann (SPD): „Die Mannschaft war im Vergleich zum Hinspiel wie ausgetauscht – Gott sei Dank! Ein spannendes Spiel, der HSV hat heute verdient gewonnen.“

FDP-Frontfrau Katja Suding:„Freue mich sehr. Herzlichen Glückwunsch“.

SPD-Bundestagsabgeordnete Niels Annen: „Vielleicht sollte man den HSV einfach den Platz in der 1. Liga garantieren, wäre für alle Beteiligten dann nicht so anstrengend."

Wissenschaftssenatorin und zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne), eher ein Fan vom FC St. Pauli und von Werder Bremen: „Unglaublich, was für ein Krimi! Und ganz offenbar unabsteigbar. Auch als Fan eines benachbarten Nordclubs verdient das Respekt.“

Michael Otto, Mäzen für den HSV-Campus und früherer HSV-Aufsichtsratsvorsitzender: "Mir fallen 1000 Steine vom Herzen. Für den Verein, seine Fans, die ganze Stadt und auch für die Olympia-Bewerbung ist der Verbleib in der 1. Liga von unglaublicher Bedeutung.“

KSC-Präsident Ingo Wellenreuther: "Ich weiß nicht, ob man Freistoß pfeifen muss, wenn jemand aus anderthalb Metern angeschossen wird."

Reinhold Yabo (Torschütze Karlsruher SC): "Am Boden zerstört. Es tut weh, es ist, wie man jemandem das Herz rausgerissen hat, weil wir so nah dran waren. Wirklich so nah. Die Trauer ist groß."

Fußball-Autor Frank Goosen (bei "Hart aber fair"): "Ich habe keine Häme für den HSV und die Entwicklungen in den letzten Jahren, aber ich hätte es doch dem KSC ein bisschen mehr gegönnt. Aus dem Grunde, dass da eine super Arbeit geleistet wird mit wenig Geld, und der HSV hat in den letzten Jahren ziemlich viel Geld verbrannt."

Fußball-Kommentatorin Sabine Töpperwien (bei "Hart aber fair"): "Es ist nach 52 Jahren für die Bundesliga klasse, dass dieser Dino dringeblieben ist. Aber nichtsdestotrotz: Wenn man sich zwei Jahre hintereinander in der Relegation und dann auch noch durch einen geschenkten Freistoß in eine solch günstige Position bringt, dann muss ich sagen, ist da schon sehr, sehr viel Glück dabei und ich hoffe dringend für meine hanseatischen Freunde, dass sie jetzt endlich lernen und nächste Saison eine bessere Saison spielen und eine bessere Personalpolitik und eine bessere Wirtschaft betreiben." (HA/sid/dpa)