Ilicevic soll verkauft werden – oder muss sich über die U23 anbieten

Hamburg. Die Regeln sind unmissverständlich: bis 12 Uhr mittags an diesem Montag müssen Spieler auf der Transferliste des DFL stehen, wenn sie doch noch am letzten Tag der Transferfrist den Club wechseln wollen. „Wir planen nichts mehr“, sagte HSV-Sportdirektor Peter Knäbel nach dem Last-Minute-Kauf von Marcelo Diáz, ließ sich dann aber doch noch ein Hintertürchen offen: „Wenn wir doch noch was machen, dann nur, wenn wir zunächst einen abgeben.“

Verkaufskandidat Nummer eins ist und bleibt Ivo Ilicevic, wobei die Bezeichnung Verkaufskandidat nicht ganz treffend ist. Den Kroaten, der beim HSV ein Jahresgehalt von 1,92 Millionen Euro bezieht, würden die Verantwortlichen sogar verschenken, was Knäbel und Trainer Joe Zinnbauer Ilicevic in einem Sechsaugengespräch auch mitgeteilt haben. „Ich kann Ivo nur empfehlen, sich einen Club zu suchen, wo er endlich wieder Spielpraxis bekommt. Nur so steigt sein Marktwert auch wieder“, sagte Knäbel.

Sollte sich allerdings kein Abnehmer in letzter Minute mehr auftun, wurde dem aussortierten Ilicevic sogar ein Weg zurück zu den Profis aufgezeigt. „Ivo ist kein Stinkstiefel“, sagte Knäbel, der mit Ilicevic vereinbart hat, dass der offensive Mittelfeldmann zwar bei den Profis mittrainieren könne, aber zunächst bei der U23 eingesetzt wird. Sollte er dort auf sich aufmerksam machen, könnte man sogar über eine Rückholaktion in der nächsten Länderspielpause im März nachdenken, so Knäbel.

Ganz unabhängig von Ilicevics Zukunft erlaubte sich Knäbel am Sonntag, ein Zwischenfazit seiner ersten Transferperiode zu ziehen. Insgesamt sei er zufrieden, sagte der Sportdirektor. Mit Tolgay Arslan habe man einen technisch versierten Mittelfeldmann abgegeben, der aber kein Perspektive mehr hatte. Und mit Ivica Olic und Diáz hätte man auf den Problempositionen reagiert. Für ein endgültiges Fazit müsse man aber noch einen Tag warten: „Bis Montag sind wir weiterhin online.“